![]() |
|
|
|
||
HOF – „Ich hoffe, dass die Verlage die kuriosen Namen überhaupt noch führen“, sagt Georg Stanek. „Ich habe sogar einen Orgelkomponisten mit ‚Q‘ gefunden – Quadflieg.“ Stadt- und Dekanatskantor Stanek beginnt am Samstag wieder mit den Marktandachten in der Michaeliskirche. Und da, seitdem er die musikalischen Andachten thematisch gestaltet, die Besucherzahlen sprunghaft angestiegen sind, hat er sich für die 20 Termine in diesem Jahr wieder ein Motto ausgedacht: Von morgen, dem Samstag vor Pfingsten, bis zum Samstag vor Erntedank Ende September möchte er Werke von Komponisten von A bis Z spielen (siehe Kasten).
„Die Reihenfolge wird nur unterbrochen, wenn Urlaubsvertretungen an der Orgel sitzen“, sagt Stanek. Ansonsten aber lässt der Kantor auf der Heidenreichorgel Kompositionen erklingen, die er sich aus einem dicken Wälzer für Orgelliteratur zusammengesucht hat.
Die Marktandachten haben sich in den vergangenen Jahren gemausert: vom „öffentlichen Üben“ des Kantors mit teils einstelligen Besucherzahlen bis zuletzt konstant 70 bis 120 Gästen, die am Samstagvormittag im Kirchenschiff saßen. „Die restaurierte Orgel mit ihrem bestechenden Klang bietet da natürlich mehr Möglichkeiten“, weiß Georg Stanek – und ganz neue Hörerlebnisse für Besucher.
Die bekommen, je ab 10.45 Uhr, insgesamt etwa 20 Minuten Musik zu hören – unterbrochen von einer kurzen Andacht. „Dazu verkaufen wir wieder Orgelpralinen, und um Spenden wird freilich auch gebeten“, so der Kantor. Ein Teil der Restaurationskosten für die Orgel nämlich steht noch offen.
——————
Fuge und Choral
——————
Komponisten-spezifisch sind die Andachten in diesem Jahr angelegt – deshalb verzichtet Georg Stanek bewusst auf Stil- und Epochentrennungen. Morgen beispielsweise wird von frühklassischer Fuge bis Choralbearbeitung verschiedenes zu hören sein. Die Komponisten Alain, Ahrens und Albin stehen auf dem Programm.
Für den Kantor sind die gut 20-minütigen Konzerte durchaus mit einigem Aufwand verbunden: Je nach Stück und Übeaufwand – vor allem die Registrierungen will er den Vorgaben der Komponisten entsprechend umsetzen – arbeitet er oft drei Stunden an einer Andacht.
Sein Publikum an den Samstagen kennt der Kantor dabei ziemlich genau. Neben einigen Stammgästen kämen viele Gemeindemitglieder zum Zuhören in die Kirche – aber auch Touristen oder normale Marktbesucher. „Das erzeugt eine sehr schöne Atmosphäre, wenn zwischendurch die Einkaufstüten rascheln.“ cp


Drucken
Speichern
Versenden












