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IBC plant Pilotprojekt für ganz Bayern

Nach der Gründung einer Bürgerinitiative gegen die Photovoltaikanlage bei Wampen meldet sich jetzt der potenzielle Betreiber zu Wort. Er zeigt sich kompromissbereit.



Bei Wampen soll die geplante Photovoltaikanlage (hier ein Symbolbild) nicht nur Strom erzeugen, sondern die Energie auch in Gas umwandeln können.
Bei Wampen soll die geplante Photovoltaikanlage (hier ein Symbolbild) nicht nur Strom erzeugen, sondern die Energie auch in Gas umwandeln können.   » zu den Bildern

Wampen - Während eine Bürgerinitiative noch Unterschriften sammelt gegen eine neue Photovoltaikanlage bei Wampen, stellt der potenzielle Betreiber der Anlage, die Firma IBC Solar aus Bad Staffelstein, die Pläne für das als Pilotprojekt für Bayern geplante Vorhaben vor. IBC Solar spricht von einer Chance für die ganze Kommune und zeigt sich kompromissbereit in Sachen Größe.

Bei einem Pressegespräch mit den beteiligten Landwirten Manfred Stulier, Erwin Thoma und Horst Opel aus Wampen erinnert Oliver Parteymüller von der IBC Solar an die ersten Pläne seiner Firma für ein Photovoltaikfeld bei Wampen im Jahr 2010. Das Landratsamt Wunsiedel hatte die Zustimmung und Unterstützung bereits zugesichert, als die staatlichen Zuschüsse für Photovoltaik auf landwirtschaftlichen Flächen erst einmal gestrichen wurden und das Projekt auf Eis gelegt wurde.

Über eine EEG-Novellierung für landwirtschaftliche Flächen in benachteiligten Gebieten sei es jetzt aber wieder möglich, ein in Bayern einmaliges Pilotverfahren bei Wampen zu installieren. Neu an der Sache sei die Möglichkeit, Solarenergie in Gas umzuwandeln, erläutert Parteymüller. Damit wäre ein weiterer und bedeutender Schritt in Sachen alternativer Energie getan.

Derzeit gebe es, gerade an sonnigen Tagen, ein Überangebot an mit Photovoltaik erzeugtem Strom. Bei schlechtem Wetter oder bedecktem Himmel dagegen fehle Energie. Nun haben Wissenschaftler einen Elektrolysator konstruiert, der den Solarstrom in Gas umwandeln könne. So könne man die Energie leichter speichern. Die Tatsache, dass ganz in der Nähe von Wampen die Gasleitung Selb-Marktredwitz vorbeiführe, wäre ein weiterer Vorteil.

Damit nicht genug: Der Staat fördert den Elektrolysator, ein Millionenprojekt, mit 50 Prozent Zuschuss. Deshalb habe man sich erneut für Wampen als Standort entschieden. Erste Gespräche mit dem Thiersheimer Marktgemeinderat seien positiv verlaufen. Gegen zwei Stimmen habe der Marktgemeinderat das Projekt für gut geheißen.

So habe der Betreiber versichert, die Betreibergesellschaft für das Pilotprojekt im Markt Thiersheim anzusiedeln. Das würde nicht nur Arbeitsplätze in der Verwaltung vor Ort und Steuereinnahmen, sondern auch die Wertschöpfung vor Ort bringen, argumentiert Parteymüller.

Umso überraschter und enttäuschter sei man gewesen, als der Marktgemeinderat nun in seiner jüngsten Sitzung das Projekt abgelehnt und sich im Ort eine Bürgerinitiative gegründet habe, die Unterschriften gegen das Projekt sammle.

Keinesfalls, da ist sich der Betreiber mit den drei Landwirten einig, wolle man den Ort spalten. Man verstehe die Einwände der BI und sei absolut kompromissbereit, was die Größe und Lage der Photovoltaikanlage betrifft.

Als Kompromisslösung zeigt der Projektentwickler einen Plan, der in der Nähe zum Dorf anstatt Photovoltaik Grünland vorsieht. Auf dem geplanten Landschaftsschutzgebiet könnten sich wieder geschützte Tierarten ansiedeln und - wie bei anderen Projekten der IBC - Schafe weiden. Vom Ort aus wäre dann die Anlage kaum mehr zu sehen. Schließlich hätte die neue Konstruktion auch den Vorteil, dass sie mit dem Grünland einen Hochwasserschutz biete.

Für den Rückbau und die Bauzeit sichere der Antragsteller Garantien zu. Der Betreiber könne sich auch eine Zusammenarbeit mit einem örtlichen Betreiber und der Firma ZAE vorstellen, die im benachbarten Arzberg das Projekt Smart Grid City betreut.

Der Betreiber und die beteiligten Landwirte unterstreichen abschließend, dass sie keinesfalls den Ort spalten wollten, sondern alles tun, um aufeinander zuzugehen. Gleichzeitig aber appellieren sie an die Bürgerinitiative, kompromissbereit zu sein und diese Chance für die Kommune nicht rundweg abzulehnen.

Für den 25. Februar um 10 Uhr lädt deshalb der potenzielle Betreiber zu einem Ortstermin nach Wampen ein. Dabei will er noch einmal allen Beteiligten, dem Gemeinderat, Befürwortern und Gegnern, die geänderten Pläne erläutern und diskutieren. "Nur, wenn wir aufeinander zugehen und kompromissbereit sind, erreichen wir das Beste für die Kommune," hoffen die Befürworter.


Lesen Sie dazu auch:

"Widerstand gegen Solarpark wächst"

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Herbert Scharf
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Veröffentlicht am:
17. 02. 2017
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Herbert Scharf

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17. 02. 2017
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