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Greifswald/Hof - Unternehmen, Schulen und Hochschulen müssen noch intensiver zusammenarbeiten, um für den immer härteren internationalen Wettbewerb gerüstet zu sein. Das ist die Botschaft, die vom in Hof und Frankfurt am Main ansässigen Campus of Excellence ausgeht. Martin Blessing, Vorstandschef der Commerzbank und Sprecher des Campus-Kuratoriums, sagte: "Nachwuchsförderung ist eines der wichtigsten Themen für den Mittelstand. Wir wollen hier Hilfestellung leisten." Es gehe darum, leistungsstarke und -willige Schüler und Studenten zu fördern - unabhängig vom sozialen Hintergrund der Familie. Der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering (SPD), bezeichnete den Campus of Excellence als "einzigartiges Netzwerk", das Arbeitgeber, Studenten und Schüler zusammenbringe. Der Wettbewerb um talentierte Nachwuchskräfte werde immer schärfer, prognostizierte Sellering.
Fachkräftemangel
Ziel des Projekts "Zukunft MINT" ist es, mehr junge Menschen für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern und sie bei der Studien-, beziehungsweise Berufswahl zu beraten. Hintergrund ist der schon jetzt spürbare Fachkräftemangel in diesen sogenannten MINT-Fächern. "Dieser Entwicklung müssen wir entgegenwirken", erklärt Cornelia Unglaube, Vorstandsvorsitzende des Campus of Excellence. Das Programm für die zirka 70 Neunt- und Zehntklässler aus acht Schulen ist auf fünf Jahre ausgelegt. Vertreten sind das Hofer Schiller-Gymnasium, das Schulzent-rum Kühlungsborn, das Lilienthal-Gymnasium Anklam (Vorpommern), das Kossuth-Lajos-Gymnasium (Budapest), die Deutsche Schule Budapest, die Willy-Brandt-Schule in Warschau, das Liceum Leonard Piwoni und das Liceum Bohaterowie Monte Cassino (beide Stettin/Polen). Die Schüler arbeiten während der Laufzeit an Projekten in Hochschulen und Unternehmen und werden von Mentoren begleitet. "Nachhaltigkeit ist für uns ein zentraler Faktor", sagt Vorstandsvorsitzende Cornelia Unglaube.
Die Einführungswoche findet derzeit ebenfalls in Mecklenburg-Vorpommern statt. Die Schüler, die sich für das Projekt durch exzellente Leistungen in MINT-Fächern und durch überdurchschnittliches soziales Engagement qualifiziert haben, besuchen unter anderem das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Neustrelitz, das Ozeaneum in Stralsund und die Reederei Aida Cruises in Rostock, die als renommierter Kreuzfahrtanbieter bekannt ist. Weiterhin stehen Exkursionen zu den Hochschulen Stralsund und Neubrandenburg sowie zu den Universitäten Rostock und Greifswald auf dem Programm. Ein "Business-Etikette"-Workshop und ein Assessment-Center sollen zur Persönlichkeitsbildung beitragen.
Ministerpräsident Sellering betonte, dass der Campus mit "Zukunft MINT" eine wichtige Aufgabe erfülle. "Wir brauchen dringend Leute in diesen Bereichen. Die bekommen wir aber nur, wenn wir Lust auf MINT machen." Dieter Heinze, Vorstandsvorsitzender der Hans-Vießmann-Technologie-Stiftung und Kuratoriumsmitglied des Campus of Excellence, hält das Mentorenprogramm für ein bedeutendes Instrument. "Das hilft den jungen Leuten sehr bei der beruflichen Entscheidungsfindung." Heinze forderte, dass in der Wirtschaft wieder mehr Augenmerk auf Werte gelegt werden soll. Es sei mitunter besser, selbst hochbegabte Bewerber abzulehnen, wenn diese charakterlich nicht zum Unternehmen passten.
Anspruchsvolle Projekte
Die "Praxis Academy" ist die zweite Säule des Campus of Excellence, dem mittlerweile mehr als 80 Unternehmen, Verbände, Hochschulen und Schulen aus sieben europäischen Ländern angehören. Im Rahmen dieses Projekts arbeiten talentierte Studenten an anspruchsvollen Projekten in den Partnerunternehmen.
Campus-Post - Schüler machen Zeitung
Um die Medienkompetenz der Schüler zu fördern, haben der Campus of Excellence und die Frankenpost im vergangenen Jahr die Campus-Post gegründet.
In der Zeitung, die einmal jährlich als Sonderausgabe erscheint, berichten die Teilnehmer des Campus-Schülerprojekts von ihren Erfahrungen.
Sie recherchieren zu MINT-Themen, führen Interviews mit Experten und verfassen eigene Beiträge. Journalisten aus verschiedenen Zeitungen betreuen und begleiten die Schüler aus Deutschland, Polen und Ungarn bei ihren Aufgaben. Und schließlich produzieren erfahrene Redakteure im September mit dem Nachwuchs in den Räumen der Frankenpost die Campus-Post.
Dem Campus-Post-Redaktionsteam gehören an: Andrea Herzig (freie Mitarbeiterin von Ökotest, FAZ und Frankfurter Rundschau), Alexandra Straush (freie Journalistin, unter anderem für die Financial Times, Süddeutsche Zeitung), Tobias von Heymann (freier Journalist, Die Welt), Marc Hofmann (Axel-Springer-Akademie), Thomas Reinhold (früher FAZ, jetzt Kommunikationsabteilung Roland Berger), Rainer Schmidt (Frankenpost) und Matthias Will (Frankenpost) als Chefredakteur. Die Foto-Redaktion liegt bei Hermann Kauper (Frankenpost) und Hans-Peter Schwarzenbach, Fotograf in Hof.




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