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Ressort Hof-Stadt
Erschienen am 10.01.2008 00:00
„Man sollte den Fachleuten vertrauen“
Eisbär-Drama | Hofer Zoo-Chef Gutkowski verfolgt Meldungen aus Nürnberger Tierpark
Hof – Vilma frisst ihren Nachwuchs, Vera verstößt ihr Junges: Die Eisbär-Mütter im Nürnberger Zoo kommen nicht aus den Schlagzeilen. Einer, der die täglich neuen Meldungen interessiert verfolgt, ist der Hofer Zoo-Chef Janusz Gutkowski. Wir sprachen mit ihm gestern über das große Interesse an kleinen Eisbären.
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Janusz Gutkowski, Leiter des Zoologischen Gartens in Hof
Bild:  
Herr Gutkowski, warum stürzen sich Medien und Menschen auf die Eisbär-Babys?

Seit „Knut“ ist die Öffentlichkeit an Eisbären interessiert. Was aber in Nürnberg passiert, ist eine traurige Geschichte.

Inwiefern?

Nur wenige Leute wissen etwas über die Hintergründe. Es ist nun einmal so, dass Eisbären sehr empfindliche Tiere sind. Es kann durchaus sein, dass eine Mutter ihren Nachwuchs nicht großzieht. Man muss wissen, dass Eisbären-Babys in der Natur erst im Frühling die Höhle verlassen.

Der Vize-Chef des Nürnberger Zoos, Helmut Mägdefrau, steht wegen einiger seiner Aussagen in der Kritik...

Die Verantwortlichen stehen wegen der großen Öffentlichkeit unter Druck, das Richtige zu tun. Als Zooleiter in Hof bin ich sicher nicht befugt, den Experten aus dem größten Tierpark Deutschlands Ratschläge zu geben. Ich kann nur appellieren, den Fachleuten zu vertrauen.

Hatten Sie in der Vergangenheit Kontakt zu Helmut Mägdefrau?

Ja, mehrfach. Seinem Engagement ist es zu verdanken, dass wir ein Gibbon-Männchen hinzu gewonnen haben.

Wie wird nach Ihrer Einschätzung das Eisbär-Drama von Nürnberg enden?

Wir wissen nicht, was passieren wird. Das Baby wird jetzt zum Flaschenkind. Wenn das Junge durchkommt, wird es zu einer Attraktion wie Knut in Berlin.

Ist Eisbär-Nachwuchs eine zoologische Rarität?

Ja, es ist eine Seltenheit. Ein Erfolg für die Zucht eines Tierparks. Ein Eisbär, der Junge bekommt – das ist für einen Tierpark wie ein Lottogewinn. Die Tierart ist vom Aussterben bedroht.

Aber für Hof kommt ein Eisbären-Gehege nicht in Frage – oder?

Dazu sind wir einfach zu klein und eine Umgestaltung für Eisbären käme zu teuer.

Kann auch der Hofer Zoo mit Nachwuchs aufwarten?

Erst vor wenigen Tagen haben die Süßwasser-Rochen – das sind Fische aus dem Amazonas-Gebiet – drei Junge bekommen. Wir haben uns gefreut, denn so etwas gelingt nur selten.

Was bietet der Zoo an neuen Attraktionen?

Känguru-Gehege und Voliere können wir den Besuchern seit August anbieten. In diesem Jahr soll das Luchsgehege neu gebaut werden und wir wollen ein begehbares Halbaffen-Gehege anlegen. Die Baugenehmigung ist beantragt, die Finanzierung ist noch nicht endgültig geklärt.

Wie viele Besucher erwarten Sie 2008?

Im vergangenen Jahr haben wir die Besucherzahl auf den Rekordwert von 57 857 steigern können. Wir peilen heuer mehr als 60 000 Gäste an. In unserem Einzugsgebiet wohnen etwa 350 000 Menschen – das Potenzial ist also groß.

 Interview: J. F.

Bilder vom Nürnberger Eisbären-Baby finden Sie hier:


Artikel mit Diashow!Eisbären-Baby im Nürnberger Zoo
 
 

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