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Naila – Der Verein Höllennetz setzt sich dafür ein, dass die 5,5 Kilometer lange Eisenbahnlinie von Marxgrün nach Blankenstein durch das Höllental wieder eröffnet wird. Die 1901 fertiggestellte Verbindung wurde seit 1945 durch den Eisernen Vorhang getrennt; die Gleise wurden 1983 abgebaut.
Der Vorsitzende des Vereins Höllennetz, Fritz Sell, hat die Kandidaten zur Landrats- und Bürgermeisterwahl gefragt, wie sie zu diesem Projekt stehen. Wie Sell bedauert, haben einige keine Antwort geschickt: Landrat Bernd Hering, die Bundestagsabgeordnete Petra Ernstberger, der Bad Stebener Bürgermeister Bert Horn sowie die Bürgermeisterkandidaten Carsten Kirschner aus Selbitz, Wolfgang Gärtner aus Bad Steben und Thomas Seelbinder und Herbert Heinel aus Lichtenberg.
Bundestagsabgeordneter Dr. Hans-Peter Friedrich, CSU:
„Ich bin nach wie vor ein glühender Anhänger der Wiederinbetriebnahme der Strecke. Die Gründe sind im Faltblatt der Verkehrsinitiative Höllennetz aufgelistet, hinzu kommt meine grundsätzliche Kritik an den mangelnden Verkehrsverbindungen nach Thüringen, Sachsen und Böhmen, obwohl unsere Zukunft doch in einer gemeinsamen ,Zukunftsregion Vierländereck’ besteht. Viele Bürgerinnen und Bürger sind sich offensichtlich auch noch nicht darüber im Klaren, was in puncto Logistik und Güterverkehr auf uns noch zurollt. Wenn es uns nicht gelingt, den Verkehrsträger Schiene auf breitester Front zu reaktivieren, wird unser Wirtschaftswachstum regional wie national förmlich im Stau ersticken.
Mit dem thüringischen Minister Andreas Trautvetter bin ich mir im Übrigen über die Notwendigkeit der Infrastrukturmaßnahme im Höllental hundertprozentig einig. Leider noch wenig Resonanz gibt es aus München und von Seiten der DB AG. Mit der neuen Wirtschaftsministerin Emilia Müller werde ich bei Gelegenheit sprechen. Ich habe vor, das Mitglied des Vorstandes der DB AG, Otto Wiesheu, demnächst einmal in unsere Region einzuladen und mit ihm über die verschiedenen Projekte zu sprechen, zu denen neben der Höllentalbahn auch die Wiederbelebung von Selb-Asch gehört.“
Landtagsabgeordneter Alexander König, Bad Steben, CSU, Landratskandidat:
„Die Frage nach der Höllentalbahn ist eine hypothetische Frage, welche sich zur Zeit deshalb nicht stellt, weil nicht erkennbar ist, dass der alleine für die Wiedereinrichtung zuständige Bund hieran auch nur den Funken von Interesse hat. Bekanntlich ergab das Gutachten zum Personenverkehr, dass eine ausreichende Nachfrage nicht gegeben ist. Auch deshalb ist die Vorstellung, dass der Freistaat Bayern aus ÖPNV-Mitteln sich an der Wiedereinrichtung wesentlich beteiligen könnte, abwegig. Demnach würde die Wiedereröffnung wohl nur unter dem Gesichtspunkt Güterverkehr zu und von der Holzindustrie im benachbarten Thüringen Sinn machen. Ob es jemanden gibt, wie den Bund oder die Industrie selbst, der die Investitionskosten übernehmen könnte, weiß ich nicht.
Klar ist aber, dass dann auch wieder Bahnübergänge in Blechschmidtenhammer und Hölle eingerichtet werden müssten und dass dann viele Güterzüge durch das Höllental und an der Wohnbebauung vorbei rumpeln würden, wovon eine nicht zu vernachlässigende Lärmbelästigung für die Anlieger ausgehen würde. Außerdem würden die Personenzüge wohl nur noch abwechselnd nach Bad Steben und Thüringen fahren, weil das Fahrgastaufkommen einen doppelten Zug bis Marxgrün nicht hergeben würde.
Würde sich die Frage des Pro und Contra tatsächlich stellen, so würde ich meine Meinung hierzu von der Betroffenheit und der Meinung meiner Wählerinnen und Wähler abhängig machen. Wahrscheinlich wären diese mit relativ großer Mehrheit gegen die Wiederinbetriebnahme, weil hiermit mehr Belastungen als Vorteile für sie und unser Hofer Land verbunden wären.
Frank Stumpf, Freie Wähler, Bürgermeister der Stadt Naila, zweiter Vorsitzender des Vereins Höllennetz:
„Die Höllentalbahn ist und bleibt ein wichtiges Thema für die Zukunft von Naila, demgemäß ist die Stadt nach Möglichkeit aktiv, um bei der Entwicklung zu unterstützen.
Bislang positiv war die Einbringung der Höllentalbahn als ,Impulsprojekt‘ in das interkommunale Entwicklungskonzept ,Stadtumbau West‘. Möglichkeiten für das Projekt ergeben sich hieraus, dass Fördermittel für eine dringend notwendige Gutachten-Fortschreibung bereitgestellt werden sollten. Im Zusammenwirken mit den auch in erster Linie profitierenden Firmen wie ZPR Blankenstein und KHT Friesau sollten die anstehenden Aufgaben wie Potenzial-Analyse Güterverkehr und die Aktualisierung des vorhandenen Gutachtens bewältigt werden. Eine weitere Aufgabe ist die Überzeugung des Landkreisgremiums vom Projekt Wiederbelebung der Höllentalbahn wo eben noch erhebliche Widerstände aufrechterhalten werden.
Klaus Adelt, SPD, Bürgermeister der Stadt Selbitz:
„Durch die Wiederbelebung der Höllentalbahn sehe ich eine Stärkung der Nebenbahnstrecke Hof-Bad Steben, als auch eine Entlastung des Straßenverkehrs um den Raum Lichtenberg, Issigau und Blankenstein. Nicht zu vergessen ist der touristische Aspekt einer Bahn durch das wildromantische Höllental. Eine Bahnstrecke muss nicht zwangsläufig dieses Tal schädigen, vielmehr kann sie eine Aufwertung sein.
Für mich unverständlich sind die vielen Schwierigkeiten und ,Unzuständigkeiten’, die dieses Projekt bereitet. Es ist zum Nutzen der Bewohner des Altlandkreises Naila, aber auch der einheimischen Holzindustrie. Gerade das Papierwerk Blankenstein garantiert unseren Waldbesitzern eine dauerhafte Abnahme und gute Bezahlung von Schleifholz.“
Elke Beyer, Parteifreie Bürger, Bürgermeisterin der Stadt Lichtenberg:
„In der Reaktivierung der Bahnlinie sehe ich Vorteile für unsere Region, sowohl im Güterverkehr, als auch im Personenverkehr. Eine Verbesserung der Infrastruktur kann für unsere Region, gerade für die Ausweitung auf dem Gebiet Tourismus, nur positive Effekte haben. Auch für die Positionierung unserer Region als Wirtschaftsstandort sehe ich die Wiederbelebung der Bahn als einen wichtigen Mosaikstein. Dass bei allen Planungen der Naturschutz eine große Rolle spielt, verseht sich von selbst.
Ich stehe also zum Projekt und wünsche der Verkehrsinitiative Höllennetz Erfolg, gerade auch, weil es um eine weitere Verbindung zweier Bundesländer geht.“
Marco Hader, CSU-Bürgermeisterkandidat Naila:
„In Ihrem Einsatz für die Wiederbelebung der Höllentalbahn dürfen Sie sich meiner Unterstützung und der Unterstützung meiner Fraktion auch in Zukunft sicher sein. Wenngleich in allen Überlegungen die Bedenken von Anliegern und das Interesse des Naturschutzes Berücksichtigung finden muss, teile ich Ihre Überzeugung, dass eine Wiederinbetriebnahme der Höllentalbahn für die Region interessante Chancen und Potenziale bietet, in erster Linie für den Güterverkehr, aber auch für den Personenverkehr und selbst für den Tourismus.
Gerade vor dem Hintergrund jüngster Entwicklungen hat das Projekt Höllentalbahn an zusätzlicher Aktualität und Bedeutung gewonnen. Ich denke hier zum einen an die Erweiterungspläne der ZPR in Blankenstein, zum anderen aber auch an das bedauerliche Scheitern der Ausbaupläne für den Flughafen Hof-Plauen, in dessen Folge der Anbindung der Region an den überregionalen Schienenverkehr jetzt verstärkt Gewicht zukommt und hierbei auch dem Lückenschluss zum ICE-Halt Saalfeld.“




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