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Hof – Es donnert in der Hofer Michaeliskirche. Schier endlos scheinen sich die imposanten Klangwellen der drei Pauken von Wolfgang Schniske von der Empore aus im Kirchenraum zu verteilen, als plötzlich auch die Heidenreich-Orgel unter Georg Staneks Fingern erklingt. Sehr energisch interpretieren die beiden Künstler, die gemeinsam unter dem Titel „Schlagwerk und Orgel“ musizierten, vor allem den ersten und den dritten Satz des Concertino für Orgel und drei Pauken von Günther Krezschmar. Archaische Paukenrhythmen gepaart mit teilweise filigranen, vorwiegend aber gewaltigen, feierlichen Orgelklängen dominieren das eindrucksvolle Werk, mit dem die beiden Künstler ihr Programm abschließen.
Doch zuvor kommen neben den drei Pauken auch Vibrafon und Marimbafon – solo und gemeinsam mit der Orgel – zu Wort. Zunächst präsentieren sich Orgel und Vibrafon zusammen in der atonalen Epiklese von Hans Ludwig Schilling. Glockenartig-gläsern hallen die Klänge des Vibrafons nach und wirken wesentlich unmittelbarer als die zurückgenommene Orgel.
Allerdings nutzt Georg Stanek natürlich auch andere Register und zeigt vor allem in den „Fünf Kontrasten für Orgel“ von Edgar Arro einmal mehr das breite Klangspektrum der Heidenreich-Orgel und sein technisches und interpretatorisches Geschick. Den düsteren Klängen lässt er romantisch-zwitschernde Vesperglocken für Orgel folgen.
Ebenfalls im Rahmen der Tonalität bewegt sich nun Wolfgang Schniske, diesmal allein am Vibrafon, mit dem „Blues for Gilbert“, den Mark Glentworth anlässlich des plötzlichen Todes seines Lehrers Gilbert Webster komponierte. Trauer und Betroffenheit, aber auch einen Rückblick auf gemeinsame positive Erlebnisse schildert Wolfgang Schniske mit großem Einfühlungsvermögen: Mit seinen vier Schlegeln in den Händen kreiert er wunderschöne Harmonien, zwischen denen die Melodiestimme überaus gefühlvoll herausleuchtet.
Den metallischen, oft durchdringenden Klängen des Vibraphons stellt er die hölzerne Wärme des Marimbafons gegenüber. Ganz weich erklingt eine Meditation für Marimbafon und Orgel, bevor Wolfgang Schniske noch einmal solistisch mit „A little prayer“ von Evely Glennie zu hören ist. Aus dem Nichts lässt er die weichen Klänge ganz langsam anschwellen, um schließlich, unentwegt tremolierend, ein meditatives Klanggebet zu kreieren.
Ein breites Spektrum an klanglichen Möglichkeiten trifft auf bedauerlich wenige Zuhörer – und ruft ungeahnte Applausstürme hervor.


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