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Erschienen am 01.04.2010 00:00
Glauben als Hilfe zum Leben
Rückblick | Dr. Dorothea Greiner ist seit genau einem Jahr Regionalbischöfin in Oberfranken. Sie schätzt den direkten Kontakt zu den Menschen und tauscht ihr Büro auch mal gegen das Fitness-Studio.
Von Beate Franz
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"Ich fühle mich hier zu Hause", sagt Dorothea Greiner über ihre neue Heimat Oberfranken. Ihr wichtigstes Anliegen: "Dass unsere Kirche zum Glauben einlädt." Foto: fz
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Bayreuth - Das Oberteil im Raubtierdruck mit schwarzem Spitzeneinsatz steht ihr gut. Wie eine Bischöfin wirkt sie damit nicht. Dr. Dorothea Greiner, die erste Frau an der Spitze des Kirchenkreises Bayreuth, entspricht nicht den gängigen Klischees - und erreicht dadurch auch Menschen, die mit der Kirche nicht viel am Hut haben. Vor genau einem Jahr, am 1. April, ist die frühere Personalreferentin der Evangelischen Landeskirche in Bayern von München als Regionalbischöfin nach Oberfranken gewechselt. Sie wollte, wie sie damals sagte, "die geistliche Dimension wieder unmittelbarer leben". Das, betont sie heute, sei "ganz und gar gelungen".

Das Gespräch über ihr erstes Jahr in Oberfranken unterbricht die 51-Jährige immer wieder durch herzliches Lachen. Die vergangenen zwölf Monate nennt sie "eine volle und reiche, für mich sehr glückliche Zeit". Ihre Stimme klingt warm und weich. Man nimmt ihr ab, dass es keine Floskel ist, wenn sie sagt: "Ich fühle mich hier zu Hause."

Gegen Frauenhandel

Dabei gibt es in der Region auch Zustände, die unter die Haut gehen - den Frauenhandel zum Beispiel. "Das Thema ist mir durch die nahe Grenze zu Tschechien vor die Füße gelegt", erklärt Dorothea Greiner, "und hat mich am meisten betroffen gemacht." Als Vertreterin der evangelischen Kirche sitzt sie mit Opfer-Hilfsorganisationen wie Karo, Jadwiga und dem Weißen Ring an einem Runden Tisch gegen den Frauenhandel.

Dass sie als Regionalbischöfin soviel direkten Kontakt zu den Menschen hat, mag sie an diesem Amt besonders: Allein im vergangenen Jahr hat Greiner mit 25 Gemeinden gesprochen, die einen neuen Pfarrer brauchen. "Stellenbesetzungsbesprechungen" nennt sich das im Amtsdeutsch. Bei Greiner hört sich das so an: "Ich möchte wissen, was die Menschen in den Gemeinden bewegt, was sie sich wünschen, oder wo es Konflikte gibt." Meist seien das sehr fröhliche Gespräche, sagt die Regionalbischöfin und sie sei "sehr dankbar für das Vertrauen und die Offenheit", die man ihr da entgegenbringe. Dennoch bereitet ihr die Besetzung der freien Stellen im Kirchenkreis manchmal Sorgen. In Arzberg etwa oder in Konradsreuth (Kreis Hof) würden dringend Pfarrer gesucht. "Die Menschen dort brauchen jemanden, der gerne dahin geht." Die Gemeinde in Langenau bei Ludwigsstadt (Kreis Kronach) habe ihr sogar versichert: "Wir nehmen auch gerne einen älteren Pfarrer, Hauptsache, er will zu uns kommen."

Stellenkürzungen

Auf der anderen Seite leiden viele evangelische Gemeinden derzeit unter Stellenkürzungen: "Deutlich über zehn Prozent" der Pfarrstellen werden laut Greiner beispielsweise in den Dekanatsbezirken Hof, Wunsiedel, Münchberg oder Selb wegfallen. Wichtigster Grund dafür sei der demographische Wandel, von dem Oberfranken überproportional betroffen ist. "Die evangelischen Gemeinden im Kirchenkreis schrumpfen." Ein Ergebnis dieses Schrumpfungsprozesses war im ersten Dienstjahr der Regionalbischöfin die Begleitung der Fusion der beiden Dekanatsbezirke Ludwigsstadt und Kronach. In Ludwigsstadt lebten zuletzt nur noch rund 5200 Protestanten. "Beim Festakt zur Fusion", erinnert sich Dorothea Greiner, "gab es durchaus auch ambivalente Gefühle."

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Der demographische Wandel geht auch am Kirchenkreis Bayreuth nicht vorbei: Weil die evangelischen Gemeinden schrumpfen, fallen in den Dekanatsbezirken Hof, Selb, Wunsiedel und Münchberg mehr als zehn Prozent der Pfarrstellen weg. Grafik: Sabrina Mrasek
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Bei allen Problemen jedoch bleibt das wichtigste Anliegen der Bischöfin, "dass unsere Kirche zum Glauben einlädt." Ihrer Meinung nach "ist der christliche Glaube die größte Lebenshilfe für die Menschen". Er hilft ihr auch ganz persönlich, im manchmal hektischen Amtsalltag die Ruhe zu bewahren. "Es gibt nichts, was mehr Ruhe gibt," erklärt Dorothea Greiner, "als eine Unterbrechung zum Gebet." Das Gebet sei für sie "der begleitende Atem des Tages". Täglich beim Mittagsläuten, morgens in ihrer Stillen Zeit und abends vor dem Einschlafen gehört für die 51-Jährige das Gebet dazu. Das "Betet ohn' Unterlass" von Paulus sei ihr zum Leitwort geworden. "Das gelingt mir zwar nicht immer", räumt sie ein, "aber ich bin froh um jeden Augenblick, der mich an die Gegenwart Gottes erinnert."

Solche Augenblicke können auch beim Sport kommen. Die bewegungsfreudige Bischöfin ist nämlich der Meinung, "dass der liebe Gott uns unseren Körper nicht gegeben hat, damit wir ihn verwahrlosen lassen". Als Ausgleich zum Amt ist sie deshalb bis zu zweimal in der Woche in einem Bayreuther Fitness-Studios anzutreffen, auf den Radwegen im Fichtelgebirge - oder mit ihrem Mann in der Tanzstunde.

Vortrag in Hof:
Dorothea Greiner ist auch Buchautorin. Ihre Doktorarbeit schrieb sie zum Thema „Segen und Segnen“. Außerdem ist sie Herausgeberin des Bandes „Wenn die Seele zu atmen beginnt – Geistliche Begleitung in Evangelischer Perspektive.“ Zu diesem Thema wird die Regionalbischöfin auf Einladung des Freundeskreises Hof der Evangelischen Akademie Tutzing und des Evangelischen Bildungswerkes Hof-Naila am 14. April (19.30 Uhr) in der Hofer Dreieinigkeitskirche sprechen.

 
 
 

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Kommentare zum Artikel

  • von unbekannt am 02.04.2010 20:23
    Aprilscherz?
    Na, da freuen wir uns aber, dass sich Frau Greiner hier zu Hause fühlt, mit den Gemeinden redet, Sport treibt,... Toll... Sie sollte mal drüber nachdenken, welcher Pfarrfamilie sie die Heimat und welcher Gemeinde sie ihren beliebten Pfarrer genommen hat! Dass es Menschen gibt, die nur durch einen gewissen Pfarrer Schicksalsschläge überwunden haben und denen jetzt ihr Fels in der Brandung genommen wird. Dankeschön, sportliche Frau Regionalbischöfin! Viele Grüße aus Issigau!

  • von ratio am 03.04.2010 00:00
    habt ihr gelegentlich
    noch Kontakt zur Realität?
    Massive Einbrüche der Kircheneinnahmen, Kirchenaustritte en masse,
    Pfarrstellen vakant, keiner will hin,
    ein Gebäudeunterhalt, der auf Dauer nicht finanzierbar ist.Und Ihr verbreitet hier "Friede, Freude ,Trallala"
    Unser Jahrgang 1960 hatte 49 Konfirmanden im Jahre 1974 in "Michaelis",2009 waren es noch sieben.Aus so einer Zahl könnte ich eine Überschrift zaubern, dass die Heide wackelt!!Nicht so die Frankenpost, die meldet eben:Frau Bischöfin geruht ,zweimal wöchentlich
    das Fitnessstudio aufzusuchen.

  • von unbekannt am 03.04.2010 11:39
    April,April
    Dieser Artikel ist ja wohl ein Aprilscherz. Die Frau Dr. Greiner hat also in Oberfranken eine Heimat gefunden. Wir kennen liebe Menschen denen sie ihre oberfränkische Heimat genommen hat. Dabei haben wir sie nicht als weich und warmherzig kennengelernt, sondern als hart und sehr kaltherzig. Zu ihren Hobbys gehört auch noch das Schachspiel, dabei geht es aber nicht um Türme, Läufer und Bauern, sondern um Menschen die sie nach belieben hier und dorthin "setzt". Alles in allem wäre es hier vielen Menschen lieber gewesen sie wäre in München geblieben.

 

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