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Ressort Hof-Stadt
Erschienen am 09.11.2009 00:00
20 JAHRE MAUERFALL
Jetzt muss die Einheit in den Köpfen kommen
Selbst aus Tschechien und Österreich verfolgen die Menschen den Dankgottesdienst in der St.-Michaelis-Kirche an den Bildschirmen.
Von Simone Weber
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20 Jahre nach dem Mauerfall erlebten rund 500 Menschen aus den Regionen Hof und Plauen einen bewegenden Dankgottesdienst in der St.-Michaelis-Kirche Hof. Der BR und der MDR haben die Feierstunde live übertragen. Weitere Bilder im Internet unter www.frankenpost.de. Foto: Sammer
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Hof - 60 Scheinwerfer erhellen die St.-Michaelis-Kirche, fünf Kameras des Bayerischen Rundfunks (BR) halten das Geschehen fest: Nach 20 Jahren Mauerfall ist die Botschaft an die Menschen in Ost und West beim Dankgottesdienst am Sonntag in der Kirche in Hof eindeutig: Es ist der Wunsch, dass nach der äußeren Einheit nun auch die innere Einheit vollzogen wird. Dass die Menschen nicht mehr in "Ost und West" denken, sondern eins werden lässt, in ihrer gemeinsamen Heimat, in Deutschland. "Aufeinander zugehen" lautete das Motto des Dankgottesdienstes, der das "Wunder einer friedlichen Revolution" wieder lebendig werden ließ.

Zeugen dieses Dialog-Gottesdienstes mit dem Hofer Dekan Günter Saalfrank, dem Plauener Superintendenten Matthias Bartsch, der Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner aus Bayreuth sowie vier Zeitzeugen, wurden aber nicht nur die rund 500 Besucher aus den Regionen Hof und Plauen, sondern auch Hunderttausende an den Bildschirmen daheim. Der BR und der MDR übertrugen die feierliche Stunde zwischen 10 und 11 Uhr live. Musikalisch wurde sie von einem 70-köpfigen Chor, bestehend aus Michaelis-Kantorei und Vokalensemble Plauen, dem Ost-West-Ensemble "Blech ohne Grenzen" und Reinhard Wachinger an der Orgel in Szene gesetzt. Begeisterte Zuschauerreaktionen kamen laut Dekan Günter Saalfrank aus der ganzen Bundesrepublik, ja sogar aus Wien und Tschechien. "Die Menschen haben den Gottesdienst als bunt und abwechslungsreich empfunden" - Die Vergangenheit sei überzeugend aufgearbeitet worden.

Probleme inbegriffen

Saalfrank: "Wir wollten die Zeit nicht schön färben, sondern haben auch wirtschaftliche Probleme bewusst nicht verschwiegen." Einen großen Beitrag lieferten die Zeitzeugen: Da ging auf der einen Seite nun endlich die ewige Sehnsucht nach der Reisefreiheit in Erfüllung, und doch beschlich so manchem Zweifel: "Was soll aus uns werden in dieser uns fremden Welt?" Auf der anderen Seite freute man sich, Verwandte aus der DDR wieder in die Arme schließen zu können. In einer pantomimischen Szene bauten die "Kameleons" an der "inneren Einheit", die nach noch mehr Toleranz, Gemeinsamkeit, Vertrauen und Zuversicht verlangt.

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