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Pilgramsreuth – Die Gemeinde Pilgramsreuth hat mit dem Feiern begonnen. Am Sonntag ging der erste Akt ihres großen Jubiläumsjahrs über die Bühne – besser gesagt, den Altarraum. Zur Auftaktveranstaltung von „700 Jahre Kirche in Pilgramsreuth“ trafen sich mehr als 150 Gäste zu Festgottesdienst und Empfang. Dabei wurden nicht nur viele gute Wünsche an den Mann gebracht, sondern auch gemeinsam auf eine recht bewegte Vergangenheit geblickt.
„Allgemeiner Tenor der Redner war natürlich die Aussage, dass die Kirche in Pilgramsreuth ein bemerkenswerter Bau für ein solches Dorf ist“, sagt am Montag Pfarrer Andreas Pannicke. Seine Gemeinde hatte am Sonntagvormittag eingeladen, und er hatte den liturgischen Teil des Gottesdienstes übernommen.
Nicht nur, da der Bau an sich weithin bekannt ist, waren am Sonntag viele Gäste zum Gratulieren gekommen: Neben dem Gotteshaus feierten sie alle vor allem auch die Kirchengemeinde selbst.
„Ich empfinde die Gemeinde immer als eine sehr lebendige, quirrlige Gemeinschaft“, berichtet am Montag Dekan Günter Saalfrank. Er durfte am Sonntag predigen, und den Pilgramsreuthern als höhere kirchliche Instanz zu Haus und Gemeinschaft gratulieren. „Die Geschichte zeigt, dass sich die Pilgramsreuther immer für ihr Gotteshaus eingesetzt haben“, weiß der Dekan. Und das, obwohl nicht immer alles friedlich und harmonisch zugegangen ist zwischen den Pilgramsreuthern und ihren Pfarrern.
Reiche Bauern nämlich haben schon mal – aus Protest – zum Gottesdienst-Boykott aufgerufen, ein Pfarrer wollte seine Gemeinde gar am Hofer Gericht verklagen. So ist es der Festschrift zu entnehmen, die – unter Federführung von Gerti Röder entstanden – pünktlich zum Wochenende fertig geworden ist. In Pilgramsreuth und den angrenzenden Ortsteilen ist das kleine Kompendium bereits verteilt worden, Exemplare davon sind noch im Pilgramsreuther Pfarramt zu haben.
Festschrift kommt gut an
„Die Festschrift ist allgemein sehr gelobt worden“, freut sich denn am Montag auch Pfarrer Andreas Pannicke. Und Dekan Saalfrank erklärt, warum: „Darin wurde nicht alles vergoldet und weichgespült, die Schrift zeigt die Höhen des Gemeindelebens ebenso auf wie die Tiefen – das macht eine Gemeinde sehr sympathisch.“
Neben dem Dekan und Vertretern der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden in Rehau gehörten auch einige weltliche Geladene zu den Gastrednern. Stellvertretender Landrat Klaus Adelt und Bürgermeister Michael Abraham schickten ihre Grußworte durch die Reihen der Zuhörer, Hans Fuchs sprach für den Verein für Kirche und Kultur in Pilgramsreuth.
Die Kirche sei eben nicht nur kulturhistorisch von Bedeutung – sie sei genauso Raum der Andacht und der Korrektur seiner selbst. Jener Ort der Besinnung und des Gebets nämlich sei untrennbar mit der Geschichte der Familien und der Menschen in Pilgramsreuth verbunden. Wer dort geheiratet habe, getauft wurde oder trauern musste, werde das immer mit dem Gotteshaus in Verbindung bringen.
„Geistliches und Weltliches kann man oft genug nicht voneinander trennen“, sagt Andreas Pannicke. Deshalb habe er sich auch über die vielen Besucher und Gratulanten aus Politik und Co. gefreut. „Die Menschen sind verbunden mit ihrer Kirche. Mich freut die Zusammengehörigkeit von Kirche, Gemeinde, der ganzen Bewohnerschaft.“
In diese Richtung geht auch Dekan Günter Saalfrank: „Ich bin begeistert, dass die Pilgramsreuther ihr Jubiläum nicht nur auf einen Tag reduzieren – sie feiern es ein ganzes Jahr lang, unter völlig unterschiedlichen Aspekten. “
Beim Festausschuss der Pilgramsreuther Kirchengemeinde gehen derweil die Planungen weiter: Der nächste Termin im Rahmen des Jubiläumsjahres ist der 1. Mai. Nach dem Maibaumaufstellen wird dann am Gemeindehaus zum Festbetrieb mit Gegrilltem und Schweinebraten eingeladen.
Dekan Saalfrank übrigens will vom Jubeljahr so viel mitnehmen, wie es geht. Da ist nicht nur der Festgottesdienst mit Landesbischof Friedrich am 21. September Pflicht – Saalfrank: „Wenn ich es zeitlich schaffe, möchte ich mir auch das Pfarrscheunen-Kabarett einmal anhören.“ cp


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