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Marktredwitz

Anlieger gegen "Schikane"

Die Neugestaltung der Walbenreuther Straße in Waldershof passt den Anwohnern nicht. Sie formulieren ihre Kritik und drängen auf eine Umplanung.



Um diese Engstelle geht es. Die Planungen sehen vor, hier die Straße auf 5,25 Meter zu verengen. Das lehnen die Anlieger ab. Sie fordern die Stadt zu einer Umplanung auf und wollen daran auch beteiligt und nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Foto: Josef Rosner
Um diese Engstelle geht es. Die Planungen sehen vor, hier die Straße auf 5,25 Meter zu verengen. Das lehnen die Anlieger ab. Sie fordern die Stadt zu einer Umplanung auf und wollen daran auch beteiligt und nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Foto: Josef Rosner  

Waldershof - Die Breite der Walbenreuther Straße soll so bleiben wie bisher - das ist eine der Kernforderungen der Anlieger, die sich am Mittwochabend im Brauhaus zu einer kurzfristig anberaumten Versammlung trafen. Kritikpunkt ist vor allem die Verengung beim Ladengeschäft "Distel-Kiste", wo die Kreisstraße Tir 17 von bisher sechs Meter auf 5,20 Meter eingeengt werden soll. Der Grund dafür: Es soll ein barrierefreier Gehweg geschaffen werden. Dies lehnen die Anlieger strikt ab, weil durch diese "Schikane" ein Gefahrenpotenzial geschaffen werde.

Weiter kritisierten die Anlieger, dass sie bei der Infoversammlung im Rathaus vor vollendete Tatsachen gestellt worden seien. "Die planen und wir müssen zahlen", war nur einer der Kritikpunkte am Vorgehen der Stadt und der Planer. Bei der Versammlung am Mittwoch dabei waren je drei Stadträte der Freien Wähler, darunter zweiter Bürgermeister Karl Busch, und der CSU. Von der SPD war niemand gekommen; auch Bürgermeisterin Friederike Sonnemann fehlte - sie war nicht eingeladen worden.

Günther Lienert hatte gemeinsam mit seiner Frau Astrid zu diesem Treffen aufgerufen, das fast alle Anlieger an der Walbenreuther Straße zur Information nutzten. Sie sammelten Anregungen und Bedenken, die bei einem Gesprächstermin der Bürgermeisterin vorgelegt werden sollen. Lienert machte deutlich: "Wir wollen eine Umplanung erreichen." Dass die Straße ausgebaut werden müsse, bestritt er nicht. Eine Straßenverengung beim Ladengeschäft "Distel-Kiste" gehe laut Lienert gar nicht. "Mit einer Verengung der Straße haben wir überhaupt nicht gerechnet. Vorbeifließender Schwerlastverkehr, Pkw-Verkehr und die sich in der Nähe befindende Feuerwehrausfahrt lassen so etwas nie im Leben zu", sagte Lienert.

Außerdem zweifelte er Zahlen der Straßenbaubehörde an, die 909 Kraftfahrzeuge und 24 Schwerlast-Fahrzeuge für die Walbenreuther Straße nenne. Der Sprecher forderte die Stadt auf, nochmals eine Info-Veranstaltung durchzuführen, bei der die Planung transparent und nachvollziehbar dargelegt werden soll. Weiter baten die Anlieger um Infos über Möglichkeiten zur Stundung der Straßenausbaubeiträge. "Dass wir zahlen müssen, ist klar", meinten die Anwohner übereinstimmend. In der Diskussion gab es aber Zweifel am Anliegeranteil der Stadt in Höhe von 20 000 Euro. "Wenn ich unsere Fläche sehe, wir müssen 8500 Euro bezahlen, dann ist der Beitrag der Stadt doch zu niedrig." Günther Lienert forderte daraufhin nachhaltige Informationen, wie sich die Abrechnung zusammensetzt. Erneut kritisierte er, dass beim Infoabend vor wenigen Wochen im Rathaus alle drei Bürgermeister und Geschäftsleiter Josef Kaiser fehlten.

Zweiter Bürgermeister Karl Busch stellte sich jetzt den Anliegern und entschuldigte Friederike Sonnemann. Er sagte, dass der Straßenausbau von Experten geprüft und für gut befunden worden sei. Und auch die Feuerwehr stimme den Ausbauplänen zu. Laut Busch dürfte es bei der Feuerwehrausfahrt keine Probleme geben. Ein Anlieger meinte: "Wenn ein Traktor kommt und die Feuerwehr will stadteinwärts fahren, dann hat die Feuerwehr keine Chance. Schon gar nicht, wenn dort die Straße schmäler gemacht wird." Viele der Anlieger sahen an einer möglichen Engstelle Gefahrensituationen vorprogrammiert. Karl Busch fragte ungläubig: "Ist wirklich so viel Verkehr in der Walbenreuther Straße?"

Ein anderer Anlieger monierte, dass ein absolutes Halteverbot kommen könnte. "Dann kann ich vor meinem Geschäft nicht mehr ein- oder ausladen." Und im Winter: "Wo soll ich den Schnee hinräumen?" Karl Busch informierte: "Es pressiert, der Ausbau soll bald beginnen." Der neue Freie-Wähler-Stadtrat Winfried Neubauer sah durchaus bauliche Möglichkeiten, diese Engstelle zu entschärfen und setzte sich dafür ein, allen gerecht zu werden. Michaela Härtl (ebenfalls FW) bat die Anlieger um konkrete Vorschläge und Argumente, warum und wie die Pläne überarbeitet werden sollen. Verärgert meinte ein Anlieger: "Da muss sich doch die Stadt drum kümmern und nicht planen und planen und wir müssen bezahlen. Ihr könnt doch die Anlieger nicht vor vollendete Tatsachen stellen. Wir haben die Pläne erstmals vor drei Wochen gesehen." Winfried Neubauer versuchte zu beruhigen: "Wir brauchen eine gute Lösung. Eine optimale Lösung wird es nicht geben."

Ein Großteil der Anlieger möchte an der aktuellen Straßenbreite festhalten. Angela Burger (CSU) merkte an: "Das wird so nicht gehen, wir brauchen einen barrierefreien Gehweg." Dazu Günther Lienert: "Unser Wunsch ist es, die Fahrbahnbreite nicht zu verengen. Ein Gehweg nur auf einer Seite muss reichen." Er sprach von einem Nadelöhr an dieser Stelle. Feuerwehr-Kommandant Stefan Müller wusste von der Problematik mit der Feuerwehrausfahrt. "Wir haben unsere Bedenken und Argumente abgegeben. Mehr will ich dazu gar nicht sagen." Er fürchtete nach dem Straßenausbau ein "Chaos". Müller: "Lastwagen und Personenwagen kommen da in der Engstelle niemals aneinander vorbei." Mehrfach wurde noch der Vorwurf mangelnder Transparenz laut. Anlieger und Zahler würden vor vollendete Tatsachen gestellt. Günther Lienert will zeitnah das Gespräch mit der Bürgermeisterin suchen.

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Josef Rosner
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Veröffentlicht am:
21. 04. 2017
00:00 Uhr

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Josef Rosner

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Veröffentlicht am:
21. 04. 2017
00:00 Uhr



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