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Kunst und Kultur

Zwischen Johnny Cash und Metallica

Starköl ist nur eine von vielen Bands, die beim "Genital-Festival" in Sichersreuth begeistern. Dorthin kommen die Fans aus dem ganzen Land - und darüberhinaus.



Patrick Gajda, seines Zeichens der Frontmann von The Flesh Trading Company, aushilfsweise als Frontman bei Final Breath. Mehr Bilder unter www.frankenpost.de im Internet.	Fotos: Uwe von Dorn
Patrick Gajda, seines Zeichens der Frontmann von The Flesh Trading Company, aushilfsweise als Frontman bei Final Breath. Mehr Bilder unter www.frankenpost.de im Internet. Fotos: Uwe von Dorn   » zu den Bildern

Sichersreuth - Harte Klänge statt Beschaulichkeit im Dorfe: Bereits zum achten Mal veranstaltete Florin Rasp mit seinem Team am vergangenen Wochenende das "Genital Festival". Ein Blick auf die Autokennzeichen rund um das Festival genügte als Bestätigung: Dieses Musik-Festival ist ein Höhepunkt im Veranstaltungskalender der Metal-Fans. Aus Berlin, Dresden, Nürnberg, Ulm, ja sogar aus Wien kommen die Freaks in das beschauliche fränkische Sichersreuth zum Campen und Feiern. Gespielt wird im "Stodl" und in der Festhalle.

Los ging es am Freitagabend mit der Death Metal Band Ammyt aus Weiden in der Oberpfalz. Im September 2012 gegründet, hat sich die Band auf düsteren Melodic Death Metal spezialisiert. Ammyt, das sind vier Jungs, die mit ihren Riffing und gut dosierten Melodien genau dort Akzente setzen, wo sie sein müssen. Beide Sänger setzten dies eindrucksvoll um.

Danach rockte die Selber Band Starköl alles zwischen Johnny Cash und Metallica. Die Marktredwitzer Band Dirty Horrible Bastards folgte dann mit ihren Songs "Bullen vor der Tür", "Wolfman" oder "Kannibalen Rock 'n Roll". Bereits aufgeheizt war die Stimmung in der Festhalle, als Parasite die Bühne betraten. Die Lokalmatadore zeigten mit "Victim of Lobotomy", "Doomsday Device" und zum Schluss ihres Auftrittes mit "Parasite City", was in der Festhalle abgehen kann.

Die Thrash-/Death-Metal Band Final Breath aus Lohr am Main in Franken musste auf ihren Sänger "Eumel, der Schreihals", verzichten. Aber Patrick Gajda, seines Zeichens der Frontmann von The Flesh Trading Company hat sich innerhalb weniger Wochen das komplette Live-Set von Final Breath angeeignet und "Eumel" würdig vertreten. Zum Abschluss am Freitag spielte die 1991 gegründete Band Malignant Tumour aus Ostrava, die sich ein bisschen wie die britischen Metalband Motörhead anhört.

Am Samstag startete die Metal-Band Need2Destroy im "Stodl". Die Songs gab der argentinische Sänger Diego Carabajal wieder im blutüberströmten weißen Anzug in seiner Muttersprache Kastellan, einem Dialekt wie Fränkisch, nur eben in Argentinien: Metalgroove mit exotischem Latinogesang, der auch mal in Richtung Oper gehen kann. Die Ulmer Need2Destroy gehören zu den Metal-Gruppen, die man nicht so schnell wieder vergisst, wenn man sie schon mal live gesehen hat.

Aus Brünn in der Tschechischen Republik spielte danach Mincing Fury. Sie vereint alle wesentlichen Trademarks des Genres: Gutturaler Gesang in allen erdenklichen Variationen, wütende Blastbeats, aggressive Gitarren, ein fetter Bass und eine gehörige Portion Groove bilden hier eine Einheit. Dazu gesellen sich Intros und Samples verschiedenster Art: etwas Tschechische Volksmusik, dann wieder eine Gesangsmelodie, Mincing Fury lassen einfach nichts aus.

Dass sich manche Jungs nicht ganz so ernst nehmen, deuten bisweilen schon die Bandnamen an. Speichelbroiss, die älteste Punkband aus Weiden, seit 23 Jahren im Geschäft, heizte der Fangemeinde mit Songs wie "Kopf hoch", "No Future", "Ich und Du" und "Heute Nacht" ein. "Verlernt haben die Jungs nichts, die werden immer besser", sagte eine Festival-Besucherin.

Die tschechische Band Poppy Speed Grinder, die deutsche Deathcore-Band Necrotted aus Abtsgmünd und die Deathgrind-Band Japanische Kampfhörspiele aus Krefeld spielten zum Abschluss des "Genital-Festival" auf. Wer auf musikalische Orgasmen steht, sollte das Festival in Sichersreuth im nächsten Jahr keinesfalls versäumen.

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Uwe von Dorn
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Veröffentlicht am:
19. 06. 2017
17:24 Uhr

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Uwe von Dorn

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19. 06. 2017
17:24 Uhr



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