Nürnberg - Der frühere bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) hat sich gegen fränkischen Separatismus ausgesprochen. Eine Regionalpartei, wie etwa die unlängst gegründete Partei für Franken, sei in seinen Augen genauso überflüssig wie ein Fränkischer Rundfunk, sagte der aus Nürnberg stammende CSU-Politiker gegenüber der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Das ist nicht der Weg - genauso wenig wie eine Schwaben-Partei, eine Niederbayern-Riege oder eine Oberbayern-Partei", unterstrich er. Vielmehr sollten die Franken versuchen, ihre Interessen in einer gesamtbayerischen Partei zu profilieren.

Ist gegen einen fränkischen Separatismus: Ex-Ministerpräsident Günther Beckstein.
Bild: Daniel Karmann, dpa
Zugleich widersprach Beckstein Vorwürfen der Franken-Partei, der bayerische Norden sei im Vergleich zu anderen Teilen Bayerns wirtschaftlich benachteiligt. "Zumindest im Vergleich zu Südbayern stimmt dieser Vorwurf nicht." Anders sei dies im Fall München. "München hat eine extreme Anziehungskraft und Ausstrahlung. Das ist bei Nürnberg oder Bamberg nicht im gleichem Maße der Fall", räumte Beckstein ein. "München leidet unter seiner Zentralisierung, Nürnberg unter seinen Umstrukturierungsproblemen." Hier sei eine massive Unterstützung des Freistaates erforderlich.
Nach Becksteins Einschätzung hat die gefühlte Benachteiligung Frankens unter anderem historische Wurzeln. Noch immer empfänden viele Menschen die Eingliederung Frankens in das Königreich Bayern im Jahre 1803 als "feindliche Übernahme". In den vergangenen Jahrzehnten sei das Gefühl durch die Politik mancher Parteien gefördert worden. Zudem fehle es den Franken an Selbstbewusstsein. "Wir müssen unsere Fähigkeiten sehen und auch deutlich machen", sagte Beckstein. "Wer sich ständig schlecht redet, darf sich nicht wundern, dass er auf andere nicht attraktiv wirkt." Dabei habe Franken Pfunde, mit denen es wuchern könne - "etwa eine schöne Landschaft und innovative Betriebe".

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