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Erschienen am 25.04.2009 00:00
JAMES LASTS GRÖSSTER FAN
Nahe dran am "Hansi"
Tourneeauftakt | James Last beweist mit seinen 80 Jahren, dass er noch immer zur Spitze der Bandleader zählt. Das empfindet auch Günter Krüger, sein größter undSpitze der Bandleader zählt. Das empfindet auch Günter Krüger, sein größter und treuester Fan, so. Er scheut weder Zeit noch Mühe, seinem Star hinterher zu reisen.
Von Andrea Herdegen
Günter Krüger Bild vergrößern
Günter Krüger mit seiner James-Last-Sammlung: Es wird eng, wenn sich in einer Wohnung Tausende Stücke anhäufen.
Bild: Privat
Bayreuth
- Der Enkel tritt ganz in die Fußstapfen des Großvaters: Wenn Jonah zu Besuch ist, muss Günter Krüger jedes Mal eine James-Last-Platte auflegen. "Opa, stell doch mal die Musik an", fordert der Dreijährige, kaum ist er durch die Tür. Flugs hüpft er dann zu "Caribbean Nights" oder "They call me Hansi" wild durch die Wohnung.

Aber eigentlich läuft bei den Krügers sowieso ständig James Last. "Seinen swingenden Bigband-Sound kann ich stundenlang hören", erzählt der 65-Jährige. Kein Wunder. Der Berliner ist nicht nur ein großer Fan des erfolgreichsten Band-Leaders aller Zeiten, sondern ist auch stolz auf die weltweit größte private James-Last-Sammlung. Gut 5000 Tonträger aller Art, 500 Poster, jede Menge Programme, Notenhefte, Plakate, Videos, Autogramme, DVDs und Hunderte anderer Sammlerstücke besitzt er. 300 Stunden Fernsehmitschnitte nennt er sein eigen, auch Aufzeichnungen aus Holland, England, Spanien, Japan, China, Amerika und Südafrika. Fast alle Zeitungsartikel hat er gesammelt.

Bei jeder neuen Tournee besucht er mehrere Konzerte, oft begleitet von seiner Frau Karin. Nur zum Tourauftakt am Donnerstag in Bayreuth hat er es wegen einer Erkrankung nicht geschafft. Krüger weiß, dass nicht jeder sein ungewöhnliches Hobby nachvollziehen kann. Einen "Verrückten" nennt er sich selbst, meint dies aber im positiven Sinne.

Krüger ist näher dran, näher als die anderen Fans. "Der Hansi", wie er sagt und wie James Last von allen Freunden genannt wird, "der Hansi und ich kennen uns schon lange." Sein James-Last-Fieber begann 1982 bei einem Konzert des großen Orchesters auf der Berliner Waldbühne. "Zwei Meter stand ich von der Bühne entfernt und war hin und weg. Von da an bin ich durchgeknallt und habe alles gekauft, was ich von Last finden konnte." Kein Flohmarkt war vor Günter Krüger sicher, die Urlaubsreisen wurden in die Länder unternommen, von denen die entsprechenden Platten noch im heimischen Regal fehlten.

Ein Jahr später erhielten der Berliner und seine Frau durch Zufall eine Einladung zur Abschlussfeier der "Superlast"-Platte. "James Last hat immer zum Ende der Aufnahmen der Nonstop-Dancing-Scheiben eine große Mitklatschparty veranstaltet. Die Partygeräusche hat er mitgeschnitten und sie anschließend auf die Platte gemischt", weiß der 65-Jährige.

Mit Herzklopfen fuhren die Krügers nach Hamburg, um dabei zu sein - doch das Polydor-Studio war dunkel. "Plötzlich kam jemand heraus: Es war der Hansi - erst erstaunt und dann verlegen, denn die Party war um eine Woche verlegt worden, da sich die Aufnahme noch hinzog." James Last bot dem Ehepaar etwas zu trinken an und die beiden durften dabei sein, als der Kapellmeister einen Titel einspielte. "Danach hat er uns zum Essen eingeladen", erinnert sich Günter Krüger. James Last schwang sich auf den Rücksitz des Krügerschen Familienautos, bis zum Restaurant ging es mitten durch die Stadt. "Ich war so was von aufgeregt, ich weiß gar nicht mehr, wo ich langgefahren bin und wie viele rote Ampeln ich übersehen habe." Es wurde ein wunderschöner Abend: "Aber essen konnte ich nichts, so aufgewühlt wie ich war", erinnert sich der Fan.

Inzwischen hat er James Last viele Male getroffen, sogar zu dessen 60. Geburtstag war er 1989 nach Bremen eingeladen, wo der international bekannte Band-Leader geboren wurde. "Er ist kein Idol für mich", stellt der Sammler fest, "ich würde ihn eher als Freund bezeichnen oder als sehr guten Bekannten." Krüger lobt "den netten Kerl", der Mensch geblieben sei. "Er hat mit seiner Musik viel mehr für die Völkerverständigung getan als jeder Politiker", glaubt sein Anhänger. Schließlich habe Last bis heute über 100 Millionen Tonträger in alle Welt verkauft. "Seine Musik verbindet." Durch die gemeinsame Liebe zu James Last hat Krüger inzwischen via Internet viele Freunde im Ausland.

"Hansi" sei natürlich und locker, ganz ohne Allüren, und immer für einen Spaß zu haben. "Er ist ein wirklich guter, warmherziger Mensch und hat eine besondere Ausstrahlung." Krüger betont, dass er den Künstler nicht als "Eigentum" ansehe, so wie es einige Fans machten und bei Konzerten um den als großzügig bekannten James Last "herumschleimen". "Die wollen eine Karte oder etwas anderes abstauben, das will ich wirklich nicht."

Als 2006 die Plakate für die "Last-Tour" geklebt wurden, war Günter Krüger sofort klar, dass nicht die "letzte Tournee" von James Last gemeint war. "Hansi hat zu mir einmal gesagt, dass er die Musik wie die Luft zum Atmen braucht. Ohne Musik kann der nicht leben." So hofft er, dass Last - vor neun Tagen feierte er seinen 80. Geburtstag - noch lange lebt und noch viele Konzerte gibt.

 
 

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Kommentare zum Artikel

  • von bimmel1 am 26.04.2009 09:41
    Was lief schief in der Kindheit ?
    und deshalb liebe Kinder ist es so wichtig das Ihr immer schön brav seid und den Regler am Radio an Bayern 1 vorbeidreht . Die Spätfolgen können grausam sein.

  • von franko am 27.04.2009 19:18
    Eher schon früh zu spät !
    Spätfolgen ??....die meisten die da weiterdrehen haben die Bezirksklinik meist schon von innen gesehen ...also bleibt schön bei Bayern 1 und laßt jeden seins.....

 

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