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Erschienen am 14.03.2008 00:00
OP-Fehler: Klinik zieht personelle Konsequenzen
Von Rainer Maier
Der Operationsfehler an der Hochfranken-Klinik in Münchberg hat massive personelle Konsequenzen nach sich gezogen. Das gesamte OP-Team wurde noch am selben Tag vom Vorstand der Kliniken Hochfranken, Norbert Goßler, vom Dienst suspendiert.
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Vorstand der Kliniken Hochfranken: Norbert Goßler
Bild: fp
Münchberg
Der Operationsfehler an der Hochfranken-Klinik in Münchberg hat massive personelle Konsequenzen nach sich gezogen. Das gesamte OP-Team wurde noch am selben Tag vom Vorstand der Kliniken Hochfranken, Norbert Goßler, vom Dienst suspendiert.

Diese Maßnahme wurde Goßler zufolge getroffen, nachdem man die Betroffenen zu dem Vorfall angehört hatte. Auch der Verwaltungsratsvorsitzende der Kliniken, Hofs Landrat Bernd Hering, sei in die Entscheidung einbezogen gewesen.

Nach Informationen der Frankenpost, die Goßler gestern nicht kommentieren wollte, gehören zu den Suspendierten auch der chirurgische Chefarzt der Klinik sowie der für diese Operation zuständige Chefarzt der Anästhesie-Abteilung. Beide Mediziner waren erst seit wenigen Monaten an den Kliniken Hochfranken tätig.

Zwei Chefärzte suspendiert

Goßler zufolge wurden alle organisatorischen und personellen Konsequenzen eng mit dem Verwaltungsrat abgestimmt. Die Kliniken Hochfranken mit ihren Häusern in Münchberg und Naila sind ein Kommunalunternehmen des Landkreises Hof.

Norbert Goßler bat um Verständnis dafür, dass mit Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen „zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Angaben zu dem Vorfall“ gemacht werden könnten. Alle Erklärungen würden „eng und vertrauensvoll“ mit der Patientin und ihren Angehörigen abgestimmt, die eine öffentliche Diskussion des Vorgefallenen nach Möglichkeit vermeiden möchten.

Der 78-jährigen Johanna L. (Name geändert) geht es nach Informationen unserer Zeitung nach der dramatischen Fehloperation den Umständen entsprechend gut. Sie wird weiterhin in der Klinik Münchberg betreut.

Nicht rückgängig zu machen

Mit dem künstlichen Darmausgang, den eigentlich eine andere Patientin bekommen sollte, wird die betagte Frau nun leben müssen. Wie die Frankenpost erfahren hat, ist der Eingriff aus medizinischen Gründen nicht mehr operativ rückgängig zu machen.

Der chirurgische Chefarzt der Klinik Münchberg, der nach Informationen aus zuverlässiger Quelle zu den Suspendierten gehört, hatte die Abteilung erst am 1. April 2007 übernommen. Der Chefarzt der zentralen Anästhesie-Abteilung kam am 1. Juli 2007 an die Hochfranken-Kliniken.

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Leitender Oberstaatsanwalt Gerhard Schmitt
Bild: Rainer Maier
In Hof bestätigte Leitender Oberstaatsanwalt Gerhard Schmitt am Donnerstagabend auf Anfrage der Frankenpost, dass „wegen eines möglichen Kunstfehlers am Krankenhaus in Münchberg“ Ermittlungen aufgenommen wurden. Die Untersuchungen seien „noch im Vorstadium“ und würden sich gegen mehrere Personen aus dem Kreis des Klinikpersonals richten.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Ob und wer schließlich mit einer möglichen Straftat, etwa einer fahrlässigen Körperverletzung, beschuldigt werde, müssten weitere Beweiserhebungen erst ergeben.

 
 
 

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Kommentare zum Artikel

  • von unbekannt am 16.03.2008 18:29
    Wo werden diese Ärzte jetzt wohl tätig werden?
    Dieser Beitrag macht sicherlich nicht nur mir allein Angst vor einem irgend wann notwendigen Krankenhausaufenhalt.

    Werden wir - als Hofer Bürger - erfahren, wo diese, derzeit gekündigten Ärzte ihre zukünftige Tätigkeit ausüben werden.

    Dürfen wir sicher sein, das wir Ihnen nicht im Klinikum Hof wieder
    begegnen werden ?

    amiigo

  • von ks am 16.03.2008 21:23
    Approbation
    Ganz ehrlich glaube ich nicht, dass diese Ärzte (hier in der Nähe) eine Anstellung finden werden.
    Ich glaube irgendwann einmal etwas davon gehört zu haben, dass Ärzten, die einen Fehler machen, die Approbation entzogen wird. Ob das hier geschehen wird...

  • von kuhdoktor am 19.03.2008 18:10
    Halbgötter in weiß ?
    Es mutet mich als Mediziner, der es aber mit vierbeinigen Patienten zu tun hat, schon komisch an wie über das mögliche Strafmaß diskutiert wird. Wenn uns einmal aus Versehen ein Lapsus unterläuft der niemandem schadet, sondern nur EU-Vorschriften verletzt - die außer uns Deutschen niemand sonst in der EU kennt, geschweige denn beachtet, dann haben wir uns sofort bei der Regierung und der Staatsanwaltschaft zu verantworten - saftige 4-5stellige Geldstrafen und Verlust der Approbation stehen dann immer im Raum.

  • von babsie79 am 08.04.2008 11:23
    Kritik/Vorwürfe/zu schnelles Handeln Artikel vom 08.04.2008
    Ich finde es richtig das die Verantwortlichen entlassen wurden und ich finde auch Schmerzensgeld und Verurteilung ist ja wohl das mindeste. Die Patienten hat den Schaden und MUSS damit leben !!! Ärtze verfügen mit Abstand über den meisten Verdienst und man DARF sich in solchen Fällen einfach KEINERLEI Fehler erlauben. So etwas DARF nicht passieren, das muss eben genauer kontrolliert werden welcher Patient vor mir liegt und was zu machen ist. "Der Patient ist ja ab diesem Zeitpunkt den Ärtzten ausgeliefert"!

 

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