Gefrees - Der renommierte und traditionsreiche Spezialmaschinenbauer Müller Stanz- und Umformtechnik hat Insolvenz angemeldet. Das Gefreeser Unternehmen mit 79 Mitarbeitern ist ein Opfer der weltweiten Wirtschaftskrise: Im Jahr 2009 ist der Umsatz völlig weggebrochen, die Produktion steht still. Die Beschäftigten erhalten drei Monate lang Insolvenzgeld. Müller ist spezialisiert auf den Bau von Anlagen zum Stanzen, Umformen und Pressen.

Die Fahne weht, aber das Betriebsgelände wirkt verlassen: Bei der Firma Müller ruht die Produktion.
Bild:
Vorläufiger Insolvenzverwalter ist der Bayreuther Rechtsanwalt Dr. Ulrich Graf. Sein Mitarbeiter Siegfried Meisel war gestern, zwei Tage nach der Insolvenzanmeldung, im Werk, um mit Geschäftsführer Heiko Müller die Lage zu sondieren. "Wir sammeln Daten, prüfen und verschaffen uns einen Überblick", berichtete Meisel der Frankenpost.
Er erklärte die Ursachen der Insolvenz. Das Unternehmen habe zwei Standbeine, nämlich die Produktion und die Wartung der Maschinen. Die Produktion sei im vergangenen Jahr total eingebrochen, der Umsatz ging um fast 100 Prozent zurück. "Niemand kaufte neue Maschinen." Kunden von Müller sind zum Beispiel Automobilzulieferer wie Schaeffler (Herzogenaurach), die Firma Meiser Vogtland (Oelsnitz, Hersteller von Metallprodukten) oder Dosenproduzenten für die Lebensmittelbranche.
Das zweite Müller-Standbein, die Wartung von Maschinen, konnte nach Auskunft Meisels den Einbruch im Bereich Produktion nicht auffangen.
Die Zukunft des Unternehmens und der 79 Mitarbeiter ist ungewiss. Es sei viel zu früh für eine Aussage, wie es weitergeht, sagte Meisel gestern. Aber: "Wir wollen die Firma erhalten." Es gebe schon Anfragen von Interessenten für eine Übernahme. Nun würden Gespräche mit den Mitarbeitern und Kunden geführt. "Wir gehen jedes einzelne Projekt durch." Zu klären sei, ob georderte Anlagen fertig gestellt werden und ob Aufträge in Aussicht stünden. "Weitere Aussagen wären hochspekulativ", sagte Meisel.

Drucken
Speichern
Versenden















