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Nomaden haben keine feste Wohnung. Sie ziehen von Ort zu Ort - dorthin, wo ihre Tiere Wasser und Weideland finden. Und Lehrer Barrow begleitet sie. Er unterrichtet an der einzigen reisenden Schule in Kenia, im Osten Afrikas.
An diesem Vormittag sitzen etwa 20 Schüler vor Lehrer Abdullahi Barrow. Die Kinder lernen unter einem schattigen Baum. Die Tafeln mit den Zahlen und Buchstaben sind an den Baumstamm gelehnt. Und die Mädchen und Jungen sitzen auf Strohmatten auf dem sandigen Boden. Im Chor wiederholen sie die Buchstaben des Alphabets. Und die meisten von ihnen sehen begeistert aus.
Denn ihre Eltern und Großeltern hatten nie die Chance, zur Schule zu gehen und lesen und schreiben zu lernen. Fatima und ihre fünf Geschwister sind die ersten in der Familie, die die Buchstaben an der Tafel entziffern können. Ihre Eltern sind sehr stolz darüber.
Normalerweise gehen 45 Kinder in die Nomadenschule. «Die anderen Kinder sind bei den Herden», erklärt der Lehrer. «Sie müssen die Ziegen, Schafe und Kamele hüten. Aber heute Nachmittag kommen sie zur Schule und holen den versäumten Unterricht nach.»
Wenn er diese Kinder unterrichtet hat, ist der Arbeitstag des Lehrers noch nicht vorbei. Denn am Abend bringt er einer Gruppe von Erwachsenen das Lesen und Schreiben bei.
Abdullahi Barrow ist selbst in einer Nomadenfamilie aufgewachsen und kennt das Leben der Viehzüchter. Auch er hat ein Kamel, das die Schultafel, sein Zelt und die Kiste mit den Schulbüchern trägt, wenn es wieder weitergeht. «Morgen brechen wir unsere Zelte ab», sagt er. Seit Januar haben die Nomaden schon mehrmals das Lager gewechselt. Es ist heiß und staubig. Und die Tiere finden nicht mehr genug zu fressen. «Seit drei Jahren hat es in dieser Gegend nicht richtig geregnet», erzählt der Lehrer. «Deswegen müssen die Nomaden öfter weiterziehen.»
Das größte Problem ist, dass die Brunnen und Wasserbecken in der Gegend fast ausgetrocknet sind. Dann bleibt für Menschen und Tiere nur ein großes Wasserloch. Hier trinken, waschen und baden sie, auch wenn das Wasser schon braun ist und gar nicht mehr schmeckt. «Aber es ist Wasser. Und wo Wasser ist, da ist Leben», wiederholt Lehrer Abdullahi Barrow ein altes Sprichwort der Nomaden.






