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Erschienen am 17.03.2010 00:00
Schlag gegen Mafia - auch im Raum Hof

München/Hof - Bei einer Großrazzia gegen die georgische Mafia sind in sechs Bundesländern 17 Menschen festgenommen worden. Europaweit wurden in vier Staaten insgesamt 75 Menschen inhaftiert. Auch im Bereich Hof durchsuchte die Polizei ein Objekt. Der deutsche "Statthalter", der die Geschäfte der Mafia von München aus organisierte, hatte sich als Asylbewerber unter falschem Namen in Hof gemeldet. Er hätte laut behördlicher Auflagen den Kreis Hof nicht verlassen dürfen.

Bei den Mitgliedern der europaweit agierenden Gruppierung handelt es sich den Angaben des bayerischen Landeskriminalamtes zufolge überwiegend um georgische Staatsbürger. Sie sollen bei Ladendiebstählen Waren im Wert von mehreren Hunderttausend Euro entwendet und weiterverkauft haben. Der Leiter des Sachgebiets Organisierte Kriminalität im bayerischen LKA, Mario Huber, wertete die Aktion als "sehr großen Erfolg".

Die Durchsuchungen fanden am Montagmorgen statt. In Deutschland durchsuchten 252 Polizeibeamte insgesamt 41 Objekte. Zeitgleich gab es Durchsuchungen in Spanien, Österreich und der Schweiz. Den Angaben zufolge schwiegen nahezu alle Beschuldigten in ihren Vernehmungen.

Die knapp einjährigen Ermittlungen ergaben, dass die Bande ihren Anführer, einen 38-jährigen Georgier, im spanischen Barcelona und ihren "Verwalter" für Deutschland in München hatte. Die Verhafteten gehörten den Ermittlern zufolge verschiedenen Hierarchieebenen an.

Der "Verwalter" für Deutschland soll ein 27-jähriger Georgier mit illegalem Wohnsitz in München sein. Er hatte den Ermittlern zufolge unter falschen Personalien im Bereich Hof Asyl beantragt. Die Bandenmitglieder hätten an ihn monatliche "Mitgliedsbeiträge" in Höhe von mehreren tausend Euro gezahlt, die er nach Barcelona weiterleitete. Im Gegenzug sei von der Mafia finanzielle Unterstützung und sonstige Hilfeleistung garantiert worden.

Das bei einem 41-jährigen türkischen Einzelhandelskaufmann und dessen 22-jährigen Neffen aus Bochum sichergestellte Diebesgut hatte den Ermittlern zufolge ein Gesamtgewicht von 20 Tonnen.

 
 

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