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Anfang des Jahres 2010 zeichnete sich in Nordbayern eine Häufung von Einbrüchen in öffentliche Gebäude mit einem erkennbaren Schwerpunkt auf Schulen, Freizeitanlagen und Rathäusern ab. Die Täter hatten es offenkundig auf Bargeld aus Kassen oder ganze Tresore abgesehen und konnten mit ihrer Beute unerkannt flüchten. Bei ihren nächtlichen Raubzügen knackten sie die aufgestöberten Geldbehältnisse entweder noch im Gebäude oder rissen sogar Tresore aus Verankerungen, nahmen sie mit und plünderten sie unweit des Tatortes in aller Ruhe. Fast überall gingen die Täter mit brachialer Gewalt vor und hinterließen sehr hohen Sachschaden, aber eben auch brauchbare Spuren, die bei der späteren Aufklärung eine erhebliche Rolle spielen sollten. Anhand der Arbeitsweise der Einbrecher war diese markante "Handschrift" schließlich bei 20 Fällen in Oberfranken deutlich erkennbar. Hinzu kamen weitere Fälle in Niederbayern, der Oberpfalz und in Unterfranken, die in dieses kriminelle Verhaltensmuster passten. Die so gewonnenen Erkenntnisse führten dazu, dass diese Serie eine Aufgabe für die Experten der Kriminalpolizeiinspektion mit Zentralaufgaben (KPI (Z))des Polizeipräsidiums Oberfranken in Bayreuth wurde.
Auf komplexe Formen der organisierten Kriminalität weit über die Grenzen Oberfrankens hinaus spezialisiert, stießen die Ermittler nach akribischen Ermittlungen in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Hof schließlich auf eine Gruppe von Verdächtigen aus dem Raum Trier. Bei diesen Personen handelte es sich um sieben 18- bis 27-jährige Männer, darunter Kosovaren und Türken, sowie zwei Deutsche türkischer und marokkanischer Abstammung. Zwei 24- und 26-jährige deutsche Frauen mussten ebenfalls in den Kreis der Verdächtigen einbezogen werden. Die Gruppierung war bereits im vergangenen Jahr im Raum Mittelfranken/Baden-Württemberg ins Visier von Polizei und Staatsanwaltschaft geraten. Ein gerichtsverwertbarer Tatnachweis konnte allerdings damals nicht geführt werden. Gleichwohl boten sich mit diesen Erkenntnissen den Bayreuther Ermittlern jetzt wertvolle Fahndungsansätze.
Anfang Mai nahmen zunächst Kripobeamte aus dem Allgäu unter der taktischen Regie der oberfränkischen Kollegen drei Mitglieder der Bande in Buchlohe bei Kempten beim Einbruch in eine Schule und ein Hallenbad auf frischer Tat fest. Umfangreiche Vernehmungen und der Abgleich mit gesicherten Spuren führten schließlich zum Ergebnis, dass insgesamt sieben Männer dringend verdächtig waren, zahlreiche Einbrüche in ganz Nordbayern begangen zu haben. Zwei Frauen hatten vermutlich die Aufgabe übernommen, Autos für den jeweils geplanten Coup völlig legal anzumieten und nach den Beutezügen zurück zu geben.
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Auf der Grundlage professionell gesicherter und ausgewerteter Spuren durch die Fachkommissariate der örtlich zuständigen Dienststellen und wertvoller Zeugenhinweise nach Aufrufen über die Medien, überführten die Ermittler die Bande schließlich der fast 40 Eigentumsstraftaten mit einem Gesamtentwendungsschaden von 45.000 Euro - und einem Sachschaden von rund 110.000 Euro. Die Beute war jeweils unter den Männern aufgeteilt worden. Die Frauen bekamen offenbar lediglich ihre Auslagen für die Anmietung der Autos zurückerstattet. Alle Beteiligten gingen keiner geregelten Arbeit nach.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erging gegen die sieben Männer Haftbefehl wegen schweren Bandendiebstahls. Sie sitzen bis zu ihrer Hauptverhandlung in Untersuchungshaft und haben bei einer Verurteilung mit mehrjährigen Haftstrafen zu rechnen. Die beiden Frauen konnten aufgrund ihrer geringeren Beteiligung wieder auf freien Fuß gesetzt werden.
In Oberfranken sind damit seit Januar 2010 bis dato unter anderem die Einbrüche in die Hauptschulen Hummeltal, Pottenstein und Pegnitz, die Schule und das Familienbad Gößweinstein, das Rathaus Betzenstein, eine Schule und ein Vereinsheim in Heiligenstadt, Schulen in Hollfeld und Weismain, die Hauptschule in Kirchenlamitz, das Hallenbad Münchberg, sowie die Einbrüche in Hallenbad, Grundschule und Realschule in Helmbrechts geklärt. Ob diese Tätergruppe für weitere Straftaten in Oberfranken verantwortlich ist, sollen die weiteren Ermittlungen zeigen.



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