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Vera und Dominik sind die coolsten Leser

Neun lesebegeisterte Sechstklässler aus dem Landkreis treten zum Kreisentscheid an. Sie stellen sich beim Vorlesewettbewerb einer Jury.



Für den Lese-Nachwuchs aus dem Landkreis gab es Buchpreise. Im Bild (stehend, von links): Schulrat Günter Tauber, Nina Schneider, Timo Ziegler, Ferdinand Neidhardt, Luisa Lienert, Vera Kaschel, Lesebeauftragte Silke Heinzmann und der zweite Bürgermeister der Stadt Wunsiedel, Manfred Söllner, sowie (vorne, von links) Jonas Deistler, Elias Körber, Dominik Münch und Jonas Bayer. Foto: Katharina Melzner
Für den Lese-Nachwuchs aus dem Landkreis gab es Buchpreise. Im Bild (stehend, von links): Schulrat Günter Tauber, Nina Schneider, Timo Ziegler, Ferdinand Neidhardt, Luisa Lienert, Vera Kaschel, Lesebeauftragte Silke Heinzmann und der zweite Bürgermeister der Stadt Wunsiedel, Manfred Söllner, sowie (vorne, von links) Jonas Deistler, Elias Körber, Dominik Münch und Jonas Bayer. Foto: Katharina Melzner  

Wunsiedel - "Manchmal lese ich heimlich, nachdem ich schon ins Bett geschickt wurde", gesteht Dominik Münch, der gemeinsam mit Vera Kaschel als Sieger aus dem Lesewettbewerb hervorging. Lediglich dreißig Minuten hatte sich der Schüler des Luisenburg-Gymnasiums Wunsiedel, der mit einem Auszug aus Defoes "Robinson Crusoe" brillierte, vorbereitet, wie er sagt. Bundesweit rund 600 000 Teilnehmer jährlich verzeichnet der Lesewettbewerb mittlerweile, den der Börsenverein des Deutschen Buchhandels seit 1959 veranstaltet. Alle sechsten Schulklassen umliegender Gymnasien, Realschulen, Mittelschulen sowie Förderschulen können teilnehmen.

In zwei Durchgängen musste sich der Lese-Nachwuchs am Dienstag im Landratsamt Wunsiedel vor der fünfköpfigen Jury beweisen, der Beate Fischer, Angelika Stammel, Michael Igler, Jana Mündel sowie André Blaumann angehörten. Zunächst trugen die Schülerinnen und Schüler, die vorab schulintern als die besten Leser ermittelt worden waren, eine Passage aus einem Buch ihrer Wahl vor. Im Anschluss folgte die Lesung eines unbekannten Textauszugs aus "Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen" von James Krüss. Der Protagonist des Romans verkauft sein Lachen an den zwielichtigen Baron Lefeut und gewinnt im Gegenzug nachfolgend jede eingegangene Wette. Jedoch währt die Freude darüber nicht lange und so versucht Timm schon bald, sein verlorenes Lachen wieder für sich zu gewinnen.

"Für den Sieg ausschlaggebend war definitiv die Leistung beim Vortragen des unbekannten Textes", da ist sich der elfjährige Gewinner Dominik Münch sicher. Zukünftigen Teilnehmern am bundesweit größten Schülerwettbewerb empfiehlt er, sich ganz auf das Lesen und nicht auf die Nervosität zu konzentrieren. Ähnlicher Meinung ist auch Vera Kaschel, die in der Rubrik "Förderzentren" zur Siegerin gekürt wurde: "Wichtig ist es, cool zu bleiben und sich beim Vorlesen nicht zu versteifen." Geübt habe die Schülerin der Siebenstern-Schule Selb mit der kompletten Familie. In ihrer Freizeit liest die 13-Jährige am liebsten Krimis und Tierbücher. "Toll finde ich, dass ich beim Lesen so viel Wissenswertes erfahre", sagt sie.

Die Marktredwitzer Grundschullehrerin Silke Heinzmann, die den Vorlesewettbewerb moderierte, lobte einleitend die trotz des immensen Angebots an neuen Medien beständige Lesebereitschaft unter Kindern und Jugendlichen. Auf die Frage, welche Kriterien für den Sieg entscheidend seien, antwortet sie: "In erster Linie natürlich flüssiges Lesen." Aber auch das Erfassen von Fremdwörtern, die Interaktion mit dem Publikum sowie eine gute Betonung seien ausschlaggebend. Teilnehmern, die unter Lampenfieber leiden, empfiehlt Silke Heinzmann, sich selbst positiv zu motivieren und sich gut vorzubereiten. Als Verlierer gehe bei diesem Wettbewerb sowieso niemand nach Hause.

Kindern, die beim Lesen mit Problemen zu kämpfen haben, rät die Pädagogin zu überschaubaren Textlängen mit leicht verständlichen Inhalten. Gut geeignet seien beispielsweise Ratekrimis.

"Ferner können Eltern und Lehrer die Motivation fördern, da sie als Lese-Vorbilder fungieren." Wichtig sei außerdem, individuelle Interessen der Kinder zu berücksichtigen, anstatt den pädagogischen Zeigefinger zu heben.

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Katharina Melzner
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Veröffentlicht am:
15. 02. 2017
20:03 Uhr

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15. 02. 2017
20:03 Uhr



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