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Erschienen am 19.07.2007 00:00
ERMITTLUNGEN ABGESCHLOSSEN
Rauschgift statt Reserverad
Polizei stellte eine der größten Drogenmengen der letzten Jahre bei oberfränkischen Tätern sicher
VON STEPHAN HERBERT FUCHS
Mit 60 Kilo Haschisch im Kofferraum eines aufgemotzten Mercedes stellte die Polizei eine der größten Drogenmengen der vergangenen Jahre bei oberfränkischen Tätern sicher.
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Diese Rauschgiftplatten, die ein Bediensteter der Bayreuther Justiz (links) bewacht, präsentierten der Leiter der Polizeidirektion Bayreuth, Thomas Schreiber (rechts), und der Leitende Oberstaatsanwalt Thomas Janovsky. Auch 74 000 Euro aus den Drogengeschäften hat die Polizei in Schließfächern sichergestellt FOTO: FUCHS
Bild:  

BAYREUTH – Mit rund 60 Kilogramm Haschisch im Kofferraum hat die Polizei am 30. April auf der Bundesautobahn A3 bei Aschaffenburg zwei Männer aus Bayreuth festgenommen. Allein diese 60 Kilogramm hätten für 200000 Joints ausgereicht, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Thomas Janovsky am Mittwoch vor der Presse in Bayreuth. Weil im Zuge der jetzt abgeschlossenen Ermittlungen gegen die beiden Männer die Einfuhr von weiteren 60 Kilogramm Rauschgift nachgewiesen werden konnte, sprach Janovsky von einer der größten Sicherstellungen von Rauschgift bei oberfränkischen Tätern in den zurückliegenden Jahren.

Staatsanwaltschaft und Polizeidirektion Bayreuth hatten nicht nur wegen der großen Menge an Rauschgift eine gemeinsame Pressekonferenz angesetzt, sondern auch deshalb, weil die Persönlichkeit der Tatverdächtigen einige Besonderheiten aufzuweisen hat. Zum einen seien sie Brüder, zum anderen hätten beide ein Alter, in dem andere bereits an die Rente denken. Der 60-jährige Hauptverdächtige sei offiziell Hartz-IV-Empfänger und der Bayreuther Justiz kein Unbekannter gewesen, denn er habe bereits mehrjährige Freiheitsstrafen verbüßen müssen. Neben seinem 56-Jährigen Bruder sitzen derzeit wegen der Drogengeschichte auch noch ein 22- und ein 49-jähriger Mann in Untersuchungshaft. Alle seien mehrfach und einschlägig vorbestraft, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt. Weil einer der beiden auch noch der „Schwiegersohn in spe“ des Haupttäters ist, sprach Kripo-Chef Ralf Popp auch von einem richtigen kleinen Familienunternehmen.

Neben den Haschischplatten, die anstelle des Reserverades in dem aufgemotzten Mercedes AMG gebunkert waren, stellten die Beamten auch 74000 Euro sicher, die aus dem Handel mit Betäubungsmitteln stammen sollen. Das ist auch der Grund dafür, dass während der Pressekonferenz der Tisch mit den aufgetürmten Haschischplatten und Geldscheinbündeln von einem Justizbeamten streng bewacht wird. Die Kollegen aus Unterfranken hätten den Mercedes auf einen Hinweis hin gezielt kontrolliert, so der Leiter der Polizeidirektion, Thomas Schreiber. Sicher sei, dass das Rauschgift aus den Niederlanden stammt und in Mittelfranken verkauft werden sollte. Das Drogengeld sei anschließend in Schließfächern in Bayreuth sichergestellt worden.

Gegen alle vier Beschuldigten ist mittlerweile Haftbefehl wegen unerlaubter Einfuhr und unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge beziehungsweise wegen Beihilfe dazu erlassen worden. Wann ihnen der Prozess gemacht wird, steht derzeit noch nicht fest. Alle vier seien in unterschiedlichen Justizvollzugsanstalten untergebracht. Nach den Worten Janovskys hätten alle vier weder ihre Händler noch ihre potenziellen Abnehmer preisgegeben, sondern nur das zugegeben, was ohnehin bekannt war.

Haschisch habe den Ruf einer sogenannten weichen Droge, sagte Janovsky. Die Strafbarkeit des Erwerbs und des Handels dürften aber dennoch keinesfalls in Frage gestellt werden, machte der Oberstaatsanwalt klar. Als Einstiegsdroge, deren Harmlosigkeit immer wieder vorgegaukelt werde, diene es Verbrechern auch dazu, Jugendliche und junge Erwachsene an harte Drogen heranzuführen und sie noch abhängiger zu machen.

 
 

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