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Fichtelgebirge

Sicherung an der Pistole rettet Polizisten

Ein Waldershofer soll viermal versucht haben, auf einen Beamten zu schießen. Der mutmaßliche Täter muss sich demnächst vor Gericht verantworten.



Die P 7 von Heckler & Koch ist die Dienstwaffe der bayerischen Polizei. Ein 58-Jähriger soll sie auf einen Polizeibeamten gerichtet und mehrfach abgedrückt haben. Es löste sich kein Schuss. Bild: dpa
Die P 7 von Heckler & Koch ist die Dienstwaffe der bayerischen Polizei. Ein 58-Jähriger soll sie auf einen Polizeibeamten gerichtet und mehrfach abgedrückt haben. Es löste sich kein Schuss. Bild: dpa  

Weiden/Waldershof - Die Anklage der Staatsanwaltschaft Weiden lautet auf versuchten Totschlag, der 58-jährige Angeschuldigte befindet sich seit einem halben Jahr in Untersuchungshaft. Dies sind die Folgen eines rabenschwarzen Morgens im August 2016: Damals soll der Mann aus Waldershof eine Waffe auf einen Polizisten gerichtet und abgedrückt haben. Laut Anklage viermal. Passiert ist nichts, weil sich kein Schuss löste. Der 59-Jährige konnte die Griffsicherung nicht überwinden. Es handelte sich um eine P 7 von Heckler & Koch, eine Dienstwaffe der bayerischen Polizei. Diese verfügt über ein besonderes Handspann-System. Damit kann die Pistole gefahrlos fertig geladen getragen werden. Im Fall eines Schusses entsichert der Schütze per Druck.

Den Einsatz hatte die 43-jährige Ehefrau ausgelöst: Ihr Mann bedrohe sie mit einem Messer, sagte sie an jenem Tag gegen 8.45 Uhr, als sie in ihrer Verzweiflung den Notruf tätigte. Die Integrierte Leitstelle Hof gab die Meldung an die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberpfalz weiter. Aufgrund der Nähe wurde auch eine Streife der Polizeiinspektion Marktredwitz verständigt.

Die oberfränkischen Beamten trafen noch vor der Streife der zuständigen Polizeiinspektion Tirschenreuth in Waldershof ein. Der Streit hatte sich schon etwas beruhigt. Die Beamten trennten die Ehepartner räumlich voneinander, um sie zu befragen.

Völlig unvermittelt soll sich der Angeschuldigte auf dem Weg in einen Nebenraum umgedreht haben und dem Polizisten die Dienstwaffe aus dem Holster gezogen haben. Auch dafür muss man eigentlich wissen, wie das geht. Die Pistole ist speziell gesichert.

Laut Anklage richtete der stocknüchterne 58-Jährige - ein Mann mit kaufmännischem Beruf - die Waffe auf den Polizisten und drückte zweimal im Stehen ab. Als es dem Beamten gelang, den Kontrahenten auf den Rücken zu werfen, soll der Mann noch zweimal im Liegen den Abzug gezogen haben. Der 59 Jahre alte Polizist konnte ihm schließlich die Pistole aus der Hand schlagen und sprang auf den Angreifer. Mit dem Kollegen überwältigte er den 58-Jährigen.

Dieser befindet sich seit August in U-Haft. Ein Haftprüfungstermin blieb erfolglos. Die Anklage ist erhoben und lautet auf versuchten Totschlag in Tateinheit mit vorsätzlicher Körperverletzung und unerlaubtem Erwerb einer halbautomatischen Kurzwaffe. Sollte das Landgericht die Anklage zulassen, kann die Hauptverhandlung angesetzt werden. ca.

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17. 02. 2017
16:48 Uhr

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17. 02. 2017
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