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Ressort Hof-Stadt
Erschienen am 02.06.2007 00:00
PAKET-ZUSTELLER ALS GEFRAGTER MUSIKER
Mit „Dreamer“ einen Traum leben
Martin Müller aus Hof singt bei „Breakfast in L.E.“ aus Leipzig die großen Hits von Supertramp
1970 hat er als Trommler im Spielmannszug angefangen – sein musikalischer Weg hat den Hofer Martin Müller über verschiedenste Bands bis zu einer professionellen Supertramp-Tribute-Band in Leipzig geführt, in der er heute singt.
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Ob „Dreamer“ oder „Logical Song“: Martin Müller und die Supertramp-Tribute-Band möchten ihre Idole musikalisch wieder auferstehen lassen
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HOF – Wenn in Martin Müllers Wohnzimmer der „Dreamer“ durch die Lautsprecher quillt, dann hört sich das sehr nach Roger Hodgson an – und ein klein wenig nach Martin Müller. „Hundertprozentig kriegst du das nie raus“, sagt Martin Müller. Wenn der End-Vierziger aber am Abend sein gelbes Postauto abgestellt hat, dann legt er auch seinen bürgerlichen Namen ab. Dann kennt man ihn als Maertel Monroe, unter seinem Künstlernamen. Und dann singt Martin Müller als Maertel Monroe, und versucht so zu klingen wie Roger Hodgson – einer der Gründer der legendären Band Supertramp.

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Jahrelange Suche

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Seit einem guten Jahr ist Martin Müller Lead-Sänger bei „Breakfast in L.E.“ – einer Supertramp-Tribute-Band aus Leipzig. Sechs Profimusiker, die meisten aus der sächsischen Stadt, arbeiten seit drei Jahren daran, den original Supertramp-Sound wieder auferstehen zu lassen. Was ihnen lange fehlte, ist ein Sänger. Einer, der das hohe Niveau der virtuosen Instrumentalisten stimmlich fortsetzt. Einer, der den großen Anforderungen des Sing-Stils eines Roger Hodgson gewachsen ist. Jahrelang suchen sie deutschlandweit nach einem Sänger – bis ihnen, über Umwege, Martin Müllers Telefonnummer in die Hände fällt.

„Kai Rohr, einer der Gründer des Supertramp-Projekts, hat mich angerufen, ich soll zum Vorsingen ins Tonstudio kommen“, erzählt der Hofer. Als einziger der drei eingeladenen Sänger bringt er die langen, hohen Töne in „Logical Song“ und „Dreamer“ – und wird genommen.

Zwei Mal in der Woche fährt er seitdem nach Leipzig zum Proben, immer für einige Stunden. In der vergangenen Woche stand die Arbeit mit dem dortigen Jugendsymphonieorchester auf dem Plan: Zum Leipziger Stadtfest treten Band und Orchester zusammen auf.

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Formel 1 und Tatort

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Für Martin Müller und „Breakfast in L.E.“ beginnt in diesen Wochen die Konzert-Saison, mit Auftritten in ganz Deutschland. Der Hofer hat bereits mit vielen verschiedenen Gruppen und Kapellen gespielt, hatte seine eigenen Bands, hat TV-Aufzeichnungen und Platten-Aufnahmen gemacht. „Mit den ‚Acrobats‘ hatten wir sogar ein ‚Formel 1‘-Video“, erzählt er. „Und wir haben die Musik für einen ‚Tatort‘ gemacht.“

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Mit „Dreamer“ einen Traum leben
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Die Spider Murphy Gang hat er schon hinter der gemeinsamen Bühne getroffen, genauso wie die Münchner Freiheit. Und Ralph Siegel ist ein ziemlich netter Kerl, mit dem man gut Witze erzählen kann, sagt Martin Müller. Vom Spielmannszug über die Oberhartmannsreuther, von der „Hofer Bigband“ zu „Foxtrot“ reichen die Geschichten, die Martin Müller erzählen kann.

Als Elfjähriger hat er angefangen, Musik zu machen. Als Trommler und Schlagzeuger jahrelang. Später, bei den Ran Dellis, kommt er immer mehr zum Singen. Wird zuerst zum singenden Schlagzeuger, später zum Leadsänger seiner eigenen Bands. Noten lesen, so sagt er, kann er bis heute nicht.

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Revolutionär

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Im musikalischen Werdegang des Hofer Paket-Zustellers gibt es immer wieder Umwälzungen und Veränderungen. Und manchmal läuft die Trennung von einer Band oder von Musiker-Kollegen nicht immer ganz harmonisch ab. „Aber mit den meisten kommt man irgendwann wieder gut aus“, sagt er. Als er im vergangenen Jahr bei seiner letzten Gruppe „Candy“ aussteigt, ist er „tatsächlich mal eine ganze Woche lang ohne Band“. Bis Kai Rohr vom Supertramp-Projekt anruft. Und Martin Müller zum Vorsingen einlädt.

Für den Hofer, der schon viel von „Marianne und Michael“ bis Glitter Rock gespielt und gesungen hat, ist Supertramp heilig. „Ich war im ersten Lehrjahr, als sie ihr Album ‚Crime of the Century‘ herausgebracht haben – dieser Sound war damals revolutionär“, sagt Martin Müller. „Und der ‚Dreamer‘ war mein Zugang dazu.“

So steht Martin Müller zweimal in der Woche in Leipzig im Probenraum oder im Aufnahmestudio, hält die Kopfhörer fest und singt ins Mikro. Oder er steht auf einer Bühne irgendwo in Deutschland und versucht, Roger Hodgson so gut wie möglich zu imitieren. Und dabei hört sich Martin Müller als Maertel Monroe beinahe genauso an, wie sein Idol selbst. CHRISTOPH PLASS

 
 

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