KLOSTER BANZ – 100-jähriges Gründungsjubiläum feierten am Mittwoch in Kloster Banz (Landkreis Lichtenfels ) 143 Bezirkskaminkehrer aus ganz Oberfranken. Überschattet wurde das Fest der schwarzen Glücksbringer jedoch von einer EU-Neuregelung, die allerdings erst in einigen Jahren in Kraft treten soll.
Frei werdende Kehrbezirke sollen demnach künftig bundesweit ausgeschrieben werden. Bewerben könnten sich dann auch Personen und Dienstleister aus der Europäischen Union, jedoch müssten diese gleiche Qualifikationen nachweisen und die Meisterprüfung besitzen. Die jetzige Regelung soll für die Schornsteinfeger aber noch weitere fünf Jahre Bestand haben. Bundesweite Ausschreibungen könnten deshalb erst ab dem Jahr 2013 vorgenommen werden. Staatssekretär Dr. Joachim Wuermeling lobte, dass die Kaminkehrer bereit seien, die von der EU geforderten Änderungen mitzutragen.
Allein im Jahr 2006 seien in Deutschland in 14 Millionen Gebäuden fast 1,2 Millionen Mängel an bestehenden Feuerungsanlagen registriert worden. Das Auffinden dieser Fehler sei nur den Kontrollen der Schornsteinfeger zu verdanken.
Dass die Neuregelung zu mehr Bürokratie, mehr Verwaltung und zu höheren Kosten führen werde, befürchtete Klaus Dank, Landesinnungsmeister der bayerischen Kaminkehrer. Fraglich sei schon heute, ob durch die neuen Maßnahmen auch künftig die Feuersicherheit, der Umwelt- und der Gesundheitsschutz sichergestellt werden können. In einigen Ländern Europas würden heute schon keine vergleichbaren hohen Standards wie in der Bundesrepublik gefordert. Die Folge seien bis zu 300 Todesfälle durch Kohlenmonoxid pro Jahr in Frankreich und Polen – aufgrund schlampiger Kontrollen. DAGMAR DIETRICH

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