Marktredwitz/Bayreuth – Die Bayreuther Kriminalpolizei hat noch keine neuen Ergebnisse im Fall des Mannes, der sich unter Vorspiegelung falscher Tatsachen als Referent ins Otto-Hahn-Gymnasium Marktredwitz eingeschlichen hat. Wie gestern berichtet, glauben Schüler des Gymnasiums, in dem Mann jenen Unbekannten identifziert zu haben, den die Kripo per Phantombild sucht, weil er angeblich mehrfach in der Region Kinder ansprach und versuchte, sie in sein Auto zu zerren. Ein Sprecher der Polizei Polizei Bayreuth sagte gestern gegenüber der Frankenpost, dass die Angaben aus Marktredwitz zu den 80 Spuren gehören, der die Kripo nachgeht.
Unabhängig vom Ausgang der Ermittlungen hat das Marktredwitzer Gymnasium die Kriterien bei der Auswahl seiner externen Referenten verschärft. Dies erläuterte Schulleiterin Gertraud Nickl unserer Zeitung. Sie schilderte, dass sich der Mann, dessen Name und Adresse der Schule bekannt seien, recht geschickt an dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Gymnasium eingeführt habe. Zu Beginn des Schuljahres stellte er sich demnach als an der Universität Bayreuth tätiger Physiker vor und erbot sich, einen Vortrag zu halten. Die Schule wähnte sich in Sicherheit, weil der Mann zumindest vom Sehen her auch einem Lehrer des Gymnasiums bekannt war, der an der Uni Bayreuth einen nebenberuflichen Lehrauftrag hat.
Nun habe sich herausgestellt, dass der angebliche Physiker lediglich als Zuhörer in den Vorlesungen gesessen habe. Auf den Mann aufmerksam geworden sei die Schule, weil Schüler ein auffällige Ähnlichkeit mit dem Phantombild der Bayreuther Polizei feststellten. „Wie aus dem Gesicht geschnitten“, bestätigt auch die Schulleiterin.
Sofort nach dem Bekanntwerden der ersten Gerüchte habe die Schule eigene Recherchen angestellt – mit einem für die Schule wenig erfreulichen Ergebnis. So habe sich herausgestellt, so Gertraud Nickl, dass sich der „Physiker“ mehrfach in der Mensa der Schule aufgehalten und dort Kinder angesprochen habe. Er habe offensichtlich versucht, die Daten zu erfahren, unter denen die Schüler privat im Internet zu erreichen seien und ihnen kostenlose Nachhilfeunterricht angeboten. Daraufhin habe man die Polizei informiert und dem Mann Hausverbot erteilt.
Gegenüber der Frankenpost bestritt der in Weiden lebende Mann gestern Abend entschieden jeden Annäherungsversuch an Kinder. Es entspreche auch nicht der Wahrheit, dass er sich als Physiker ausgegeben habe. Selbst einen Vortrag will er an dem Marktredwitzer Otto-Hahn-Gymnasium niemals gehalten haben.

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