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Hof – Prunkvolle, festliche Fanfarenklänge lassen am Samstagabend eine feierliche Stimmung in der Michaeliskirche aufkommen, bevor Dekan Günter Saalfrank zusammenfasst, worum es geht: Um die „Erfolgsgeschichte der Nächstenliebe“. Als „Segen für die Region“ bezeichnet er die Aktion „Hilfe für Nachbarn“ und resümiert: „Alle Spender setzen ein Zeichen für die Nächstenliebe und gegen soziale Kälte in unserer Region“.
Das Benefizkonzert zugunsten der Aktion „Hilfe für Nachbarn“, initiiert von Frankenpost und den Sparkassen Hof und Fichtelgebirge, wurde gestaltet vom Bezirkschor der Posaunenchöre des Hofer Dekanats unter der Leitung von Dekanatskantor Georg Stanek, dem Nailaer Organist Michael Dorn, Frankenpost-Redaktionsdirektor Werner Mergner und Dekan Günter Saalfrank.
In drei Sequenzen zwischen den musikalischen Nummern erläutert Werner Mergner Organisation und Ziele von „Hilfe für Nachbarn“. So ist beispielsweise zu erfahren, dass bei der Aktion, die bereits ins neunte Jahr geht, der Reinerlös „Schwachen und Pechvögeln der Ellenbogengesellschaft“ zugute kommt – alle Verwaltungs- und Nebenkosten werden von den Initiatoren getragen. Die von Werner Mergner, Reinhard Gerstner und Bernd Würstl ins Leben gerufene Aktion möchte Menschen helfen, die unverschuldet in Not geraten sind und sich selbst nicht mehr daraus befreien können – und konnte dies seit dem Gründungsjahr mit Spendengeldern in Höhe von einer Million Euro tun.
Der ursprüngliche Gedanke sei gewesen, Menschen nach Brandkatastrophen oder schweren Unfällen zu helfen, doch die Realität sehe anders aus: Vermittelt durch Diakonie, Caritas, Rotes Kreuz und Hofer Tafel, die direkt mit notleidenden Menschen in Berührung kommen, gehen 90 Prozent der Spenden an alleinerziehende Mütter, die „am 25. des Monats nicht mehr wissen, wie sie ihren Kindern etwas zu essen kaufen sollen“, an ältere Personen mit Kleinst-Renten, die ihre Nebenkosten nicht mehr bezahlen können oder an gering verdienende Familien. Da vor allem Kinder oft die Leidtragenden der Notsituationen sind, unterstützt „Hilfe für Nachbarn“ momentan verstärkt Kindergärten.
Die 180 000 Euro, die 2008 gespendet wurden, waren schon im Juli aufgebraucht, und nur einer großzügigen Einzelspende ist es zu verdanken, dass die Aktion auch weiterhin helfen kann. Tatsächlich gibt es, wie Werner Mergner ausführt, mehr bedürftige Leute im reichen Deutschland, als man denkt.
Im Gebet mit Dekan Saalfrank und dem gemeinsamen Lied „Liebe ist nicht nur ein Wort“ bekommen die Besucher die Möglichkeit, Mergners Worte zu reflektieren, und auch die Darbietungen des Bezirksposaunenchores geben Gelegenheit dazu. Leiter Georg Stanek trifft in doppelter Hinsicht den richtigen Ton: Zum einen hat er durchgehend festlich-feierliches Repertoire ausgewählt, das ganz optimistisch die Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft, die der Aktion eigen sind, widerspiegeln. Zum anderen hat er Werke und Bearbeitungen gefunden, die dem Bezirksposaunenchor wie auf den Leib geschneidert sind und so die Vorzüge der Gruppe bestens zum Vorschein bringen.
Ob Bach, Haydn oder Max Bruch, ob schlichter Choralsatz, romantische Fanfarenklänge oder die swingende Spiritual-Bearbeitung: In großer Geschlossenheit und interessanter dynamischer Differenzierung sorgt die Gruppe für beste musikalische Unterhaltung. Ebenso der Organist Michael Dorn, der mit der gewaltigen, hochvirtuosen Fantasie und Fuge in B-Dur von Alexandre Pierre Böely in teilweise fast bedrohlicher Chromatik die Heidenreich-Orgel zum Jubilieren bringt – musikalische Nächstenliebe, die Hoffnung wachsen lässt. Christine Wild


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