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Frau Unglaube, nach welchen Kriterien hat die Jury die Schüler ausgewählt?
Unglaube: Unser Angebot hat sich an alle Schüler der 10. Klassen unserer Partnerschulen gerichtet. Von den potenziell 400 Kandidaten haben sich dann mehr als 100 bei uns beworben. Sie mussten einen sehr anspruchsvollen MINT-Test absolvieren und ein Motivationsschreiben abgeben. Letztendlich war für die Jury, die sich aus Wissenschaftlern, Lehrern, Wirtschafts- und Politikvertretern zusammensetzte, der Gesamteindruck entscheidend. Als Kriterien haben wir neben MINT-Wissen und allgemeinem Notendurchschnitt das Arbeits- und Sozialverhalten sowie den sozioökonomischen Hintergrund der Schüler herangezogen. Wir wollen leistungsstarken und -willigen Nachwuchs fördern. Schüler aus einem schwächeren sozialen Umfeld sollen bei uns genauso eine Chance erhalten wie Kinder aus Akademiker-Familien.
Warum ist das MINT-Projekt international ausgerichtet?
Wir haben bei den Modellprojekten in den vergangenen beiden Jahren bereits sehr gute Erfahrungen gemacht. Auch da waren Schüler aus Polen dabei und sie haben einen ausgezeichneten Eindruck hinterlassen. Außerdem wollen wir einen Beitrag zu einem gemeinsamen Europa leisten. Es gab 2009 genau am "Tag der Deutschen Einheit" eine Entscheidung des Campus-Vorstands mit dem Kuratorium. Dessen Sprecher Martin Blessing schlug spontan vor, angesichts des 20. Jahrestags der Grenzöffnung eine ungarische Schule mit ins Boot zu holen. Ungarn hatte 1989 maßgeblich zum Fall des Eisernen Vorhangs beigetragen. Deshalb waren auch wir anderen von dieser Idee begeistert. Schließlich wäre unser heutiges Europa ohne den Mut der damaligen ungarischen Regierung kaum vorstellbar.
Was erwartet die Schüler?
Höhepunkt des Projekts ist in diesem Jahr eine einwöchige Orientierungswoche in Mecklenburg-Vorpommern. Die Schüler werden dort zum Beispiel an Workshops zu Themen wie MINT, Business-Etikette oder Studium-Finanzierung teilnehmen. Zudem werden sie sich in Bildungseinrichtungen und Unternehmen informieren. Zur Teambildung stehen ein Fußball-Turnier und der Besuch der Störtebeker-Festspiele in Ralswiek auf dem Programm.
Das Projekt ist auf fünf Jahre ausgelegt. Warum dieser lange Zeitraum?
Nachhaltigkeit ist uns besonders wichtig. Wir wollen junge Leute von der Schule bis weit ins Studium hinein begleiten. 2011 soll es weiterführende Workshops geben und die Teilnehmer werden an MINT-Projekten in Unternehmen arbeiten. Wir starten ebenfalls ein Mentorenprogramm. Wir bilden in den drei Ländern sechs- bis achtköpfige Gruppen, die sich mit verschiedenen MINT-Themen beschäftigen. Dabei arbeiten die Schüler mit talentierten Studenten und Führungskräften aus der Wirtschaft zusammen. In Hof kristallisiert sich bereits ein Schwerpunkt Informatik heraus.
Das Gespräch führte Matthias Will


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