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Patricia Rubner wird neue Berger Bürgermeisterin

Erstmals nimmt damit eine Frau auf dem Chef-Sessel im Berger Rathaus Platz.



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Mit 57,84 Prozent hat die 36-jährige Christsoziale Patricia Rubner (Zweite von rechts, zwischen ihren Fraktionskollegen Hans Zeeh, links, und Wieland Spörl) das Rennen um den Chefsessel im Berger Rathaus für sich entschieden. Auch Annika Popp (links), Bürgermeisterin von Leupoldsgrün, gehörte zu den Gratulanten.   Foto: Jochen Bake
Berg - Die CSU-Kandidatin wird den scheidenden Bürgermeister Peter Rödel beerben. Um 18.18 Uhr am Sonntagabend stand fest: Die 36-Jährige hat sich mit 57,84 Prozent gegen Thomas Behr von der ÜWG durchgesetzt. Der 47-Jährige, politisch bisher ein völlig unbeschriebenes Blatt, holte auf Anhieb 42,16 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrug satte 79,19 Prozent, 1446 Berger hatten ihre Stimme abgegeben. Damit wird die langjährige Gemeinderätin am 12. April als neue Bürgermeisterin vereidigt werden.

19.03.2017 - Bürgermeisterwahl in Berg - Foto: Jochen Bake

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Die Bürgermeisterwahl in Berg barg Spannung. Nachdem Bürgermeister Peter Rödel aus Altersgründen für eine vierte Kandidatur nicht mehr zur Verfügung stand, war eines im Vorhinein in jedem Fall klar: Ob Patricia Rubner oder Thomas Behr, vom 12. April an wird eine Frau oder ein neuer Mann auf dem Chefsessel im Rathaus Platz nehmen.

Im zweiten Anlauf schaffte es nun Patricia Rubner. Vor sechs Jahren war sie als Herausforderin noch deutlich unterlegen: Sie holte gegen Amtsinhaber Rödel gut 30 Prozent der Stimmen. Schon damals kündigte sie an, es noch einmal versuchen zu wollen.

Dieses Mal fiel Rubner die Favoritenrolle zu – und der wurde sie gerecht. Gegenkandidat Thomas Behr gratulierte als einer der Ersten im Rathaus – mit einem Blumenstrauß. Darüber war selbst Patricia Rubner erstaunt. „Das gibt es nur in Berg“, sagte sie.

Bei der Wahlparty im Saal des Gasthauses Schemmel wurde die neue Rathaus-Chefin mit einem Beifallssturm empfangen. Sichtlich gerührt tupfte Patricia Rubner die eine oder andere Freudenträne aus den Augen. Bürgermeister aus dem gesamten Landkreis waren nach Berg gekommen, um ihrer frisch gebackenen Kollegin zum Wahlsieg zu gratulieren. Zusammen mit mehr als 150 Freunden und Parteikollegen feierten sie die neue Bürgermeisterin. Auf dem Weg zu ihrem Platz umarmte sie überglücklich die Gratulanten und schüttelte unzählige Hände. „Ich bin überglücklich. Auf diesen Moment habe ich lange hingearbeitet.“ Die Strapazen des Wahlkampfs seien nun erledigt, „jetzt will ich mich als Bürgermeisterin mit meiner ganzen Kraft für das Wohl von Berg einsetzen. Bei allem Jubel vergaß Rubner nicht den Dank an ihre Wahlhelfer, „die in unzähligen Stunden für mich im Einsatz waren“.


Achtungserfolg für Polit-Neuling Behr

Thomas Behr schlug sich als Herausforderer sehr achtbar, zumal er bis vor Kurzem kommunalpolitisch ein unbeschriebenes Blatt war. Der politische Newcomer hat sich im Wahlkampf vor allem als Praktiker präsentiert. Von Beruf Techniker hat er für eine Veranstaltung in Rothleiten, hier soll eine neue Abwasseranlage entstehen, eigens ein Modell der Anlage selbst gebastelt und vorgeführt. Gut möglich, dass genau das von den Rothleitener Wähler n  honoriert wurdedBehr war ob des Wahlausgangs zwar „schon etwas enttäuscht“, aber er zog vor allem das Positive aus dem Ergebnis: „Es hat mit einem tollen Team riesigen Spaß gemacht.“ Die Erfahrungen, die er in den vergangenen zwölf Wochen habe sammeln dürfen, hätten ihn reifen lassen, sagte er. Behr, ganz Sportler, blickte schon wieder nach vorn. Er werde sich weiter politisch engagieren und 2020 wohl für den Gemeinderat kandidieren. Das haben seine Anhänger im Mehrzweckgebäude gern gehört. Minutenlang spendeten sie Behr stehend Beifall, als der den Saal betrat und in einer kurzen Rede allen dankte.

 

226 Stimmen mehr

Mit dem Wahlergebnis hat Rubner die Berger Wahl klar für sich entschieden - aber auch nicht so deutlich, wie es für die altgediente Gemeinderätin hätte ausgehen können gegen ein politisches Greenhorn. Thomas Behr entschied sogar einen Stimmbezirk für sich: In Eisenbühl versammelte er 55,56 Prozent der Wähler (60 der abgegebenen 108 Stimmen) hinter sich. Auch in den beiden Wahlbezirken des Kernorts selbst fiel die Wahl um einiges knapper aus als in den Außenorten: In Berg I holte Patricia Rubner 51,6 Prozent der Stimmen, in Berg II 52,60 Prozent - insgesamt lag sie hier mit nur 19 Stimmen vorn.

Eindeutiger fielen da die kleineren Orte aus: In Bruck/Bug holte Patricia Rubner 62,76 Prozent der Stimmen, in Gottsmannsgrün 62,67 Prozent. Am deutlichsten stimmten die Bewohner von Schnarchenreuth ab: Dort holte Rubner 68,57 Prozent; die Tiefengrüner entschieden sich mit 67,63 für sie, die Briefwähler mit 63,01 Prozent. Knapper waren die Ergebnisse in Hadermannsgrün (56,62 Prozent für Rubner) und Rudolphstein (54,05 Prozent).

Die Wahlbeteiligung lag mit 79,19 Prozent knapp über der von 2011: Damals waren 76 Prozent der Berger zur Wahl gegangen. Von den 1826 Wahlberechtigten gaben am Sonntag 1442 ihre Stimme ab.


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Kommentar: In der Pflicht


 

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Lothar Faltenbacher, Thomas Schuberth-Roth, Christoph Plass
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19. 03. 2017
18:21 Uhr

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Lothar Faltenbacher, Thomas Schuberth-Roth, Christoph Plass

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Veröffentlicht am:
19. 03. 2017
18:21 Uhr



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