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Erschienen am 08.08.2009 00:00
Ins ganze Land der Franken fahren
Pläne | In der Metropolregion Nürnberg arbeiten die zehn Naturparks enger zusammen. Jeder soll seineStärken entwickeln und gemeinsam mit den anderen um Besucher von auswärts und Binnentouristen werben.
Von Elfriede Schneider

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Das staunen die Touristen in Nürnberg: Bergmann Karl Fürbringer aus Arzberg und Falkner Michl Schwarz vom Falknerhof Katharinenberg in Wunsiedel mit dem vierjährigen Wanderfalken "Sue" machen vor dem historischen Rathaus Werbung für die fränkischen Naturparks. Foto: Schneider
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Nürnberg - Interessiert betrachtet die Frau die zwei Männer, die wegen ihrer Kleidung selbst vor dem historischen Nürnberger Rathaus auffallen. "Was haben denn ein Falkner und ein Bergmann miteinander zu tun?", fragt sie. Der Wunsiedler Landrat Dr. Karl Döhler, der einige Meter weiter steht, klärt sie auf: Bergmann und Falkner kommen aus dem Fichtelgebirge und werben für die Naturparks in der Metropolregion Nürnberg.

Hört man den Begriff Metropolregion Nürnberg, dann denkt man zunächst natürlich an die namensgebende Stadt, an Kaiserburg und Christkindlmarkt. Doch die ganze Region ist weit mehr; zehn Naturparks gehören dazu, die fast die Hälfte, nämlich 48 Prozent, der gesamten Fläche ausmachen.

Allerdings sind die Parks sehr kleinräumig organisiert und haben nur begrenzte Möglichkeiten - zu wenig Geld und kaum Mitarbeiter, damit kann man sich heute nach außen nur schlecht darstellen. Doch das soll sich ändern. Die zehn Naturparks sollen enger zusammenarbeiten und gemeinsam Maßstäbe setzen.

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Zehn Naturparks liegen im Bereich der Metropolregion Nürnberg.
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"Metropolregion im Grünen" heißt das Projekt, das jetzt in Nürnberg gestartet worden ist. Sprecher einer Arbeitsgruppe ist der Wunsiedler Landrat Döhler, der bei der Vorstellung den Falkner Michl Schwarz vom Katharinenberg in Wunsiedel und Bergmann Karl Fürbringer vom historischen Bergwerk "Kleiner Johannes" in Arzberg mitbrachte. Mit ihrer urigen Aufmachung zeigten sie, welche Vielfalt die fränkischen Naturparks aufweisen. "Wir wollen uns so positionieren, dass jeder Naturpark einen Schwerpunkt hat und etwas Besonderes macht", sagte Döhler. Bisher sei es so, dass jeder wenig vom anderen wisse und auch Besucher nicht gezielt von einer Attraktion zur anderen geleitet würden: "Touristen müssen wissen, dass sie Franken nicht kennen, wenn sie nicht alle zehn Naturparks gesehen haben."

Dabei soll die Werbung nicht nur auf Besucher von auswärts zielen, sondern ebenso auf die Menschen, die in der Metropolregion wohnen: "Wenn man selbst nicht weiß, was es alles gibt, kann man anderen auch nichts zeigen."

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Skifahren am Ochsenkopf

Der Nürnberger Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly als Ratsvorsitzender der Metropolregion ging in seiner Rede auf "alte touristische Linien" ein: "Der Ochsenkopf war mal der Hausberg der Nürnberger." Maly, der öfter zum Skifahren ins Fichtelgebirge kommt, möchte den Binnentourismus innerhalb der Region beleben. "Wir sind noch weit davon entfernt, Potenziale für uns zu nutzen", so der Nürnberger Oberbürgermeister. "Jeder macht bisher nur Werbung für sich." Die Metropolregion sei nicht nur Institution zur Förderung einer Großstadt, sondern habe im Umland touristisch viel zu bieten: "Außer Meer und Hochgebirge gibt es alles." Landschaftliche Vielfalt und die rasche Erreichbarkeit machten den Charme aus. Diesen Schatz wollen wir heben", so beschreibt der Ratsvorsitzende das neu gestartete Projekt, das der Bund am Anfang mit 20 000 Euro fördert.

"Gleich in der Nachbarschaft"

Nach einer ersten Bestandsaufnahme sind eine gemeinsame Broschüre, ein Web-Auftritt und eine Wanderausstellung geplant. Dass Touristen heute sehr mobil sind und sich für attraktive Ziele im Umkreis von mindestens hundert Kilometern interessieren, machte Maly bei der Auftaktveranstaltung am Beispiel eines Besuchers aus den USA deutlich. Der Wagner-Verehrer wollte unbedingt mal am Grünen Hügel gewesen sein und fragte, wie weit Bayreuth von Nürnberg entfernt sei. Eine knappe Stunde Fahrzeit, entgegnete ihm der OB. "Also gleich in der Nachbarschaft", sagte der Besucher erfreut. Die gesamte Region habe viel zu bieten, sagte Maly bei dem Pressegespräch: "Lebensqualität gibt es nicht nur am Nürnberger Hauptmarkt."

 
 

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