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Fichtelgebirge

Menschen in der Region können sicher leben

Die Wunsiedler Polizei klärt mehr als zwei Drittel aller Fälle auf. Um Einbrüche zu verhindern, fahren Beamte Streife in Wohngebieten.



17 Wohnungseinbrüche ereigneten sich im vergangenen Jahr im Bereich der Polizeiinspektion Wunsiedel.
17 Wohnungseinbrüche ereigneten sich im vergangenen Jahr im Bereich der Polizeiinspektion Wunsiedel.   » zu den Bildern

Wunsiedel - Nachts durch die dunklen Straßen Wunsiedels schlendern? Warum nicht. Angst muss in der Kreisstadt niemand haben. Auch im übrigen Gebiet der Polizeiinspektion Wunsiedel ist alles sicher. Dies geht aus den Zahlen des Sicherheitsberichts hervor, die Inspektionsleiter Willi Dürrbeck der Frankenpost präsentierte. "Im Vergleich zum Jahr zuvor sind 2016 die Fallzahlen erneut gesunken - und zwar um 97 auf nunmehr 905."

In vier von acht Orten gehen die Fallzahlen zurück

Die Polizeiinspektion Wunsiedel ist für acht Städte und Gemeinden zuständig. Im größten Ort, in

Wunsiedel, ereigneten sich 2016 auch die meisten Fallzahlen. Mit 413 waren dies aber 98 weniger als im Jahr zuvor. Deutliche

Rückgänge gibt es auch in Kirchenlamitz (-17 auf 90) und in Bad

Alexandersbad (-16 auf zehn). In Tröstau registrierte die Polizei 74 Fälle, zwei mehr als ein Jahr zuvor. Zum zweiten Mal in Folge sind

hingegen in Weißenstadt die Fallzahlen gestiegen, und zwar

diesmal um vier auf 149. Hierunter fallen die Taten rund um die

Diskothek und auch die Diebstähle von der Großbaustelle. In

Marktleuthen gab es 89 Fälle

(plus 12), in Röslau 42 (plus 16) und in Nagel 38 (plus 4). Insgesamt hatten die Beamten im Jahr etwas mehr als 3000 Einsätze.

 

Interessant ist vor allem der Vergleich der sogenannten Häufigkeitszahl. Diese rechnet die Delikte pro 100 000 Einwohner hoch. Hier zeigt sich, dass die Menschen zwischen Weißenstadt, Kirchenlamitz, Selb und Bad Alexandersbad in einer Region leben, in der Kriminalität ein seltenes Phänomen ist. Mit einer Häufigkeitszahl von 3481 liegt der Inspektionsbereich weit unter dem bayerischen Durchschnitt (4785) und dem des Landkreiswertes (5298). Dass der Wert im Landkreis so hoch ist, hängt fast ausschließlich mit der Grenzlage zusammen. Zwischen Arzberg und Selb fischen die Schleierfahnder regelmäßig Drogenschmuggler aus dem Verkehr. Auch wenn die meisten gar nicht im Landkreis wohnen, fallen sie in die Statistik der Polizei.

Zurück zur Wunsiedler Inspektion, die für 26 000 Einwohner zuständig ist. Dass die Beamten ihr Handwerk beherrschen, zeigt die Aufklärungsquote von 67,3 Prozent, die 3,6 Prozent über dem als hervorragend geltenden bayerischen Wert liegt. "Ich bin auf meine Mannschaft stolz", sagt Dürrbeck. Alle Kollegen seien hoch motiviert. "Da duckt sich niemand weg, wenn es um Arbeit geht."

Die gute Wunsiedler Bilanz führt der Inspektionsleiter auch auf die konsequente Präventions- und Repressionsarbeit zurück. "Dazu gehört die gute Zusammenarbeit zwischen der Inspektion, den Justiz- und den weiteren Sicherheitsbehörden."

Einige bemerkenswerte Entwicklungen zählt Dürrbeck auf. So sei zum Beispiel die Zahl der Rohheitsdelikte um 66 auf 192 zurückgegangen. Dazu zählt ein breites Spektrum von Körperverletzung bis hin zur Bedrohung. Die Wunsiedler Beamten konnten zudem fast alle Täter ermitteln: Die Aufklärungsquote liegt bei 97,2 Prozent. Auch die Straßenkriminalität, also Kratzereien an Autos, Graffiti-Schmierereien oder andere Formen von Vandalismus sind um mehr als ein Fünftel zurückgegangen. Allerdings sind hier die Ermittlungen relativ schwierig, was sich in einer Aufklärungsquote von 28 Prozent niederschlägt. "Einen Anstieg verzeichnen wir hingegen bei den Diebstählen", sagt Dürrbeck. Mit 251 (19 mehr als im Jahr zuvor) sind die Zahlen aber nicht Besorgnis erregend. Allein 22 Diebstähle ereigneten sich übrigens während des Baus der neuen Therme in Weißenstadt. Dazu kommen Handydiebstähle, die sich vorwiegend in Diskotheken ereignen, und sieben Fahrraddiebstähle. Letztgenannte sind unter anderem die Folge des mancherorts kaum vorhandenen öffentlichen Nahverkehrs. "Wir haben auch jugendliche Täter, die zum nächsten Bahnhof kommen wollen, um sich abzusetzen. Die nehmen sich irgendwo ein Fahrrad und lassen es am Bahnhof zurück."

Die hiesige Polizei hat jede Menge Erfahrung und kennt die Gegebenheiten im Inspektionsbereich und auch ihre "Pappenheimer". So klärte sie schon nach kurzer Zeit mehr als die Hälfte der Fahrraddiebstähle. Auf der anderen Seite informieren die Beamten die Bevölkerung bei allen sich bietenden Gelegenheiten über die Machenschaften von Kriminellen. "Und dennoch kommt es immer wieder mal vor, dass jemand seine Tasche mit dem Geldbeutel im Einkaufswagen liegen lässt, während er im Regal Produkte vergleicht."

17 Wohnungseinbrüche hat es im Jahr 2016 im Bereich der Inspektion gegeben. Dabei handelte es sich im Wesentlichen um eine Serie, die zumindest teilweise geklärt ist. Einige Einbrüche gingen auch auf das Konto von Jugendlichen, die ebenfalls schnell ermittelt wurden. Die Wunsiedler Polizei nimmt jeden Einbruch ernst. Immerhin sind die Opfer zum Teil regelrecht traumatisiert und fühlen sich nicht einmal in den eigenen vier Wänden sicher. "Wir arbeiten in diesem Feld mit einem hohen Aufwand präventiv", sagt Dürrbeck. So fahren Beamte verstärkt mit zivilen Fahrzeugen, aber auch mit Polizeiautos durch Wohngebiete.

Immer wieder kommt es auch in der Region zu Fällen häuslicher Gewalt. Die speziell hierfür eingesetzte Sachbearbeiterin der Polizei bearbeitete 22 Anzeigen, das sind 19 weniger als ein Jahr zuvor. Zehn Mal mussten Polizeistreifen die Täter in Gewahrsam nehmen, Kontaktverbote oder Platzverweise aussprechen.
Um von vornherein Unterstellungen vorzubeugen, er wolle ein vielleicht heikles Thema nicht ansprechen, hat Dürrbeck auch alle Delikte von Asylbewerbern und Flüchtlingen aufgeschlüsselt. Im Inspektionsbereich leben derzeit 504 Flüchtlinge aus 27 Nationen. "Auch hier kommt es zu Straftaten, es bestehen aber keinerlei Besonderheiten oer Auffälligkeiten im Vergleich mit dem Aufkommen von Alltagsstraftaten. In den meisten Fällen gibt es keine Außenwirkung. Die Taten finden in aller Regel in den Wohnunterkünften und untereinander statt."

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Matthias Bäumler
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Veröffentlicht am:
20. 04. 2017
22:06 Uhr

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Matthias Bäumler

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Veröffentlicht am:
20. 04. 2017
22:06 Uhr



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