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Hof - Wer hätte das vor fünf Jahren gedacht, dass die "Inkurabel" bald zu klein sein wird für eine soziale Einrichtung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Bedürftige mit (fast) kostenlosen Lebensmitteln zu versorgen. 250 Tüten wurden damals, kurz nach der Gründung, jeden Samstag bereitgestellt - heute sind es rund 750. Das historische Gebäude in der Pfarr war dem Ansturm zuletzt nicht mehr gewachsen. Daher hat sich die "Hofer Tafel" nach neuen Räumlichkeiten umgesehen. Fündig wurde sie in der Jägerzeile, kurz vor der Einmündung Pinzigweg, unweit der Christian-Wolfrum-Schule. Im Haus Nummer 47, wo zuvor ein Getränkemarkt firmierte, kann die Arbeit jetzt unter wesentlich günstigeren Bedingungen fortgesetzt werden.
Dr. Friedrich Sticht, Gründer und Vorsitzender der "Tafel", führt durch die neuen Räume. "Es ist hier nicht nur viel mehr Platz - alle Arbeiten sind vor allem auf einer Ebene zu erledigen. Das ist für unsere Mitarbeiter wie für die Kundschaft ein großer Vorteil", sagt er. Anfang der Woche sind die Regale noch leer. "Wir wissen am Montag noch nie, was am Samstag in den Tüten sein wird", so Sticht. Auf dem neu angeschafften "Brot-Tisch" türmen sich blaue Plastiktüten mit Semmeln. Die gehen jetzt an die Außenstellen in Naila und Schwarzenbach an der Saale, wo allwöchentlich ebenfalls rund 300 Tüten gepackt werden.
Neu: ein Gabelstapler
Gerade ist eine Lieferung Mineralwasser eingetroffen. Stolz zeigt Sticht auf den Gabelstapler, der jetzt angeschafft wurde. Auf dem gefliesten Boden hat er leichtes Spiel, ob er nun Getränke-Kästen oder schwere Warenkörbe transportieren muss. Die Bandscheiben der bis zu 50 ehrenamtlich Beschäftigten werden künftig geschont.
"Unsere Mitarbeiter sind sehr zufrieden mit den neuen Verhältnissen", so der Vorsitzende. "Sie können jetzt viel entspannter ans Werk gehen. Es gibt jetzt auch einen Sozialraum, wo man bei einer Tasse Kaffee einmal verschnaufen kann." All die neuen Errungenschaften, zu denen auch noch diverse Einrichtungsgegenstände gehören, konnten nach seinen Worten kostenlos oder zu sehr günstigen Preisen erworben werden. Auch die Renovierungsarbeiten und der Umzug wurden von engagierten Ehrenamtlichen unentgeltlich durchgeführt. Für den Unterhalt des Gebäudes und die laufenden Kosten muss der gemeinnützige Verein selbst aufkommen.
Am letzten Samstag ab acht Uhr bereiteten die Mitarbeiter wie immer die Tüten vor. Um zehn Uhr herrschte dann erst einmal dichtes Gedränge auf dem großen Parkplatz vor dem Eingangsbereich. "Bei uns holen sich die Menschen nicht nur Lebensmittel ab, sie nutzen die Gelegenheit auch, um ins Gespräch zu kommen, man tauscht sich aus", berichtet der Vorsitzende. Drei Gruppen bildeten sich dann rasch: Behinderte, Familien, Alleinstehende. Wie immer hieß Dr. Sticht die Kundschaft an der Tür persönlich willkommen. "Man kennt sich ja, und so läuft alles entspannter ab."
Wer nicht lange warten will, ist gut beraten, vorbeizuschauen, wenn der erste Ansturm am Vormittag vorüber ist. In drei Sprachen klappt die Verständigung: Deutsch, Russisch und Türkisch. "Glücklicherweise haben wir Mitarbeiter, die übersetzen können", sagt der Vorsitzende.
Jeder Kunde legt seinen Berechtigungsschein vor, den die Sozialverbände ausstellen, und zahlt eine Spende von 1,50 Euro. Dann bekommt er am Ausgabetisch seine Tüte mit Lebensmitteln und was es an Sonderrationen noch so gibt. Zählt die Familie fünf Personen oder mehr, kann man auch zwei Tüten bekommen. Auf besondere Wünsche - etwa auf den Verzicht von Schweinefleisch - wird Rücksicht genommen.
Da die Zahl derer, die auf die "Tafel" angewiesen sind, in Zukunft wohl noch zunehmen wird, hofft Dr. Friedrich Sticht, dass die Zahl der Spenden - Lebensmittel oder Bargeld - sich weiterhin positiv entwickelt. Auch ehrenamtliche Mitarbeiter sind willkommen - vor allem Männer, die am Nachmittag tatkräftig mit anpacken. Wer helfen will, kann sich unter der Telefonnummer 09281/
1407860melden.


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