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Hof - Wenn alles gut läuft, nehmen am Sonntagvormittag eine halbe Million Menschen am Gottesdienst in der Hofer St. Michaeliskirche teil. Die Akteure werden dann ein buntes Publikum haben: Langschläfer, Neubürger, besonders religiöse Menschen, ehemalige Hofer und viele, die einfach mal wieder ein volles Gotteshaus sehen wollen, werden in der evangelischen Hauptkirche der Stadt zugegen sein - entweder persönlich oder von zu Hause aus: Am Sonntag um 10 Uhr feiert die Gemeinde einen Gottesdienst zum Dank für "20 Jahre Mauerfall". Bayerischer Rundfunk und MDR übertragen die Stunde live im Fernsehen.
80 Menschen gestalten den Gottesdienst aktiv mit, gut 30 Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks sorgen für die entsprechende Umsetzung fürs TV-Publikum. "Der Vormittag ist jedoch nicht eigens fürs Fernsehen konzipiert", betont Dekan Günter Saalfrank. Als der BR gesehen habe, was die Hofer auf die Beine stellen, habe er nach den Übertragungsrechten gefragt - die sie natürlich gerne gewähren.
Der gesamte Gottesdienst soll ein Dialog werden: eine Kommunikation zwischen West und Ost, ein Gespräch von Mensch zu Mensch, eine Verbindung von Glaube und Leben. Der Hofer Dekan Günter Saalfrank und sein Plauener Kollege Matthias Bartsch halten eine Dialogpredigt, Liturgin ist Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner, dazu berichten vier Zeitzeugen aus ihren Erfahrungen. Die musikalische Gestaltung übernehmen ein 70-köpfiger Chor bestehend aus Michaelis-Kantorei und Vokalensemble Plauen, das Ost-West-Ensemble "Blech ohne Grenzen" und Reinhard Wachinger an der Orgel.
Der Gottesdienst, das ist das Ziel, soll ohne Verklärung erinnern an das Wunder der friedlichen Revolution - er soll aber auch die Ernüchterung danach, die schwierige Gegenwart und Hoffnungen für die Zukunft aufzeigen. Günter Saalfrank: "Die Vision ist, dass unsere Enkelkinder mit den Begriffen Ossi und Wessi gar nichts mehr anfangen können."


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