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Erschienen am 21.11.2007 00:00
50 000 Euro erschlichen und verjubelt
Amtsgericht | Zwei Jahre Knast wegen Vorlage falscher Papiere bei einer Bank
Von Gerd Emich

Kulmbach„Sofortkredit – schnell und unbürokratisch“, solche wohlklingenden Angebote findet man oft in den Kleinanzeigen. Auch ein 33-Jähriger aus dem Vogtland hatte im vergangenen Jahr diesen Verlockungen nicht widerstehen können. Über einen Vermittler erhielt er von einem Kulmbacher Bankhaus ein stattliches Darlehen und musste dafür jetzt beim hiesigen Schöffengericht bitter büßen.

Die Anklage lautete auf Betrug und Urkundenfälschung. Da es um einen Betrag von mehr als 50 000 Euro ging, drohten dem Vogtländer bis zu zehn Jahre Haft. Im März 2006 hatte er Kulmbach frohlockend mit dick gefüllter Börse verlassen. Rund 35 000 Euro hatte ihm das Kreditinstitut nach einem kurzen Gespräch bar ausgezahlt. Ein kleinerer Betrag floss noch auf ein anderes Konto und stattliche 8600 Euro wurden für Kosten und Risikoversicherung einbehalten.

Dubioser Vermittler

Zurückgezahlt hat der 33-Jährige seither nur eine Rate und minimale Beträge von seinen Hartz-IV-Bezügen, von denen er seit einiger Zeit lebt. Eigentlich wäre das seine Privatangelegenheit und nur ein Problem für die Bank; zum Fall für die Justiz wurde die Geschichte, weil sich der Angeklagte den Kredit mit gefälschten Unterlagen erschwindelt hatte.

Eigentlich wollte sich der Vogtländer mit dem Geld an einer Immobilienfinanzierung seines Schwiegervaters beteiligen. Davon war in dem Prozess vor dem Schöffengericht allerdings nicht mehr die Rede. Eher ausweichend gab der 33-Jährige zu, dass die stattliche Summe innerhalb kurzer Zeit „einfach so“ ausgegeben wurde für Klamotten, Urlaub, Freunde und vieles mehr.

Dass der frühere Bauarbeiter überhaupt zu dem Kredit gekommen ist, verdankt er einem Bekannten und dessen Kontakten zu einem dubiosen Vermittler, der angeblich früher Bankdirektor war. Zu einem Gespräch – an unbekanntem Ort – habe er Verdienstbescheinigungen mitgebracht. „Die waren aber zu niedrig. Der Mann schlug daher vor, sie zu fälschen“, berichtete der Vogtländer bei Gericht.

Zwei Mal vorbestraft

Am Computer wurde so aus 1300 Euro netto schnell ein Monatslohn von 3700 Euro. Dem Kulmbacher Kreditinstitut genügte das ohne weitere Prüfung für die Bewilligung eines großzügigen Darlehens. „Das macht bei uns die EDV. Ich habe nur die Beträge eingegeben und der Computer hat die Entscheidung getroffen“, berichtete die Sachbearbeiterin dem Gericht vom üblichen Verfahren bei „Sofortkrediten“.

Der Vogtländer ist zwei Mal vorbestraft, unter anderem wegen Betrugs und Urkundenfälschung sowie wegen Meineids. Außerdem hatte er nicht aus einer Notlage heraus gehandelt. „Sie haben einfach nichts begriffen“, so das Fazit der vorsitzenden Richterin Nicole Allstadt. Mit ihren Kollegen und Staatsanwältin Gabriele Zwißler war sie sich einig, dass der Angeklagte für zwei Jahre hinter Gitter muss. Der Mann kündigte Einspruch an.

 
 

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