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Schwarzenbach am Wald - In letzter Minute ist in der Nacht zum Samstag dank eines Großeinsatzes der Rettungskräfte im Raum Schwarzenbach am Wald ein 60-jähriger Mann vor dem Erfrieren gerettet worden. Wie bereits kurz berichtet, war am Freitag gegen 23.30 Uhr ein Notruf des Mannes bei der Integrierten Leitstelle Hochfranken (ILS) eingegangen. Der Mann aus einem Schwarzenbacher Ortsteil gab an, dass er auf dem Nachhauseweg von der Bushaltestelle Gemeinreuth zwischen Straßdorf und Bernstein gestürzt sei und sich im Wald verirrt habe. Der daraufhin alarmierte Helfer vor Ort (HvO) sowie der Rettungsdienst konnten die Person jedoch nicht finden.
Eisige Temperaturen
Daraufhin wurde der Kommandant der Stützpunktwehr Schwarzenbach am Wald, Markus Hannweber, alarmiert, der die Lage weiter erkundete und das weitere Vorgehen mit der Polizei abklärte. Wie Hannweber nach der geglückten Rettungsaktion im Gespräch mit der Frankenpost sagte, durften die Einsatzkräfte aufgrund der eisigen Temperaturen keine Zeit verlieren. Erschwert worden sei der Einsatz dadurch, dass der Einsatz eines Polizeihubschraubers mit Spezialausrüstung (Wärme-/Infrarotkamera) aufgrund der Wetterlage nicht möglich war.
Polizei und Feuerwehr übernahmen gemeinsam die weitere Koordination der Vermisstensuche. Zunächst wurden über die ILS die Feuerwehren Bernstein, Meierhof und Schwarzenbach am Wald sowie die Bergwacht Schwarzenbach am Wald und die Hundestaffel des Roten Kreuzes aus Hof. Die gemeinsame Einsatzleitung aller Beteiligten wurde im Mehrzweckfahrzeug (MZF) der Feuerwehr Schwarzenbach am Wald eingerichtet.
Nach Worten Hannwebers hatte die Einsatzleitung während der Suche ständig telefonischen Kontakt zum Vermissten. Der Mann habe angegeben, völlig orientierungslos und verletzt seit mehreren Stunden im Wald zu sein.
Die "Handyortung" der ILS habe schließlich ergeben, dass sich der Vermisste in einem Radius von viereinhalb Kilometern um den Schwarzenbacher Ortsteil Gemeinreuth befinden müsste. Eine genauere Ortung sei aufgrund des dichten Waldes nicht möglich gewesen.
Handy-Ortung
Schließlich hätten die Feuerwehren systematisch verschiedene Waldwege abgefahren. Auf Anweisung der Einsatzleitung hätten die Wehren einzeln ihre Martinshörner eingeschaltet. Der Vermisste sei telefonisch befragt worden, ob er etwas hören könne und wie sich die Lautstärke verändert. So sei es möglich gewesen, das Suchgebiet einzugrenzen.
Zwischenzeitlich waren auch die Bergwacht und die Hundestaffel des BRK aus Hof eingetroffen. Die Bergwacht wurde Hannweber zufolge dazu eingeteilt, die Hundestaffel bei ihrer Suche zu unterstützen und gegebenenfalls mit ihren Spezialfahrzeugen den Patiententransport im unwegsamen Gelände zu übernehmen. Als Erstes fanden die Suchtrupps der Feuerwehr eine Taschenlampe und zwei Einkaufstaschen. Daraufhin seien sofort ein Fahrzeug der Feuerwehr, ein Hundeführer der Polizei und eine Einsatzkraft der Feuerwehr mit dem Quad der Bergwacht in das genau definierte Suchgebiet geschickt worden. Um 1.20 Uhr schließlich, eineinhalb Stunden nach Alarmierung der Feuerwehr, kam die freudige Mitteilung vom Hundeführer: "Person gefunden!" Die zwischenzeitlich über die Einsatzzentrale der Polizei in Bayreuth angeforderte Wärmebildkamera der Bundespolizei kam deshalb nicht mehr zum Einsatz.
Die Schwarzenbacher Bergwacht übernahm mit ihrem Rettungsfahrzeug den Patiententransport aus dem unwegsamen Gelände und übergab den leicht verletzten und unterkühlten Patienten an den Rettungsdienst. Nach notärztlicher Erstversorgung wurde der Vermisste ins Krankenhaus gebracht.
Unwegsames Gelände
Hannweber zufolge hat diese Rettungsaktion gezeigt, dass durch einen koordinierten und organisationsübergreifenden Einsatz aller Hilfsorganisationen schnell Erfolg erzielt werden kann. "Ein wichtiger Faktor war dabei die Ortskenntnis der Ortsteilwehren." Erleichtert über den guten Ausgang der Rettungsaktion ist auch der Nailaer Polizeichef Klaus Bernhardt. Auch er bescheinigt allen Rettungskräften eine hervorragende Arbeit. "Alle eingesetzten Organisationen arbeiteten trotz des Zeitdrucks hervorragend zusammen", sagte Bernhardt.
Insgesamt waren laut Mitteilung der Feuerwehr über 60 Helfer eingesetzt, darunter 32 Feuerwehrleute aus Schwarzenbach am Wald sowie der Außenorte Bernstein und Maierhof, fünf Polizeibeamte mit einem Suchhund, elf Helfer der Bergwacht, sechs Helfer der BRK-Hundestaffel mit drei Hunden, der Einsatzleiter Rettungsdienst und vier Rettungskräfte sowie der Notarzt. red


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