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Hof

Theaterzelt soll Umbauzeit überbrücken

Das Theater Hof kann erst 2019, ein Jahr später als geplant, saniert werden. Die Vorbereitungen dafür dauern so lange. Zudem soll die Ersatz-Spielstätte direkt vor dem Haus sein.



Zwischen Haupteingang und Ballerina könnte vom Sommer 2019 an ein beheiztes und isoliertes Theaterzelt die Besucher begrüßen. Sie könnten damit während der Umbauzeit den Haupteingang, die Garderobe und das Foyer des Hauses normal nutzen - und dann, durch ein herausgenommenes Stück aus der Glasfassade, in das Zelt zur Vorstellung gehen. Foto: Jochen Bake
Zwischen Haupteingang und Ballerina könnte vom Sommer 2019 an ein beheiztes und isoliertes Theaterzelt die Besucher begrüßen. Sie könnten damit während der Umbauzeit den Haupteingang, die Garderobe und das Foyer des Hauses normal nutzen - und dann, durch ein herausgenommenes Stück aus der Glasfassade, in das Zelt zur Vorstellung gehen. Foto: Jochen Bake  

Hof - Wochenlang haben die Hofer Theater-Macher gegrübelt, wie sie die anstehende Zeit der Sanierung überstehen - und in welchen Spielstätten der Stadt sie sich einquartieren könnten, während im Haupthaus die Technik gerichtet wird. Die Ansprüche waren hoch, Intendant Reinhardt Friese wollte seine Truppe auch nicht für wenige Monate zur Wanderbühne degradiert wissen. So machten die Akteure nun einen Vorschlag, den vergangene Woche der Kulturbeirat und Montagnachmittag der Hauptausschuss des Hofer Stadtrats für gut befunden haben: Die Verantwortlichen wollen auf der Wiese direkt vor dem Haus ein großes Theaterzelt errichten.

Vorbild Landshut

An mehreren Orten in Bayern steht eine Generalsanierung des Theaters auf dem Programm. Für Ausweich-Spielstätten gibt es unterschiedliche Varianten.

Als Vorbild für die aktuellen Hofer Pläne könnte das Landestheeater Landshut dienen. Dort schlug das Schauspielhaus ein riesiges Zelt auf. Während der Bauarbeiten, die bereits seit 2014 andauern, ist es die Interimsbühne. Dadurch sind im Laufe der Jahre zusätzliche Betriebskosten aufgelaufen.

Die Zeltlösung war auch für das Landestheater Coburg im Gespräch; dort soll die Generalsanierung - wie jetzt auch in Hof - im Jahr 2019 beginnen. Der Umbau wird dort allerdings voraussichtlich drei Jahre dauern. Die Verantwortlichen der Stadt schauten sich bereits die Spielstätte in Landshut an, verwarfen dann jedoch diese Variante wieder. Momentan läuft es auf einen provisorischen Bau in Leichtbauweise hinaus, der an der Stelle einer Turnhalle entstehen soll. J. F.

 

Jenes Zelt soll nahe am Haus aufgebaut werden. So könnten die Besucher, wie gewohnt, über den Haupteingang das Gebäude betreten, könnten Garderobe und Toiletten, Gastronomieangebot und das restliche Foyer ohne Einschränkungen nutzen - um dann, über eine herausgenommene Glasfläche aus der bekannten Fassade, das Zelt zu betreten. "Wir sprechen hier nicht über ein Zelt, wie es der kleine Zirkus aufbaut, sondern eher über eines, wie es auf der Oberfrankenausstellung stehen könnte - mit Isolierung, Heizung und akustischem Schutz", erklärte Peter Nürmberger, Leiter des Fachbereichs Kultur, am Montag im Hauptausschuss. 900 000 Euro netto könnte das Aufstellen jenes Zeltes kosten.

Diese Summe stellten die Verantwortlichen am Montag den Stadträten vor - als erste überschlägige Kostenschätzung inklusive Miet- und Nebenkosten. "Diesen Kosten stünden die Aufwendungen entgegen, die für die Anmietung und Errichtung anderer Ersatzspielstätten nötig wären", sagte Nürmberger im Hauptausschuss. Wie ausführlich berichtet, hatten Theater und Stadtverwaltung in den vergangenen Wochen die Veranstaltungssäle von Stadt und Landkreis auf ihre Theater-Tauglichkeit hin überprüft. Und sie haben sich Gedanken gemacht, wie sie die anstehende Sanierung vorbereiten müssen. Ergebnis: Die Arbeiten können noch nicht 2018 starten.

"Der anvisierte Baubeginn Sommer 2018 wird nicht zu halten sein", sagte Nürmberger. Allein für die Planungen, das Einholen von Angeboten und die Vergabe rechnen die Verantwortlichen mit einer Dauer von 48 Wochen. Weitere vorbereitende Maßnahmen für die Sanierung, nachdem die Arbeiten vergeben sind, nähmen danach weitere 20 Wochen in Anspruch. Mit dieser Rechnung würden die Verantwortlichen einen Baubeginn zum Ende der Spielzeit 2017/18 nicht hinbekommen, erklärten sie - und schlugen daher vor, die Sanierung auf Sommer 2019 zu verschieben. Bis dahin muss die marode Technik im Haus folglich noch halten. Die Stadträte zeigten sich - sowohl vergangene Woche im Kulturbeirat als auch am Montag im Haupt- und Finanzausschuss - so beeindruckt wie angetan von der Lösung.

Wolfgang Fleischer, CSU, und Dr. Jürgen Adelt, SPD, sprachen sich für den Vorschlag aus: Das sei definitiv die beste Lösung. Auf Nachfrage von Reinhard Meringer, SPD, erklärte Peter Nürmberger: Die Freiheitshalle komme nicht als dauerhafte Ausweichmöglichkeit in Betracht - hier fänden jährlich 450 bis 500 Termine statt, sie ein Dreivierteljahr lang zu schließen und dem Theater vorzuhalten, sei nicht zielführend. Auch das Theater Hof begrüßte am Montag nochmals ausdrücklich den Vorschlag: So könne man dem Publikum gleichbleibende Qualität bieten: "Das erlaubt es uns, in künstlerischer und logistischer Hinsicht noch gründlicher auf die Übergangsspielzeit vorzubereiten", erklärt Marketing-Chef Florian Lühnsdorf.

Peter Nürmberger versprach derweil im Hauptausschuss, die Stadträte nun in kurzen Abständen über das weitere Vorgehen zu informieren: "Noch steht nichts fest."

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Christoph Plass

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Veröffentlicht am:
20. 03. 2017
17:21 Uhr

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Christoph Plass

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Veröffentlicht am:
20. 03. 2017
17:21 Uhr



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