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Hof - Als im Jahr 1960 die Psychologische Beratungsstelle der Diakonie Hochfranken in Hof mit einer Mitarbeiterin zwei Mal im Monat einen Sprechtag für 48 Klienten abhielt, hat sicherlich niemand vorausgesehen, dass innerhalb eines halben Jahrhunderts die Zahl der Hilfe suchenden Menschen in der Region auf dreitausend ansteigt. In dieser Zeit entwickelte sich die Beratung in den unterschiedlichsten Angeboten inhaltlich und fachlich ständig weiter. Heute können sich Menschen, die mit ihren Problemen gleich welcher Art nicht mehr allein fertig werden, vertraulich an die Einrichtung wenden und erhalten dort fachkundige Hilfe von 21 Mitarbeitern.
Der Festakt zum 50. Geburtstag im neuen Haus, dem "Treffpunkt Familie" am Schellenberg, zeigte denn auch, welche Bedeutung diese Institution inzwischen erlangt hat. Hochrangige Vertreter der evangelischen Kirche, Politik und Wirtschaft hatten sich eingefunden, um mit den Mitarbeitern dieses Jubiläum würdig zu begehen.
Geschäftsführerin Maria Mangei und Bereichsleiterin Ulrike Frings oblag es, ihre Gäste willkommen zu heißen und ihnen die Entwicklung der Beratungsstelle in den vergangenen fünf Jahrzehnten darzulegen. Ein Prozess, in dem man sich stets mit veränderten gesellschaftlichen Bedingungen auseinandersetzen musste. Ein anderer Aspekt dieses Prozesses, so war zu hören, sei Lernen und Entwicklung, weil sich die Beratungs- und Therapielandschaft gründlich verändert hat. Die Psychologische Beratungsstelle sei heute breit vernetzt mit einer Vielzahl von Institutionen öffentlicher und freier Träger. Neben der breiten Palette der Beratungsangebote gebe es im "Haus der Familie" betreuende Angebote für Kinder bis zwölf Jahre sowie Bildungs- und Begegnungsmöglichkeiten.
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In Hof gibt's alle Angebote
Weil Staatsministerin Christine Haderthauer am Festakt nicht selbst teilnehmen konnte - sie feierte an diesem Tag ihre Silberne Hochzeit - überbrachte stellvertretend Ministerialdirigentin Johanna Huber die Grüße und Glückwünsche zum 50. Jubiläum. Sie tue dies besonders gerne, habe sie doch endlich die Gelegenheit, "ein hervorragend gutes praktisches Beispiel, von dem ich schon viel gehört habe, zu besichtigen und zu erleben". Hier in Hof begegne sie allen Angeboten, für die sich das Sozialministerium Tag für Tag einsetze.
Im Treffpunkt Familie im Schellenberg sehe sie all die Projekte und ambulanten Regelangebote in einzigartiger Weise konzeptionell zusammengeführt. Daher gelte ihr Dank zu allererst allen Mitarbeitern der Beratungsstelle für ihre wertvolle und wichtige Tätigkeit sowie der Diakonie Hochfranken für die sehr guten strukturellen und organisatorischen Voraussetzungen der Beratungstätigkeit. Imponierend sei die Entwicklung, welche die Psychologische Beratungsstelle zur Unterstützung der Hofer Familien genommen habe. Nach und nach sei ein Netzwerk rund um die Familie geknüpft worden, das an einem zentralen Ort für unterschiedliche Bedarfs- und Lebenslagen der Familien und ihrer Kinder ein stets passendes Angebot bereithalte.
In seiner Eigenschaft als Bürgermeister von Hof und stellvertretender Bezirkstagspräsident gratulierte Eberhard Siller zum Jubiläum. In langer und vertrauensvoller Zusammenarbeit hätten sowohl die Stadt als auch der Bezirk Oberfranken die Psychologische Beratungsstelle als kompetenten Partner kennen und schätzen gelernt. Seit einem halben Jahrhundert sei sie wichtige Anlaufstelle für Menschen in schweren Lebenslagen. Aus dem Beratungsangebot in der Region Hof und Wunsiedel sei diese Einrichtung der Diakonie Hochfranken mit ihren Außenstellen nicht mehr wegzudenken.
Als größtes Problem bei der Suchtberatung bezeichnete Siller das Thema Alkohol. Erschreckend dabei sei die Zunahme bei den Jugendlichen und sogar Kindern, die immer öfters zur Flasche griffen. Gerade dies zeige, wie wichtig Suchtberatung und Präventionsarbeit seien. Mit dem Projekt "HaLT" gehe die Diakonie den richtigen Weg.
Im Namen des Landkreises Hof sprach Regierungsdirektor Berthold Bär für den verhinderten Landrat Bernd Hering. In den fünf Jahrzehnten ihres Bestehens habe sich die Psychologische Beratungsstelle mit ihrer Vielfalt von Hilfen zu einer Institution entwickelt, über deren Aufgaben, Sinn und Zweck es keinerlei Zweifel gebe, sagte Bär unter anderem. Deshalb gelte sein Dank den vielen Mitarbeitern. Die Diakonie habe sehr frühzeitig erkannt, wie wichtig es sei, umfassende Betreuung aus einer Hand und unter einem Dach anzubieten. Der Landkreis wisse sich mit der Diakonie in dieser Verantwortung verbunden. Seit Jahren sei er dabei, wenn es gelte, die nicht geringen Kosten für die Beratungsstelle abdecken zu helfen.
Weitere Redner waren Kirchenrat Peter Bertram, Referent für Seelsorge und Beratung von der evangelischen Landeskirche Bayern, der Hofer Dekan Günter Saalfrank, der den Segen sprach, und Dr. Hans-Frieder Roblick, stellvertretender Landrat des Landkreises Wunsiedel. Vor und nach dem Festakt unterhielten das Musikduo "Wunschelmeier & Me" und Regula Fischbach, die das Stück "Eheberatung" von Loriot vorlas.



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