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Mit Verkaufs- oder Downloadzahlen kann der MC zwar nicht aufwarten, aber die bisher erhaltenen Album-Kritiken bewegen sich wohl überwiegend zwischen den Schulnoten "sehr gut" und "gut". "Na gut, ein paar Hörern ist der Sound auch zu düster", sagt Astad. Aber er lässt sich davon nicht beirren und glaubt an den Erfolg seines Erstlingswerkes.
Und so sind seine Features zustandegekommen: Über Myspace sprach der MC Promoe und Sabac Red an. Mit beiden konnte er sich schnell einigen und schickte erste Beat- und Songgerüste per E-Mail.
Für die brachialen, meist düsteren Beats zeichnen sich Producer wie Crada oder DJ Smoove aus Bamberg verantwortlich. Scratch Dee produzierte die Beats für die eben erwähnten Gastbeiträge, auch Steve Rösiger lieferte einen Beat, der Astad sehr am Herzen liegt. Aber es waren vor allem die Produktionen des Karlsruher Produzententeams Snowgoons, die den musikalischen Nerv des MC getroffen haben.
Wäre DJ Smoove nicht gewesen, wäre das Album wohl auf dem Studiorechner versauert. Bereits vor zwei Jahren begann Astad im Studio von RPM die Aufnahmen für sein Debüt. "Aber bei uns beiden hat einfach die Chemie nicht gestimmt," sagt Astad. Die Charaktere der beiden seien zu ähnlich und konnten sich nicht gewinnbringend ergänzen. "Wir sind beide zu detailverliebt."
Auch wenn RPM "wirklich Lust hatte" das Album fertigzustellen, wurde ab August 2008 bei DJ Smoove weiter an dem Album gearbeitet. "Der Typ ist einfach geil auf Rap, unglaublich!" So wurden wochenweise die bereits eingerappten Texte auf neue Beats gebannt und Astad arbeitete parallel weiter an frischen Texten.
Nachdem bei DJ Smoove der Großteil des Aufnahmeprozesses über die Bühne gegangen ist, sorgte Scratch Dee für den letzten musikalischen Feinschliff von Sophomore Season. Christoph Beyerlein kümmerte sich um das professionelle Klangbild von Astads Debütalbum.
Eigentlich wollte Scratch Dee vor einem Jahr schon die Single "Thirst feat. Promoe" auf seinem Label Pyromusic veröffentlichen, dies verlief zuerst im Sande. Doch die beiden hielten Kontakt. Demnach war es nur eine logische Konsequenz, dass das Album über sein Label erscheint. "Ohne Scratch wäre mein Release sicher anders geworden, nicht so professionell, auch, was die Promotion angeht. Durch seine Erfahrungen mit Pyro und Mellow Mark weiß er einfach, wie man ein Album herausbringen muss."
Thematisch schneidet Astads Album viele Bereiche an. "Jeder Song erzählt seine eigene Story, es gibt nicht den klassichen Ladiestrack oder den Partytrack." Er verarbeitet Sozial- und Medienkritik, reflektiert selbstkritisch seine Vergangenheit oder verteilt Hiebe an die Machthabenden aus Politik und Wirtschaft.
Auf die Frage hin, ob er versucht an Cradas Ruhm teilzuhaben antwortet er schlicht: "Nein, das ist definitiv nicht so. Ich bin keiner dieser Trittbrettfahrer, die aus dem Nichts auftauchen und sich auf eine Freundschaft mit ihm berufen wollen. Wir sind immer noch gute Freunde." Wenn Crada je ein Produzentenalbum veröffentlichen sollte, dann sei er auf jeden Fall mit an Bord.
Er weiß auch, dass die Jam-Szene in Deutschland nahezu tot ist und berichtet von geplanten Festivalauftritten. Sicher aber ist der Termin für seine erste Live-Show am 20. Februar im Nürnberger Basement. "Wie es danach weitergeht, werden wir sehen".
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