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Münchberg – Zu einem dramatischen Operationsfehler ist es in der Hochfranken-Klinik in Münchberg gekommen. Einer Patientin, die am Bein operiert werden sollte, entnahmen die Chirurgen – vermutlich wegen einer Verwechslung der Operationsunterlagen – einen Teil des Darms und legten ihr einen künstlichen Darmausgang. Die verantwortlichen Ärzte wurden sofort von der Krankenhausleitung vom Dienst suspendiert, die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits gegen „mehrere Personen“.
Als die 78-jährige Johanna L. (Name geändert), eine Rentnerin aus dem Raum Münchberg, am 29. Februar kurz vor 10 Uhr auf ihre Operation vorbereitet wird, geht sie davon aus, dass das Chirurgenteam einen Eingriff an ihrem kranken Bein vornehmen werde. Wie die Frankenpost erfahren hat, kommt es aber zu einer dramatischen Verwechslung mit einer anderen Patientin, und Johanna L. wird am Darm operiert.
Der Vorstand der Kliniken Hochfranken, Norbert Goßler, bestätigte gestern Abend auf Nachfrage, dass es „zu einem schwerwiegenden Fehler bei einer Operation“ gekommen sei. Nähere Einzelheiten wollte Goßler zum Schutz der Persönlichkeitsrechte der betroffenen Patientin weder bestätigen noch dementieren. „Die Patientin sowie die Angehörigen möchten keine öffentliche Diskussion des Vorgefallenen.“ Dies sei auch der Grund, warum bislang darüber nichts an die Öffentlichkeit gedrungen sei.
Goßler betonte, die Klinikleitung bedauere den Vorfall außerordentlich. Die Patientin und ihre Angehörigen seien sofort umfassend informiert worden. „Es wurde alle uns mögliche Hilfe zur Verfügung gestellt.“ Zudem habe man den Vorfall den zuständigen Behörden unverzüglich angezeigt. Goßler: „Es wurde alles offen- gelegt und nichts verschwiegen.“ Das betreffende OP-Team sei „noch am selben Tag vom Dienst freigestellt“ worden.
Nach Auskunft der Hofer Staatsanwaltschaft werden Ermittlungen „wegen eines möglichen ärztlichen Kunstfehlers am Krankenhaus Münchberg“ geführt.


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