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NAILA – Von einem langen und harten Weg, der gegangen werden musste, bis alles erledigt war, sprach Bürgermeister Frank Stumpf – die Stadt Naila ist Mitgesellschafter der Biomasseheizwerk Naila GmbH. Als „einmalig in der Region“ bezeichnete er die Kooperation des Landkreises Hof, der Stadt Naila, der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Naila und der privaten Gesellschafter. Mit dem Biomasseheizwerk werde ein enormer Beitrag zum Klimaschutz geleistet: „Holz ist unser einheimischer Energieträger“, betonte er. Für das Heizwerk sei der beste Standort gewählt worden. Besonderen Dank sagte er dem geschäftsführenden Gesellschafter Wolfgang Matthes für seinen unermüdlichen Einsatz. Beim Bau seien fast nur Firmen aus der Region zum Zuge gekommen, freute sich der Nailaer Bürgermeister. Die Anlage sei ein Gemeinschaftswerk – nicht Worte, sondern Taten habe man sprechen lassen, betonte Stumpf.
Landrat Bernd Hering sprach seinen Glückwunsch aus und sagte: „Viele solche umweltschützenden Anlagen können etwas ändern.“ Dekan Günter Förster stellte das Heizwerk unter den Schutz und Segen Gottes. Es trage zur Bewahrung der Schöpfung Gottes bei, sagte Förster. Die Kirchengemeinde sei mit dem Kindergarten und dem Gemeindehaus Nachbar und Abnehmer.
Zweckbauten in Zentren würden oftmals skeptisch betrachtet“, räumte der Architekt Siegfried Feldmayer ein. Er freute sich aber über das öffentliche Interesse an der Heizzentrale und meinte, die Nähe zur Grundschule werde akzeptiert. Die Harmonie zwischen den Akteuren beim Bau habe bereits „Wärme“ erkennen lassen.
Baumeister Ralf Sprenger war sich sicher, dass das Bauwerk im Stadtbild ein Zeichen dafür sei, dass die Region nicht den Kopf in den Sand steckt. Respekt und Anerkennung zollte er denjenigen, die die Idee umgesetzt haben.
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2200 Tonnen im Jahr
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Ingenieur Wolfgang Reis machte Angaben zu technischen Daten des Biomasseheizwerks: Über eine Entfernung von insgesamt rund 1500 Metern wird 90 Grad heißes Wasser zur indirekten Übergabe an die Abnehmer geleitet. Die Energieverluste lägen dabei unter 10 Prozent. Jährlich würden etwa 2200 Tonnen Hackschnitzel verfeuert – das entspreche rund 8000 Kubikmetern naturbelassenem Holz. Die große Halle reiche aus, um im Winter einen Vorrat für rund 25 Tagen zu haben. Als Vorteil des Heizwerkes sah Reis, dass kein Geld in ausländische Länder fließt zum Einkauf fossiler Brennstoffe und die Preise für die Energieabnehmer nicht so stark steigen würden wie bei Öl und Gas. Von der Koordinationsstelle für nachwachsende Energie in Bayern, genannt „Carmen“, informierte Daniel Miller, dass bisher schon über 200 Projekte in Bayern begleitet worden seien. Für Geschäftsführer Wolfgang Matthes hatte er ein Geschenk dabei, eine Lokomotive aus Holz – schließlich sei er „die Lokomotive“ des Biomasseheizwerkes gewesen.
Die Bundestagsabgeordnete Elisabeth Scharfenberg meinte, der Klimawandel habe längst begonnen – er lasse sich nicht rückgängig machen, aber mit Energie aus Biomasse könne der Wandel verlangsamt werden. „Sie setzen den Nailaer Meilenstein für den Klimaschutz“, lobte sie die Initiatoren. Landtagsabgeordneter Alexander König sah den Hackschnitzelbunker als „Leuchtturm für die Region“.
Forstdirektor Thomas Krämer vom Amt für Landwirtschaft und Forsten erläuterte, rund 100 000 Kubikmeter Holz, die jährlich im Landkreis Hof nachwachsen, würden nicht genutzt – da sei dieses Heizwerk eine große Motivation für die Waldbesitzer.
Dem geschäftsführenden Gesellschafter Wolfgang Matthes war deutlich Begeisterung anzumerken. Helfer brauche man beim Umsetzen von Ideen, meinte er – im Landkreis, der Stadt und der Kirche habe man sie gefunden. Mit Siegfried Feldmayer habe man einen Architekten gefunden, der sich engagiert habe. Lob gab es für die beteiligten Firmen: Anfang Oktober habe man begonnen, nach Weihnachten war der Rohbau fertig. Man brauche auch Kunden und Partner, die in entscheidenden Punkten mitziehen. „Es war ein tolles Team, das wir zusammengebracht haben“, resümmierte er.
Viele Besucher machten am Samstag von der Möglichkeit Gebrauch, sich die Anlage beim „Tag der offenen Tür“ anzusehen. Häufig wurde dabei nach der Höhe des neun Meter hohen Bunkers mit dem großen Rolltor gefragt. Wolfgang Matthes erläuterte, dies sei so hoch, weil die Anhänger der Sattelschlepper zum Entleeren der Hackschnitzel aufrecht gestellt werden müssen – und die Fahrzeuge, wenn der Bunker relativ voll ist, auch mit gehobener Ladefläche wieder herausfahren müssen. H.-D. N.




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