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Kulmbach

Der Lotse geht von Bord

Der Leiter des Beruflichen Schulzentrums, Joachim Meier, sagt Ade. Seine Arbeit hat die größte Bildungseinrichtung des Landkreises ein gutes Stück vorangebracht.



Die Schulfamilie nimmt Abschied vom Chef des Beruflichen Schulzentrums. Im Bild (von links): Oberbürgermeister Henry Schramm, der Vorsitzende des Fördervereins, Erhard Hildner, der scheidende Rektor Joachim Meier, Landrat Klaus Peter Söllner und Landtagsvizepräsidentin Inge Aures.
Die Schulfamilie nimmt Abschied vom Chef des Beruflichen Schulzentrums. Im Bild (von links): Oberbürgermeister Henry Schramm, der Vorsitzende des Fördervereins, Erhard Hildner, der scheidende Rektor Joachim Meier, Landrat Klaus Peter Söllner und Landtagsvizepräsidentin Inge Aures.   » zu den Bildern

Kulmbach - Eigentlich war es am Donnerstagabend für Rektor Joachim Meier bereits der dritte Abschied von "seiner Schule". Daran erinnerte sein Stellvertreter Werner Feulner zum Auftakt der Veranstaltung. Bereits als Sparkassen-Azubi habe der heute 65-Jährige hier einige Jahre absolviert, war dann später Vize an der Kulmbacher Berufsschule und wechselte nach Forchheim, bevor er im Jahr 2010 als Chef in die Bierstadt zurückkehrte.

Der wird er mit seiner Frau auch erhalten bleiben, versprach Joachim Meier. Auch wenn es heuer erst einmal ausgiebig auf Reisen gehen soll, zum Beispiel mit dem Wohnmobil ins Piemont oder nach Sardinien. Und vielleicht gibt es ja auch zu Hause in Burghaig noch viele Betätigungsfelder für den Ruhestand.

Werner Feulner hatte dafür bereits zahlreiche scherzhafte Vorschläge parat. Sie zeigten, dass er seinen Chef - einen stark auf Zahlen und Tabellen fixierten "hungrigen Geist und umtriebigen Menschen'" - in den vergangenen sechseinhalb Jahren gut kennengelernt hat. Wie wäre es beispielsweise analog zum "QMBS" an der Schule mit einem "Qualitätsmanagement privates Heim (QMPH)"? Dazu braucht's natürlich eine Liste mit Vorräten am Kühlschrank, das spare auch Energie, weil man ihn seltener öffnen müsse. Unverzichtbar seien auch "prozessorientierte Einkäufe", gab Feulner Einblicke in die Arbeitsweise des scheidenden Schulleiters. Er schränkte aber gleich ein: "Die Ehefrau hat sicherlich andere Widerstandsmöglichkeiten als wir im Kollegium."

Die Personalrätinnnen Ilona Konrad und Sophia Schulze gebrauchten zum Abschied das einer Bismarck-Karikatur nachempfundene Bild des "Lotsen, der von Bord geht". Joachim Meier habe nie gerne selbst auf der Bühne gestanden, habe aber alle Fäden in der Hand gehalten.

An diesen Fäden hingen zuletzt sieben Schulen, erinnerte Landrat Klaus Peter Söllner bei der Feier. Neben der Berufsschule gebe es ja auch die Fachschulen, FOS und BOS und die Wirtschaftsschule Neuenmarkt. Und zuletzt habe kurz vor Meiers "Toresschluss" noch die Schule für Lebensmitteltechniker (Lemitec) integriert werden müssen. "Ihm war keine Arbeit zu viel. Joachim Meier ist für uns ein exzellenter Manager gewesen, mit dem es leicht und schön war zusammenzuarbeiten."

Um es dem 65-Jährigen an seinem letzten offiziellen Arbeitstag - und auch den Festgästen - nicht zu schwer zu machen, griff Söllner zu einer für Politiker ungewöhnlichen Maßnahme. Er kürzte die stolze Liste von 16 geplanten Grußworten ab, übernahm diese Funktion gleich für alle Kommunalpolitiker und den Förderverein der Schule.

"Die Aussicht auf selbst gebrautes Bier erleichtert es dem Redner, zum Schluss zu kommen", scherzte auch Hansjörg Bosch, seines Zeichens Ministerialbeauftragter für die beruflichen Oberschulen in Nordbayern. Und eigentlich hätte Joachim Meier ja Brauer werden müssen, ergänzte sein Kollege von der Bezirksregierung, Gerhard Topinka. Dann wäre er in Kulmbach genau an der richtigen Schule gelandet, der einzigen für die Brauerausbildung in Oberfranken.

Zu Meiers Erfolgsbilanz zählt Landrat Söllner nicht nur die komplette Erneuerung der Brauanlagen sondern eine ganze Liste von Maßnahmen. Dazu gehöre auch die Wirtschaftsschule in Neuenmarkt. Ein Verdienst des scheidenden Rektors sei zudem, dass die Schülerzahlen in seiner Amtszeit trotz des Geburtenrückgangs stabil geblieben seien.

Meier selbst nannte als größte Herausforderung aus jüngster Zeit die Organisation von Vorklassen zur Integration junger Flüchtlinge. Seine Schüler wünschten ihm zum Abschied aus dem "familiären Umfeld Schule", dass ihm Flügel wachsen: um den eigenen Weg zu gehen und dennoch nie die Gemeinschaft zu verlieren. Dass Letztere an der Kulmbacher Berufsschule Tradition hat, zeigte auch die Schar der Gäste. Zu ihnen zählten unter anderem die beiden früheren Schulleiter Wolfram Müller und Werner Eschenbacher.

Besonders gefreut hat sich Joachim Meier über einen seiner ehemaligen Schüler an der FOS: Professor Dr. Klaus Schäck. Der frühere Kulmbacher hat international Karriere auf dem Bankensektor gemacht, lehrt jetzt in Bristol und war als Festredner an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrt (Bericht folgt).

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Gerd Emich

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Veröffentlicht am:
18. 02. 2017
00:28 Uhr

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Gerd Emich

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18. 02. 2017
00:28 Uhr



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