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HOF – Es sind schon dramatische Zahlen, die dem Kinderschutzbund Hof große Sorgen bereiten. 1500 Kinder und Jugendliche müssen in Hof, wie Vorsitzende Ingeborg Poswa im Gespräch mit unserer Zeitung sagt, von Hartz IV und Sozialgeld leben. Davon will der Kinderschutzbund 100 Mädchen und Jungen mit einer neuen Aktion zum Schulanfang erreichen. „Wir haben uns entschlossen, dass wir allen Schulanfängern in der Stadt, die mit Hartz IV auskommen müssen, 30 Euro, die ausschließlich für Schulsachen sind, schenken“, sagt Els Kindervatter, die seit 1998 als Familienhelferin für den Kinderschutzbund arbeitet.
Für die Organisation stellt diese finanzielle Unterstützung einen Kraftakt dar. 3000 Euro, so Poswa, seien für den Kinderschutzbund eine „Stange Geld“. „Das Ganze wurde nur möglich durch Geldauflagen von Gerichten und der Staatsanwaltschaft, Spenden der FAB-Stadtratsfraktion und der Unterstützung eines Drogeriemarkts“, erklärt Poswa.
Darüber hinaus habe sich der Kinderschutzbund zu Schulanfang ein Bündel an Maßnahmen überlegt, um den „Horror-Monat September“ für Familien, die jeden Cent zwei Mal umdrehen müssen, etwas erträglicher zu gestalten. Dazu gehören, wie Poswa sagt, ein Kinderbekleidungs-Flohmarkt zum Weltkindertag und die zehn neuen Schulranzen, die mit Hilfe von Sponsoren angeschafft werden konnten.
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2,67 Euro pro Tag
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Aber Poswa und Kindervatter wissen natürlich nur zu genau, dass nicht nur die Abc-Schützen zum Schulanfang viele neue Sachen brauchen; bei älteren Kindern ist das nicht anders: Da werden Stifte fürs Federmäppchen benötigt, unzählige Hefte, Blöcke und Bücher auch. Zehn oder 15 Euro für eine Wanderung oder einen Schulausflug seien, so Els Kindervatter, für manche Eltern gar nicht mehr zu stemmen. Es sei kein Einzelfall, dass Erziehungsberechtigte nicht genügend Geld haben, dass ihre Kinder an Abschlussfahrten teilnehmen können. Was dies für die Jugendliche bedeute, könne sich jeder ausrechnen. Die Schüler werden von den Klassenkameraden gehänselt; sie fühlen sich ausgegrenzt.
Auch das Essensgeld, das in einem Hort oder in einer Ganz-Tages-Klasse bezahlt werden müsse, bedeutet für Hartz-IV-Empfänger Ausgaben, die ihr Budget bisweilen weit überschreiten. Poswa rechnet vor, dass zum Beispiel ein Mittagessen in der Sophienschule 2,30 Euro kostet. 2,67 Euro pro Tag gibt’s aber nur für ein Kind unter 14 Jahren. „Da kann sich jeder ausmalen, dass das Geld hinten und vorne nicht reichen kann. Die Kinder brauchen ja noch zum Frühstück und Abendessen etwas zu essen“, sagt Poswa.
Ein weiteres Beispiel: 53 Euro werden Hartz-IV-Empfängern jährlich für Schuhe ihres Kindes bezahlt. Wenn die Kleinen Haus-, Sport- oder Winterschuhe brauchen, sei das Geld schnell verbraucht.
„Wir dürfen es uns nicht erlauben, so viele Kinder in Armut aufwachsen zu lassen. Die Folgen davon werden riesengroß sein“, macht Poswa klar. Kritik an der Stadt übt sie nicht, weil ihr bewusst ist, dass dort trotz der engen Kasse das Mögliche gemacht werde, aber die große Politik nimmt sie schon in die Pflicht: „Da muss viel gemacht werden. Sonst brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn Heranwachsende zum Extremismus abgleiten“, so die Vorsitzende.
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Computer wichtiger?
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Auch zu den Fördervereinen, die es mittlerweile an vielen Schulen gibt, hat Ingeborg Poswa eine geteilte Meinung. Sie hält es zwar für ausgesprochen löblich, dass sich die Mitglieder stark engagieren und zum Beispiel Computer für die Schulen kaufen. Ein Aber gibt es dennoch: „Mancher Förderverein sollte vielleicht auch einmal an die armen Kinder denken. Da gibt es viel zu viele – auch in Hof.“ mavie


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