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Ressort Wirtschaft
Erschienen am 10.07.2010 00:00
Die Zukunft ist international
Von Daniela Köhler
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Dr. Werner Schnappauf
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Kloster Banz - Über 400 Gäste aus Industrie, Politik und Verwaltung hatten am Donnerstagabend den Weg nach Kloster Banz zum 8. Wirtschaftstag Oberfranken gefunden, um sich untereinander auszutauschen und mit dem Thema "Industriestandort stärken" zu befassen. Eingeladen hatten die Arbeitgeberverbände vbw (Verband der bayerischen Wirtschaft), bayme (Bayerischer Unternehmensverband Metall- und Elektroindustrie) und vbm (Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie) zur mittlerweile schon fast zur Tradition gewordenen Veranstaltung.

"Die bayerische Wirtschaft ist besser durch die Krise gekommen als andere Regionen und hat bei Umsätzen, Auftragseingängen und der Produktion in den letzten Monaten sehr erfreuliche Zuwachsraten zu verzeichnen, aber der Blick auf Oberfranken treibt dennoch einige Sorgenfalten auf die Stirn", meinte Thomas Kaeser, Vorsitzender der Bezirksgruppe Oberfranken. In strukturschwachen Gebieten werde der Aufschwung später ankommen, meinte der Unternehmer. Deshalb sei es wichtig, den Firmen verlässliche Rahmenbedingungen zu bieten. Kaeser begrüßte in diesem Zusammenhang die Sparbeschlüsse der Bundesregierung. Steuererhöhungen zur Finanzierung des Defizits lehnte er ab.

"Wir werden erleben, dass dieses Jahr noch eine außerordentlich gute Entwicklung bringt", meinte auch der Hauptredner des Abends, Dr. Werner Schnappauf, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), angesichts der jetzt veröffentlichten Prognosen. Der jetzige Erfolg sei aber noch kein Grund dafür, sich zurückzulehnen und auszuruhen. Was für 2010 gelte, sei nicht selbstverständlich für die Jahre 2011 und 2012, da derzeit zum einen weltweit Konjunkturprogramme laufen, um die Wirtschaft zu unterstützen, und außerdem zahlreiche Regierungen die Konsolidierung ihrer Haushalte angekündigt hätten. "Damit ist nicht mit Investitionen zu rechnen", warnte der BDI-Geschäftsführer.

Auf der anderen Seite habe die Bundesrepublik von allen entwickelten Ländern den höchsten Industrieanteil, und die Krise habe gezeigt, dass die Realwirtschaft das Fundament der Wirtschaft sei. Der Mittelstand wiederum sei das Rückgrat der deutschen Industrie. Deshalb gelte es ihn zu stärken und alles zu tun, um ihm optimale Rahmenbedingungen zur Verfügung zu stellen. "Der Unterschied zwischen Deutschland und China ist, das China Neuerungen wesentlich schneller umsetzt", monierte Schnappauf. Hier bestehe dringend Handlungsbedarf.

Aber auch die Unternehmen selbst müssten das ihre dazu beitragen, dass die Entwicklung positiv verlaufe. Beide Referenten waren sich einig, dass an einer zunehmenden Internationalisierung auch für mittelständische Unternehmen kein Weg vorbei führe. Zu wenige Unternehmen in der Region exportierten noch viel zu wenig in Länder außerhalb der EU, in denen aber die Wachstumszuwächse wesentlich größer seien, als innerhalb der Union, meinte Schnappauf. Er regte an, dass sich Firmen, die für eigene Aktivitäten zu klein seien, zusammenschließen und gemeinsam fremde Märkte erobern.

Ein weiterer Schwerpunkt war der demographische Wandel und der Fachkräftemangel. Die Lösung sahen beide Referenten darin, das vorhandene Potenzial stärker auszuschöpfen. Kaeser appellierte an alle Unternehmer, noch stärker aus- und weiterzubilden - eventuell auch durch berufsbegleitende Studiengänge. Außerdem müsse die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gestärkt werden. Schnappauf wollte darüber hinaus Menschen mit Migrationshintergrund stärker gefördert und besser integriert sehen.

 
 

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