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Hof

Gewerkschaft kontra AfD-Kreisvorsitzenden als Rektor

Der Kreisvorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hof-Wunsiedel (GEW) übt scharfe Kritik an der Ernennung des AfD-Kreisvorsitzenden Gerd Kögler als neuer Rektor der Oberkotzauer Schule.



Oberkotzau/Landkreis - Der Kreisvorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hof-Wunsiedel (GEW) übt scharfe Kritik an der Ernennung des AfD-Kreisvorsitzenden Gerd Kögler als neuer Rektor der Oberkotzauer Schule. Der Neuzugang habe "hohes Problempotenzial", heißt es in einer Mitteilung. Als Nachfolger von Rektor Siegfried Müller habe die Regierung von Oberfranken den Kreisvorsitzenden der Rechtspartei ausgewählt - "und das an einer Schule mit dem Prädikat Schule ohne Rassismus". Dies sei nicht nachzuvollziehen.

Die Nominierung wurde im Februar bekannt. "Da versuchte die Schulbehörde noch, Kritiker mit dem Hinweis zu beschwichtigen, Kögler sei keine große Nummer in der rechtsextremen Partei, lediglich Beisitzer im Kreisvorstand. Doch er hatte nichts Besseres zu tun, als sich im Juni zum Kreisvorsitzenden der AfD Hochfranken wählen zu lassen. Damit hat er selbst bekräftigt, dass er die Ziele der AfD in exponierter Position offensiv vertreten will", erklärt GEW-Kreisvorsitzender Karlheinz Edelmann aus Hof. Er verweist auf eine Stellungnahme des Gewerkschaftstags im Mai. Darin heißt es: Den Zielen der GEW "steht die AfD - genau wie andere rechtspopulistische Parteien und Gruppierungen - unvereinbar gegenüber". Die AfD verfolge eine Programmatik, die diskriminierend, rassistisch, frauenfeindlich und antigewerkschaftlich sei. Gerade die AfD in Bayern falle durch Nähe zur extremen Rechten auf.

Die GEW verweist auch auf eine Stellungnahme des Netzwerks "Schule ohne Rassismus - Schulen mit Courage" vom Februar: Die AfD vertrete "Positionen, die die Gleichwertigkeit von Menschen infrage stellen". Damit widerspreche sie den Werten und Normen, die das Netzwerk vertritt. "Gerd Kögler selbst sieht anscheinend kein Problem darin, wie ein Chamäleon zwischen der Fremdenfeindlichkeit seiner AfD und seiner pädagogischen Verpflichtung zur Gleichbehandlung hin- und herzuwechseln", stellt Karlheinz Edelmann fest. Persönliche Glaubwürdigkeit sei jedoch eine fundamentale Voraussetzung bei der Arbeit mit jungen Menschen. Die GEW appelliert aus all diesen Gründen an die Schulbehörde, "die Berufung dieses Rektors zu suspendieren".

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Veröffentlicht am:
25. 07. 2017
18:57 Uhr

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18:57 Uhr



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