Hof - An verkaufsoffenen Sonntagen stehen bei den meisten Läden Aufwand und Ertrag in keinem Verhältnis. Dies ergab eine Befragung der Hofer "Allianz für den freien Sonntag" bei Geschäftsinhabern und Mitarbeitern, die am Wochenende vorgestellt wurde. 80 Geschäfte der Saalestadt hatte das Bündnis, dem kirchliche Organisationen und Gewerkschaften angehören, angeschrieben. Mit 65 Ladenbesitzern und Unternehmen gab es nach Mitteilung des kirchlichen Sozialsekretärs Gerhard Strunz aus Marktredwitz "qualifizierte Kontakte". Mehr als Hälfte von ihnen habe sich gegen die Ladenöffnung am Sonntag ausgesprochen. 13 Geschäftsleute seien nur unter bestimmten Voraussetzungen dazu bereit gewesen.

Dekan Günter Saalfrank
Bild: Ernst Sammer
Erneut das Gespräch suchen
Viele Befragte hätten auf eine Verlagerung der Umsätze durch verkaufsoffene Sonntage hingewiesen, heißt es. Nur sieben Geschäfte hätten tatsächlich ein Umsatz-Plus verzeichnet, berichtete Sozialsekretär Strunz. Rückmeldungen von großen Unternehmen wie etwa dem "Kaufhof" seien ausgeblieben.
Vertreter der Hofer "Allianz für den freien Sonntag" wollen nun erneut das Gespräch mit dem Oberbürgermeister und dem Stadtrat suchen. Bereits im Januar hatten sie an die Stadt appelliert, den Feiertag "Allerheiligen" (1. November) und den "ersten Adventssonntag" von der Öffnung auszunehmen. Der Stadtrat entschied sich damals jedoch mit großer Mehrheit anders. So waren auch in diesem Jahr an "Allerheiligen" die Geschäfte geöffnet.
Nach Beobachtung des Hofer Dekans Günter Saalfrank fühlen sich viele Menschen aus Kirchen und Gewerkschaften von der Missachtung der Sonntagsruhe vor den Kopf gestoßen. "Die Großunternehmen sind in dieser Frage offenbar meinungsbildend, die kleinen Geschäfte müssen notgedrungen mitziehen", so sein Eindruck. epd

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