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Ressort Hof-Stadt
Erschienen am 03.04.2010 00:00
Protest gegen Schließung des Altenheims
Stellungnahme | Seniorenrat sieht die Gründe nicht ein und weist auf Härten hin.
Von Lisbeth Kaupenjohann

Hof - Unmut hat die zum Jahresende geplante Schließung des Bischof-Meiser-Hauses durch die Diakonie Hochfranken beim Seniorenrat der Stadt Hof erzeugt.

"Das Haus hatte bisher einen guten Ruf und war immer voll belegt", sagt Vorsitzende Anneliese Hüttner. Und Erika Endl, die selbst über Jahre Pflegedienstleiterin im Bischof-Meiser-Haus war, weist darauf hin, dass das Haus erst 1994 kernsaniert wurde. Erst letztes Jahr habe man das Dachgeschoss ausgebaut.

Vielfalt gefragt

Natürlich müsse man immer wieder dazulernen und neue Wege gehen, was die Betreuung und Pflege der Senioren heute und in Zukunft betrifft. "Aber wieso muss denn ein Heim wie das andere sein?", fragt Hüttner. Vielfalt sei gefragt.

Manfred Möckl vom Caritas-Vorstand verweist darauf, dass in Hof über 30 Prozent ältere Menschen wohnen. Der Bedarf an Heimplätzen wachse. Er befürchtet längere Wartezeiten, wenn das Bischof-Meiser-Haus - ohne Not, wie er meint - geschlossen wird. "Die Leute bleiben heute so lange wie möglich zu Hause wohnen, so dass in den Heimen vor allem Pflegefälle zu betreuen sind. Und die haben andere Ansprüche", versichert Erika Endel. Sie wisse aus langer Erfahrung, dass die pflegebedürftigen Senioren sich lieber zurückziehen. Gruppenarbeit sei da wenig gefragt.

Die Seniorenräte Elisabeth Höllein, Horst Neidhart, Antonia Ramming und Barbara Trees verweisen auf die Belastung für die Heimbewohner, wenn sie aus vertrauter Umgebung herausgerissen werden, neue Pfleger akzeptieren und sich neu orientieren müssen. Wenn ein Ortswechsel nötig sei, könnte das auch für die Angehörigen ohne Auto problematisch werden. Die Kompaktheit und gute Erreichbarkeit des Bischof-Meiser-Hauses habe seine Vorteile. Auch müsse man an die Bevölkerung im Bahnhofsviertel denken.

Kritik üben die Seniorenräte vor allem an der "Knall-auf-Fall-Schließung", wie sie es nennen. Gewünscht hätte man sich auch, von den Betreibern im Vorfeld in die Beratung einbezogen zu werden. Nun bleibe wohl nichts übrig, als wenigstens Flagge zu zeigen.

 
 

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