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Erschienen am 27.10.2008 00:00
MIT BILDERGALERIE
Badewitz: Wir sind zu lässig!
Filmtage-Report | Im Traditionsfußballspiel besiegt Filmwelt den FC Hofer Filmtage 3 : 2
Von Roland Rischawy
Kurz vor dem Anpfiff verlieren die Verantwortlichen den Überblick.
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Eilen nach dem Anstoß federnd vom Platz: Heinz Badewitz, früher rechter Verteidiger, und Regisseur Michael Verhoeven. Foto: M. Giegold
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Kurz vor dem Anpfiff verlieren die Verantwortlichen den Überblick. Als sich die Fußballer des FC Hofer Filmtage und des FC Hofer Filmwelt zum Mannschaftsfoto postiert haben und die ersten Fotos geschossen sind, kommt Schiedsrichter Gerhard Rödel angerannt und ruft: „Losst mich na aa mit nauf!“

Brüllaffen übertönen die Fans

Dann kann’s losgehen, das traditionelle Filmtage-Fußballspiel, das in diesem Jahr zum 41. Mal stattfindet. Schauplatz wie immer: Der idyllisch gelegene Fußballplatz der Freien Turner auf dem Theresienstein, auf dem die Anfeuerungsrufe der Zuschauer gelegentlich von den Brüllaffen im Kleinzoo übertönt werden.

Wenige Minuten nach dem Anstoß, den Filmregisseur Michael Verhoeven mit Festival-Leiter Heinz Badewitz ausführt, lenkt ein Kamerateam den prominenten Gast mit einem überfallartigen Interview vom Spielgeschehen ab. Die Bedeutung des Fußballspiels für ihn? „Wenn’s das nicht gäbe, wäre ich überhaupt nicht hier“, scherzt Verhoeven. Von dem daneben stehenden Heinz Badewitz erfährt der Reporter, dass Badewitz früher in der Bavaria-Film-Mannschaft als rechter Verteidiger gespielt habe. Ob er ein Ackerer gewesen sei? „Nein, kein Ackerer – ich war ein eleganter Spieler“, korrigiert Badewitz den Reporter.

Auf dem Platz liefern sich die Filmtage-Dribbler ein ziemlich faires Spiel, mit einem durchwachsenen, gutbürgerlichen Anteil an Fouls. In der Anfangsphase erscheint die Filmwelt-Elf insgesamt etwas druckvoller, zupackender, was sich schon darin äußert, dass Heinz Badewitz vom Spielfeldrand aus mahnt: „Verteidigung, hinten bleiben!“ Spätestens an dieser Stelle wird auch dem Außenstehenden klar: Badewitz, der als Präsident beider Mannschaften fungiert, rutscht immer wieder von der Plattform des Unparteiischen ab. Man spürt noch in zwanzig Metern Entfernung von ihm, dass sein Herz stärker für das FC-Filmtage-Team schlägt.

Nur wenige Sekunden, nachdem Badewitz seiner Elf bescheinigt hat: „Wir sind zu lässig!“, zementiert Werner Goller durch einen hammerartigen Flachschuss ins linke Eck die leichte Überlegenheit der Filmwelt. Nach der Pause kopiert der überragende Trainer-Sohn Alexander von Moers, der ebenso wie sein Bruder Jakob und Rüdiger Heinze an Brandgefährlichkeit nicht zu überbieten ist, das Goller-Tor auf der Gegenseite zum 1:1-Gleichstand.

Bei den Hofern glänzen der quirlige Marko Schaller, der kämpferische Hof-Grieche „Stereo“, das Urgestein Ulli Vollert und der Rackerer Peter Reifenrath. Letzterer bringt die Filmwelt in der 51. Minute mit einem Scharfschuss ins linke Eck wieder in Führung.

Die fruchtlosen Gegenattacken der Filmtage-Stürmer kommentiert Heinz Badewitz, Tee trinkend, mit den Worten: „Jeder will selbst ein Tor schießen. Das ist das Problem von uns!“ Er hat den Satz gerade ausgesprochen, da befolgt der Parade-Stürmer Alexander von Moers Badewitzens Worte und jagt einen Freistoß an der Mauer vorbei ins Filmwelt-Tor.

Schwerste „Abseits“-Proteste

Unter schwersten Protesten („Abseits!“) akzeptiert „Schiri“ Rödel vier Minuten später das 3 : 2-Siegtor für die Filmwelt, das Pepe Diaz im Fünf-Meter-Raum per Kopf erzielt. „Unsere Leute hätten rauslaufen müssen“, philosophiert Badewitz, „dann wäre der Diaz im Abseits gewesen!“

Was nach dem abschließenden Knackwurst-Essen in der Gaststätte der Freien Turner bleibt, ist ein Novum in der Geschichte des Weltfußballs – die Erkenntnis des Heinz Badewitz: „Der Schiedsrichter hat eindeutig zu hart gepfiffen!“

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