![]() |
|
|
|
||
Herr Peschke, wer hat das Konzept für das Projekt "Alt und Jung in Schwung" entwickelt?
Martin Peschke: Die Idee ist in Zusammenarbeit mit dem Job-Center in Lichtenfels entstanden. Die Mitarbeiter der Arge dort sind immer auf der Suche nach neuen Konzepten, wie man Arbeitslose noch besser in den Arbeitsmarkt integrieren kann. Mit meiner Stellvertreterin Bettina Langbein habe ich dann das Konzept dafür entwickelt, und für Hof haben wir es gemeinsam mit der Arge Hof-Land nochmals angepasst. Auch die Beschäftigungsinitiative 50plus ist beteiligt.
Was ist das Besondere an dem Projekt?
Wir setzen auf Tandems aus jüngeren und älteren Arbeitslosen. Die Jungen können von der Erfahrung der Älteren profitieren und die Älteren können von den Jungen lernen, zum Beispiel im Umgang mit Computern. Selbstorganisiertes Lernen ist wichtig, die Teilnehmer sollen sich gegenseitig motivieren und initiativ werden. Außerdem arbeiten alle - ähnlich wie in einer echten Firma - gemeinsam an einem Projekt, zum Beispiel an der Restaurierung eines alten Autos. Jeder Teilnehmer soll seine Aufgaben meistern - entweder im gewerblich-technischen oder im kaufmännischen Bereich.
In Lichtenfels gab es 2009 schon mal eine ähnliche Maßnahme. Wie ist die gelaufen?
Die Teilnehmer waren anfangs skeptisch, aber am Ende begeistert. Etwa die Hälfte von ihnen hat bereits wieder Arbeit gefunden. Das Auto, das in Lichtenfels hergerichtet wurde, haben wir der Arge zur Verfügung gestellt. Sie leiht den Wagen bis zu vier Wochen an Arbeitslose aus, die einen neuen Job gefunden haben, aber kein Auto besitzen, um zur Arbeitsstelle zu kommen. In Lichtenfels legen wir das Projekt "Alt und Jung in Schwung" in diesem Jahr neu auf. In Thüringen haben wir in einem ähnlichen Projekt mit Jugendlichen Trabis restauriert und sie danach zugunsten von Kindergärten versteigert. Die Teilnehmer waren sehr motiviert und konnten daher gut in den ersten Arbeits- und Ausbildungsmarkt integriert werden.
Wie finanziert sich Ihr Unternehmen?
Wir bieten Dienstleistungen an, in diesem Fall Bildung, und werden dafür von unseren Kunden bezahlt. Das ist ein Geschäft mit starkem Wettbewerbs- und Erfolgsdruck.
Inwiefern?
Wir haben feste Vorgaben für die Vermittlungsquoten der Teilnehmer, die liegen zwischen 50 und 70 Prozent. Wenn wir diese Quoten nicht erreichen, müssen wir nachbessern und gegebenenfalls sogar Strafen zahlen.
Der Markt, auf dem Sie arbeiten, ist heiß umkämpft. Rechnen Sie damit, dass die Mittel für solche Maßnahmen künftig weniger werden?
Davon gehe ich aus.
Das Gespräch führte Beate Franz


Drucken
Speichern
Versenden












