Hof - Am Anfang war es ein Schock für Bewohner und Beschäftigte: Das Bischof-Meiser-Heim schließt zum Jahresende! Erst vor einigen Monaten ist das 50-jährige Bestehen des Seniorenheims gefeiert worden. "Aber jetzt haben sich die Gemüter schon wieder etwas beruhigt", sagt Heimleiter Thomas Flach. "Einige unserer Senioren sind bereits umgezogen, und auch ihre Angehörigen sind zufrieden mit der gefundenen Lösung."
Die Diakonie Hochfranken hat beschlossen, das Heim zu schließen, weil an eine Senioreneinrichtung in Zukunft andere Anforderungen gestellt werden als noch vor einigen Jahren. Die aber waren in dem alten Haus am Bahnhofsplatz, einem ehemaligen Hotel, nicht mehr zu verwirklichen. "Unsere Fachplaner haben uns klar gemacht, dass da auch hohe Investitionen nichts nützen würden", sagt Geschäftsführer Martin Abt. "Eine Sanierung wäre sowieso bei laufendem Betrieb nicht möglich gewesen."
Arbeitsplätze bleiben erhalten
Mit 53 Senioren war das Heim bis jetzt voll besetzt. Nun gilt es, für alle einen neuen Heimplatz zu finden und für die 47 Beschäftigten neue Arbeitsplätze. "Es gibt individuelle Unterstützung bei den Umzügen", erläutert Abt. "Die Bewohner werden bevorzugt behandelt in allen Einrichtungen in Stadt und Landkreis Hof. Auch allen Beschäftigten machen wir ein Angebot, niemand steht auf der Straße." Für die Hälfte der Mitarbeiter werde sich nur der Arbeitsplatz ändern, für die anderen gälten lange Übergangsfristen. Selbstverständlich passiere alles in Zusammenarbeit mit der Mitarbeitervertretung.
Überhaupt wird Wert gelegt auf Konsens. Auch Christine Kelpin, Fachbereichssekretärin bei der Gewerkschaft ver.di in Hof, ist der Ansicht, dass die Sache auf einem guten Weg ist. "Nach Rücksprache mit den Mitarbeitern, der Mitarbeitervertretung und der Geschäftsführung bin ich zu der Auffassung gekommen, dass der Schritt gut überlegt ist und neue Perspektiven schafft."
Zwar sei alles etwas schnell gegangen - "aber besser jetzt als später, wenn vielleicht nicht mehr für alle Beschäftigten ein Arbeitsplatz gefunden werden kann". Der Bedarf an stationären Plätzen in der Stadt Hof sei gedeckt. Den Beschäftigten werde sie arbeitsrechtlich Schutz gewähren. Für die Senioren sei der Umzug natürlich eine Belastung. "Da muss man sehr behutsam vorgehen."
Heimleiter Flach ist da zuversichtlich. "Wir versuchen, alle Wünsche zu erfüllen und auch gewachsene Bindungen der Senioren innerhalb des Heims zu berücksichtigen." Die Ansprüche der Gesellschaft an ein Seniorenheim hätten sich geändert. "Niemand will mehr nur die funktionale Pflege. Es gilt, das Leben in den letzten Jahren noch gut zu gestalten. Trocken, sauber, satt - das ist heute nicht mehr genug!"
Er verweist auf moderne Einrichtungen wie in Helmbrechts, Konradsreuth oder im Mehrgenerationenhaus in Rehau, das im Sommer eröffnet wird. "Das sind ganz andere Welten!" Bislang seien im Bischof-Meiser-Haus alle Auflagen erfüllt worden, versichert Geschäftsführer Martin Abt. "Aber neue Konzepte sehen Haus- und Wohngemeinschaften vor. Das ist in einem Haus wie diesem nicht zu machen."
Was mit dem Gebäude weiterhin geschieht, steht laut Abt noch nicht fest. Es gebe verschiedene Optionen. Die Diakonie Hochfranken habe in den letzten Jahren über 20 Arbeitsplätze im Bahnhofsviertel geschaffen.


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