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Hof - Am heutigen Donnerstag beginnen in Bayern wieder die Abiturprüfungen. Die meisten Abiturienten überlegen jedoch schon seit Längerem, welchen Weg sie nach den Prüfungen und dem Abschied vom Gymnasium einschlagen sollen. Falls sie ein Studium aufnehmen wollen, bieten sich auch die Universitäten und Fachhochschulen Oberfrankens und der nördlichen Oberpfalz als kompetente und renommierte Bildungsstätten an. Dies ergab das namhafteste deutsche Hochschul-Ranking, dessen Ergebnisse in dieser Woche veröffentlicht wurden.
Das gemeinnützige "Cent-rum für Hochschulentwicklung" (CHE) untersucht alle drei Jahre die Studiensituation in den 31 größten Studiengängen an allen deutschsprachigen Hochschulen. Das CHE wird von der Konferenz der Hochschulrektoren und der Bertelsmann-Stiftung getragen. In die Bewertung fließen neben dem wissenschaftlichen Renommee und der Ausstattung vor allem auch die Urteile von Studenten und Absolventen über ihre Uni ein.
Studiengang im Aufbau
An der Hochschule Hof wurde in diesem Jahr das Studienfach Maschinenbau neu bewertet und landete auf einem Mittelplatz. Der Studiengang, der in Hof erst seit drei Semestern angeboten wird, wurde vor allem von den Studenten hinsichtlich der Betreuung und des Kontakts zum Lehrpersonal wohlwollend beurteilt. Den überaus geringen Forschungsetat von nur 3900 Euro pro Professor erklärt die Hochschule gegenüber der Frankenpost damit, dass sich der Studiengang noch im Aufbau befinde, und dass daher alle Anstrengungen dem Aufbau der Lehre gälten. Mehrere Professuren wurden erst neu geschaffen und würden demnächst besetzt, kündigte Uni-Präsident Dr. Jürgen Lehmann an.
Bereits seit 2008 ist die Hochschule mit Spitzenplätzen im CHE-Ranking vertreten. Dies gilt vor allem für das Wirtschaftsingenieur-Studium, wo Hof zu den zehn besten Hochschulen im deutschsprachigen Raum zählt. Von der Labor-Ausstattung über den Praxisbezug bis zur Unterstützung von Auslandssemestern erteilen die Studenten Spitzennoten. Ähnliches gilt für die Betriebswirtschaftslehre.
An der Hochschule Coburg wurde in diesem Jahr das Bauingenieur-Studium neu bewertet. Dabei erhielt die Hochschule schlechte Noten von ihren Studenten. Wie das CHE-Ranking ausweist, kritisieren diese Betreuung, Lehrangebot und mangelnden Praxisbezug. Ihre Noten lassen den Coburger Studiengang ins Schluss-Drittel fallen. Ähnlich kritisch fallen die Urteile über das Maschinenbau-Studium aus.
Mit einem Spitzenplatz ist Coburg weiterhin bei der Bewertung des Studiengangs Sozialarbeit in der Untersuchung vertreten. Trotz eines vergleichsweise hohen Anteils von Studenten pro Lehrkraft gaben die Studenten 2008 der Hochschule Coburg durchweg Bestnoten. Das lässt auf ein hohes Engagement der Lehrbeauftragten schließen. Dementsprechend hoch ist die Reputation der Hochschule auf diesem Bereich. Der Fachbereich Informatik liegt innerhalb Deutschlands im Mittelfeld.
An der Universität Bayreuth hievten die Maschinenbau-Studenten ihre Uni vor allem wegen der guten Ausstattung mit Labors und Rechnern in das deutsche Spitzenfeld. Deutlich schlechtere Noten gab es hingegen für den Berufsbezug des Studiums. Neu bewertet wurden in diesem Jahr auch die Germanistik-Studiengänge. Dabei gab es vor allem von den Lehramts-Studenten Spitzennoten.
In den in diesem Jahr nicht neu bewerteten Studiengängen liegt die Uni Bayreuth vor allem bei der Betreuung der Studenten im deutschen Spitzenfeld. Darin sind sich die Studenten der Sportwissenschaften einig mit ihren Kommilitonen an der Fakultät für Chemie, Biologie und Geowissenschaften sowie den angehenden Juristen und Physikern. Sprach- und Literaturwissenschaften liegen im deutschsprachigen Raum im oberen Drittel. Im Mittelfeld bewegen sich Mathematik und Informatik. Einen guten Ruf haben Volks- und Betriebswirtschaft. Allerdings ist dem CHE bei seiner Erhebung aufgefallen, dass es in Bayreuth unterdurchschnittlich viele Studenten zu einem Doktortitel bringen.
An der Universität Bamberg glänzte in der aktuellen Untersuchung der Studiengang Anglistik mit Spitzennoten bei der Betreuung der Studenten und der internationalen Ausrichtung des Studiengangs. Ausgesprochen gut bewerteten auch die Psychologie- und die Germanistik-Studenten ihre Bedingungen. Im Mittelfeld liegen die Erziehungswissenschaften. In der Romanistik sind vor allem die Lehramts-Studenten hochzufrieden. Die Bachelor- und Master-Studenten lassen hingegen den Bezug des Studiums zur Praxis, Beruf und Forschung als allenfalls mittelmäßig durchgehen. Einen außerordentlich guten Ruf hat die Bamberger Universität auf dem Gebiet der Politik- und Sozialwissenschaften.
Deutlich unzufriedener sind die Betriebswirtschaftler. Hier fällt auf, dass vor allem die Absolventen ihrer ehemaligen Uni keine guten Noten ausstellen.
Der Schwung des Aufbruchs herrscht offenbar an der erst 1994 gegründeten Hochschule Weiden-Amberg. Die Betriebswirtschaftler geben ihren Studienbedingungen in Weiden die Spitzennote 1,6, die Studenten der Elektro- und Informationstechnik sowie der Verfahrenstechnik und des Chemie-Ingenieurswesens in Amberg die Note 1,7. Eine absolute Spitzenstellung nimmt die Hochschule auch beim Maschinenbau ein. Ihr fließen hier zudem außerordentlich hohe Summen an Forschungsgeldern aus der Wirtschaft zu.
Forderung nach Berufsnähe
Unzufrieden sind hingegen die Studenten der Medientechnik, die untere anderem einen besseren Bezug ihres Studiums zur Berufswelt fordern. Der Studiengang Informatik liegt bundesweit im Mittelfeld.


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