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Bayreuth - Mit der Grundig Business Systems GmbH in Bayreuth hat einer der drei weltweit führenden Anbieter professioneller Diktiersysteme seine komplette Produktion in Oberfranken. Nach einer bewegten Geschichte des Standortes konzentrierte man sich hier seit Ende 2003 unabhängig von der früheren Grundig-Muttergesellschaft auf die Diktiergerätesparte. Am Haupt- und Produktionssitz Bayreuth sowie am Vertriebsstandort in Nürnberg beschäftigt Grundig Business Systems (GBS) derzeit rund 120 Mitarbeiter, darunter vier Auszubildende. Direkte Vertriebsbüros gibt es unter anderem in Paris, London, Stockholm und Chicago.
"Diktieren hat nach wie vor Konjunktur, auch wenn der Markt nicht explosionsartig wächst", sagt Roland Hollstein, seit Anfang 2006 Geschäftsführer des Unternehmens. Noch immer werde die Produktpalette von analogen Geräten beherrscht, die Tendenz gehe aber klar zu digitalen Geräten, erläutert der Münchner, der vor seiner Bayreuther Tätigkeit bei namhaften Softwareunternehmen beschäftigt war. Neben den Themen Sprachaufzeichnung, Sprachbearbeitung und Konferenzsysteme produziert und entwickelt das Bayreuther Werk auch eine breite Palette an Zubehörteilen, wie etwa Mikrofone für Spracherkennung oder Software für das Diktatmanagement. Im digitalen Bereich bietet Grundig Business Systems sämtliche Geräte für mobiles und stationäres Diktieren, vom flexiblen Voice-Recorder über ergonomisch optimierte Handdiktiergeräte bis zum Diktiermikrofon.
"Das Thema Diktieren wird auch in der Zukunft noch eine Rolle spielen", ist sich Geschäftsführer Hollstein sicher. Das Angebot richte sich in erster Linie an professionelle Anwender mit hohem Diktataufkommen. So wurden beispielsweise Gerichte in Brandenburg und Hamburg, die komplette Sozialgerichtsbarkeit des Saarlandes und mehrere namhafte Klinikgruppen in Deutschland mit Technik "Made in Oberfranken" ausgestattet. Vertrieben werden die Produkte von Grundig Business Systems komplett über die weltweit 800 Partner. Über 50 Prozent des Umsatzes in Höhe von rund 20 Millionen Euro pro Jahr werden in Deutschland erzielt. "Deshalb können wir beispielsweise in Sachen Support relativ schnell reagieren", erläutert Hollstein. Der Rest geht zu einem großen Teil ins europäische Ausland, im Wesentlichen nach England, Frankreich oder in die skandinavischen Länder. Aber auch in den Vereinigten Staaten hat GBS mit dem Büro in Chicago einen Fuß im Markt.
Grundig Business Systems ist eines von insgesamt vier Nachfolgeunternehmen der einstigen Grundig AG, die bis zu ihrer Insolvenz 2003 auf eine bewegte Geschichte am Standort Bayreuth zurückblicken konnte. Noch 1985 galt Bayreuth als größtes Tonbandwerk der Welt. GBS, das zum Zeitpunkt der Insolvenz bereits als eigenständiges Tochterunternehmen fungierte, galt als eines der Filetstücke, die im Zuge der Grundig-Abwicklung an eine Münchner Investorengruppe verkauft wurden. "Seit damals ist es stets bergauf gegangen", sagt Hollstein, der auch für die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise nur eine "leichte Delle" ausmachen kann. "Mit Ärzten, Justiz und öffentlicher Verwaltung ist unsere Hauptklientel relativ konjunkturunabhängig", erläutert Hollstein die Gründe für das gute Überstehen der Krise.
Als wesentliche Zukunftsaufgaben bezeichnet es der Geschäftsführer, neue innovative Produkte zu entwickeln und das Unternehmen im Premium-Segment weiter zu festigen. "Wir wollen vor allem unsere Position als globaler Anbieter weiter ausbauen", so Hollstein. Als zweites Standbein des Unternehmens wurde bereits die industrielle Auftragsfertigung bestimmter Produktkomponenten für Anbieter aus dem elektronischen Bereich etabliert. Der Name Grundig stehe eben noch immer für deutsche Wertarbeit.


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