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Erschienen am 13.04.2010 00:00
Schwere Vorwürfe gegen früheren Hofer Pfarrer
Missbrauch | Der Geistliche soll 1964 eine Konfirmandin wiederholt zum Sex gezwungen haben.
Von Rainer Maier
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Schwere Vorwürfe gegen früheren Hofer Pfarrer
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Hof - Der Missbrauchsskandal in der Kirche hat Hof erreicht: Der frühere Pfarrer einer evangelischen Gemeinde in der Saalestadt soll im Jahr 1964 eine damals 13-jährige Konfirmandin wiederholt sexuell missbraucht haben. Die evangelische Landeskirche hat bestätigt, dass wegen der Anschuldigungen ein Disziplinarverfahren gegen den Geistlichen im Ruhestand eingeleitet wurde. Auch die Hofer Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen.

Wie Oberkirchenrätin Dr. Karla Sichelschmidt (Bild), die Leiterin der Landeskirchenleitung, bestätigte, hatte sich das mutmaßliche Opfer an die Medien gewandt und erzählt, dass sie von ihrem Pfarrer in den Sechzigerjahren zum Geschlechtsverkehr gezwungen worden sei. Journalisten hätten daraufhin die Landeskirche über den Fall informiert.

Die Süddeutsche Zeitung hatte am Samstag berichtet, das mutmaßliche Opfer habe sich als 13-Jährige in Hof an ihren Seelsorger gewandt und seinen Rat zur Lösung schwieriger Familienangelegenheiten erbeten. Der Pfarrer habe das Vertrauensverhältnis ausgenutzt und sie überredet, mit ihm im Auto in den Wald zu fahren, wo er sich von ihr habe befriedigen lassen. Später habe er sie auch bei ihr zu Hause missbraucht, wenn die Mutter nicht daheim gewesen sei. Über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren sei es immer wieder zu "handfesten sexuellen Handlungen" gekommen.

Der inzwischen pensionierte Geistliche bestätigte gestern im Gespräch mit der Frankenpost, dass ein kirchliches Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet sei. Er beteuerte jedoch, alle Vorwürfe seien nicht zutreffend: "Es ist keine Spur davon wahr." Dennoch habe er sich einen Anwalt genommen, um gegen "diese Anschuldigung, die nun plötzlich in der Luft liegt", vorzugehen. Für Montag sei ein klärendes Gespräch mit dem Landeskirchenrat geplant.

Leitender Oberstaatsanwalt Gerhard Schmitt teilte mit, die Staatsanwaltschaft Hof führe eigene Ermittlungen in der Sache. Der Vorgang sei von der evangelischen Landeskirche an seine Behörde herangetragen worden und habe "uns Anlass gegeben, darauf zu reagieren". Auch wenn nicht auszuschließen sei, dass die Angelegenheit strafrechtlich bereits verjährt ist, gelte es, die Vorfälle zunächst sauber zu ermitteln.

Bayerns Landesbischof Johannes Friedrich hat unterdessen unnachgiebige Härte gegenüber mutmaßlichen Tätern angekündigt. Verdächtige Kirchenmitarbeiter würden künftig sofort suspendiert, alle Verdachtsfälle bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.

 
 

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Kommentare zum Artikel

  • von pfaelzer am 13.04.2010 01:59
    46 Jahre
    Ja so mancher geht auch im Alter noch mit der Mode, und will einfach dabei sein!

  • von kormet am 14.04.2010 08:15
    100 plus
    .. es gab mal eine Zeit der "Hexenverbrennung" u.ä., bin mal gespannt wenn sich die ersten Nachfahren von Opfern melden.

  • von unbekannt am 14.04.2010 19:13
    Mich wundert es auch,
    daß man sich erst nach dieser langen Zeit "geschändet" fühlt!?
    Wenn es stimmt, spielt die Psyche der Betroffenen sicher eine sehr große Rolle..das muß man auch verstehen!
    Aber warum melden sich die Opfer gerade jetzt zu Wort? Das macht sie nicht unbedingt glaubwürdiger!
    Fakt ist: Man kann mit dem angeblichen Glauben sogar Leute motivieren, sich als Selbstmordattentäter rekrutieren zu lassen!
    Das gibt mir zu Denken!
    Den Völkerstamm, den ich hier meine, kann ich leider nicht benennen, da mein Beitrag sonst als "ausländerfeindlich" rausgeschmissen wird! Armes Deutschland!

 

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